Bei kurzfristigen Kurseinbrüchen kam es bei bisherigen Krypto-Krediten immer wieder zu entsprechenden Liquidierungen. Dem möchte Binance mit dem neuen “Lite Loan” Produkt nun entgegenwirken.
Bitcoin hinterlegen, ohne die Marktposition aufzugeben
Verifizierte Nutzer sollen bis zu 1.000 USDT als Kredit aufnehmen und dafür Bitcoin als Sicherheit hinterlegen können. Die ausgezahlten USDT lassen sich anschließend für Zahlungen über Binance Pay verwenden und müssen nach Ablauf der Frist wieder zurückgezahlt werden. Mit der niedrigen Obergrenze möchte Binance bewusst kleinere, nicht institutionelle Marktteilnehmer ansprechen, die kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse haben.
Anders als bei klassischen Banken fallen für den Kredit keine Zinsen an. Die Krypto-Börse verlangt stattdessen eine Servicegebühr von zunächst 0,5 Prozent während der Einführungsaktion. Ab dem 3. September steigt sie dann auf ein Prozent für die Laufzeit von 30 Tagen. Würde man das auf ein Jahr hochrechnen, wäre das eine Zinsbelastung von 12,2 Prozent.
Der Schutz endet nach 30 Tagen
Richtig teuer wird es allerdings, wenn der Kredit nicht innerhalb der regulären Laufzeit zurückgezahlt wird. Dann beginnt zunächst eine 30-tägige Überfälligkeitsphase. In dieser Zeit verlangt Binance einen annualisierten Strafzins in Höhe von 36 Prozent. Auf 30 Tage runtergerechnet entspricht das knapp drei Prozent der offenen Kreditsumme. Zudem kehrt das Liquidationsrisiko zurück.
Nähert sich die Sicherheit durch einen Kursverlust auf 91 Prozent an die Kreditschuld an, verkauft Binance die Sicherheit automatisch, um eigene Verluste zu vermeiden. Bereits bei einem LTV-Schwellenwert von 85 Prozent wird eine Warnung an den Kreditnehmer geschickt, dass bald eine Liquidierung der Position droht und zusätzliche Sicherheiten hinterlegt werden sollen. Wenn die Schulden nach der 30-tägigen Überfälligkeitsphase immer noch nicht beglichen wurden, verkauft Binance die hinterlegten Bitcoin, um davon die offenen Schulden zu tilgen.
