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Vorwürfe gegen Ava Labs Torpediert Avalanche den Krypto-Space mit Sammelklagen?

Ava Labs soll über einen Anwalt versucht haben, konkurrierende Krypto-Unternehmen aus dem Wettbewerb zu drängen. Avalanche-Gründer Emin Gün Sirer weist die Vorwürfe zurück.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Avalanche (AVAX)

Beitragsbild: Shutterstock

| Schwere Vorwürfe gegen Ava Labs erhoben.

Nach Investigativrecherchen von Cryptoleaks steht Ava Labs CEO Emin Gün Sirer in der Kritik. Der führende Kopf des Krypto-Netzwerks Avalanche soll einen “Deal” mit einer Anwaltskanzlei ausgehandelt haben, um konkurrierende Unternehmen mit Sammelklagen lahmzulegen und Ava Labs aus dem Fokus von Ermittlungsbehörden zu nehmen. Emin Gün Sirer dementiert die Vorwürfe.

Geschäftsbeziehung im “Gangster Style”

Cryptoleaks zufolge soll Kyle Roche von der Anwaltskanzlei Roche Freedman “das amerikanische Rechtssystem im Gangster-Stil” für Ava Labs genutzt haben, “um Krypto-Organisationen und -Projekte anzugreifen und zu schädigen, die in irgendeiner Weise mit Ava Labs oder Avalanche konkurrieren könnten”. Für die “juristischen Dienstleistungen” soll der Anwalt “große Mengen AVAX” und “Aktien der Ava Labs Corp.” erhalten haben.

Der Bericht zeigt auch einige Aufnahmen von Kyle Roche, in denen der Anwalt den Deal bestätigt. Ziel sei es demnach gewesen, “Magneten für Regulierungsbehörden wie die SEC und die CFTC zu schaffen, gegen die sie vorgehen können”.

Im gleichen Co-Working-Space

Auch zu seiner Beziehung zu Emin Gün Sirer und Kevin Sekniqi, COO von Ava Labs, äußerte sich Roche. Zu Gün Sirer bestehe noch aus Uni-Zeiten Kontakt, seit August 2019 sitze man in einem gemeinsamen Co-Working-Space mit Ava Labs. Man teile “die gleichen Interessen”, vertraue sich “wie [unter] Brüdern”.

Roche bestätigt in den Aufnahmen, “juristische Dienstleistungen im Austausch für einen bestimmten Prozentsatz des Token-Supply” angeboten zu haben. Rechtsstreitigkeiten seien “als strategisches Instrument zur Unterstützung von Ava Labs verwendet” worden, so der Anwalt.

Ich habe die Hälfte der Unternehmen in diesem Bereich verklagt, ich weiß, wohin dieser Markt geht. Ich glaube, ich bin einer der Top 10 Krypto-Experten in dieser Welt. Ich habe das Innere jedes einzelnen Krypto-Unternehmens gesehen.

Kyle Roche

Die Anwaltskanzlei habe aktuell “mindestens 25 Sammelklagen” laufen, unter anderem gegen Binance.US, Solana Labs und die Dfinity Foundation.

“Verschwörungstheoretischer Unsinn”

Ava Labs CEO Emin Gün Sirer wies die Vorwürfe als “verschwörungstheoretischen Unsinn” auf Twitter zurück. “Wir würden uns niemals auf das ungesetzliche, unethische und schlichtweg falsche Verhalten einlassen, das in diesen selbstsüchtigen Videos und hetzerischen Artikeln behauptet wird”, so der ehemalige Professor für Informatik.

Als “wild” bezeichnete Binance-Chef Changpeng Zhao die Vorwürfe in einem inzwischen gelöschten Tweet. “Natürlich war Binance ein Ziel”, so Zhao, obwohl man “nicht einmal ein Konkurrent” sei.

Kyle Roche ging in einer Stellungnahme auf die Vorwürfe ein. Die Aufnahmen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, so der Anwalt: “Im Gegensatz zu dem, was in dem kürzlich erschienenen Posting von Crypto Leaks ohne Quellenangabe dargestellt wird, gibt es und gab es nie einen Geheimpakt zwischen meiner Firma und Ava Labs”. Die Aussagen in den Videos seien “falsch und durch betrügerische Mittel erlangt” worden.

Eine Bitte um Stellungnahme blieb von Ava Labs zu Redaktionsschluss unbeantwortet.

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