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In Urlaubsstimmung Kann ich meine Airbnb-Ferienwohnung bald mit Bitcoin bezahlen?

Sonne, Strand, Satoshis: Von der Idee, mit Bitcoin und Co. in den Urlaub zu fahren, scheint die Unterkunfts-Plattform Airbnb nicht gerade abgeneigt zu sein.

Marlen Kremer
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Bitcoin Strand

Beitragsbild: Shutterstock

| Unterkunfts-Plattform Airbnb steht Bitcoin und Co. offen gegenüber.

Zwei Freunde in einer WG in San Francisco, hohe Mietpreise und eine Konferenz, die alle Hotelzimmer beansprucht. Es lag auf der Hand: Um sich Geld für die Miete dazuzuverdienen, boten Brian Chesky und Joe Gebbia drei Personen eine Luftmatratze und Frühstück in ihrer Wohnung an. Nach der Gründung von “Air Bed and Breakfast” 2007 wurde daraus zwei Jahre später Airbnb. Das Angebot von Airbnb erweiterte sich von einzelnen Räumen auf ganze Wohnungen und Häuser. Fast ein Jahrzehnt später hatten Menschen etwa 300 Millionen Mal einen Fuß in eine Airbnb-Unterkunft gesetzt.

Und dann kam die Pandemie. “Ende Januar haben wir festgestellt, dass unser China-Geschäft innerhalb weniger Wochen um 80 Prozent zurückgegangen ist”, erinnerte sich Brian Chesky, Co-Founder und CEO von Airbnb in dem Podcast decoder von “The Verge”.

Vor allem die Reiseindustrie wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen – und blutet noch immer. Nach dramatischen Schlagzeilen rund um die Existenz der Plattform am Anfang der Pandemie konnte sich das Unternehmen jedoch wieder aufraffen.

Chesky prophezeit jedoch nicht nur, dass sich die Weltenbummler-Industrie erholen
wird, sondern zudem den Advent von komplett neuen Reisegewohnheiten, die die Branche von Grund auf verändern könnten. “Die Welt erlebt eine Revolution in der Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Die Pandemie hat plötzlich Millionen von Menschen von der Notwendigkeit befreit, in ein Büro zu gehen”, erklärte der CEO in dem Call zur Verkündung der Q3-Ergebnisse.

Mit Satoshis in den Urlaub

Mit einer Internetverbindung ausgestattet können wir unser Büro auf einen beliebigen Standort, ungeachtet aller Ländergrenzen, verlegen. Ob das in einer kleinen Holzhütte in den Schweizer Alpen ist oder sogar im königlichen Stadtpalast Jaipur, der über Airbnb buchbar ist, tut dabei nicht viel zur Sache. All diese Veränderungen galt es innerhalb Airbnb zu berücksichtigen und neue Strukturen zu schaffen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Die Unterkunfts-Plattform war nicht mehr nur Mittel zum Zweck der Urlaubsbuchung, sondern vielmehr Teil des neuen Arbeitsalltags. Um auf die Revolution im Reise-, Arbeits- und Wohnungssektor zu reagieren, wollte der CEO auf Twitter wissen, was sich seine Follower für das Unternehmen wünschen würden, “wenn Airbnb im Jahr 2022 etwas auf den Markt bringen könnte”.

Von insgesamt 4.000 Antworten war der Top-Vorschlag, Zahlungen mit Kryptowährungen in die Plattform zu integrieren. Im selben Zug stellte der Airbnb-Gründer klar, dass mit Kryptowährungen eine Vielzahl von Token-Ideen gemeint sei. Stehen also gleich mehrere verschiedene Kryptowährungen im Raum?

Ganz fremd ist dieser Gedanke bei dem Unternehmen nicht. Schon vor dem Börsengang ließ Airbnb einen kleinen Blick in die eventuelle Zukunft zu. In dem IPO-Antrag bei der Securities and Exchange Commission (SEC) heißt es nämlich, dass der zukünftige Erfolg der Plattform unter anderem von der Fähigkeit abhängen werde, sich an neue Technologien wie “Tokenisierung, Kryptowährungen, neue Authentifizierungstechnologien wie Biometrie, verteilte Ledger- und Blockchain-Technologien, künstliche Intelligenz, virtuelle und erweiterte Realität und Cloud-Technologien anzupassen”.

Vor diesem Hintergrund scheint es unpassend, die Krypto-Integration bei Airbnb als einen Twitter-Gag abzustempeln. Vielmehr hatte das Unternehmen dezentrale Technologien schon seit längerer Zeit im Visier. Auch gegenüber The Verge verriet Chesky, dass das Unternehmen definitiv das Thema untersuche. “Wie die Revolution im Reiseverkehr findet auch in der Kryptowirtschaft eine Revolution statt”, sagte der CEO.

Bezahlungen bei Airbnb

Gegenüber BTC-ECHO erklärte Airbnb, dass das Unternehmen “eine Reihe von Aktualisierungen” für den Service prüfe. “Airbnb Payments ist ein einzigartiger Vorteil für Airbnb, der für das Vertrauen unserer Gäste und Gastgeber in unser Unternehmen und unser Wachstum von grundlegender Bedeutung ist, und wir haben seit 2013 Zahlungen in Höhe von 336 Milliarden US-Dollar abgewickelt”, so die Plattform. Airbnb verfügt über ein maßgeschneidertes, integriertes Zahlungssystem, das Zahlungen zwischen Hosts und Gästen in über 40 Währungen ermöglicht. Das auf Airbnb zugeschnittene Zahlungssystem und die damit einhergehende Flexibilität machen zukünftige Updates sowie die Entwicklung neuer Prozesse recht einfach. Vor dem Hintergrund, dass aktuell etwa 93 Prozent der Airbnb-Hosts in ihrer Landeswährung bezahlt werden, scheint die Integration
von Kryptowährungen auf der Hand zu liegen.

Als Token, die über Ländergrenzen hinweg verschickt werden können, würden Kryptobezahlungen die Konvertierung einzelner Währungen bei internationalen Buchungen obsolet machen. Auf die Frage, ob es sich bei den geplanten “Aktualisierungen” nun wirklich um die Integration von Möglichkeiten für Zahlungen mit Kryptowährungen handelt, gab Airbnb keine Informationen preis und lehnte eine weitere Stellungnahme zu dem Thema ab.

Insgesamt scheint sich Airbnb intensiv mit dem Thema rund um Kryptowährungen zu beschäftigen. Was wir genau von dem Unternehmen erwarten können, lässt sich derzeit nur erahnen. Eine Sache ist jedoch sicher: Chesky ist sich der Wichtigkeit in Sachen Krypto bewusst. Bis ins Metaverse scheint sein Interesse jedoch (noch) nicht zu reichen.

Airbnb im Metaverse?

Die Berichte über Menschen, die abertausende US-Dollar für virtuelle Grundstücke, Villen oder Luxusjachten in Decentraland, Axie Infinity oder anderen Metaverse-Plattformen ausgeben, häufen sich. Auch Reisebeschränkungen, die bestimmte Länder und Regionen wegen der Corona-Pandemie verhängt hatten, tragen da sicher ihren Teil bei. Eigentlich ideale Voraussetzungen für einen Vorstoß von Airbnb ins Metaverse, könnte man meinen.

Der CEO hält sich dabei mit seiner Begeisterung jedoch zurück, so scheint es. In einem Interview mit Rafat Ali, Gründer und CEO von Skift, erklärte Chesky, dass die digitale Revolution ein großes Risiko berge. “Wir leben in einer der einsamsten Zeiten der Menschheitsgeschichte“, sagte der Airbnb-Chef.

Wenn man jedoch physische Gemeinschaften nimmt und diese “atomisiert”, also digitalisiert, würden sie viel von ihrer “Nahrhaftigkeit” einbüßen, so Chesky. Nach VR-Enthusiasmus klingt das nicht. Der Airbnb-Chef hat darüber hinaus auch zu Mark Zuckerbergs Vision des Metaverse eine Meinung. Demnach glaube er zwar, dass das Internet definitiv “immersiver” werden würde, jedoch stellt er es infrage, ob es unser echtes Leben ersetzen kann oder lediglich das zweidimensionale Netz.

Die Grundidee Airbnbs geht auf die menschliche Gemeinschaft in der physischen Welt zurück. “Diese Vorstellung von menschlicher Verbundenheit und das Risiko, dass die Welt isoliert, einsam und geteilt ist – wenn Airbnb eine Daseinsberechtigung hat (…), dann ist es die Fähigkeit, Menschen aus allen Kulturen der Welt in der physischen Welt zusammenzubringen”, erklärte Chesky in decoder. “Das wird immer relevant sein, solange Menschen in dieser Welt relevant sind.”

Disclaimer

Der Beitrag wurde redaktionell überarbeitet und ist zuerst in der Februar-Ausgabe des BTC-ECHO Magazins erschienen.

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