Nach Wochen der Unklarheit: Cointed-CEO Wolfgang Thaler meldet sich zu Wort

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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In den letzten Wochen hatte es einige Gerüchte zur Lage beim österreichischen Bitcoin-Unternehmen Cointed gegeben. Sogar ein vollständiger Bankrott der Cointed GmbH stand im Raum. Jetzt meldet sich der CEO Wolfgang Thaler in einer Videobotschaft an seine Kunden zu Wort.

Seit dem letzten Monat befand sich Cointed, in Deutschland hauptsächlich bekannt durch das Geschäft mit Bitcoin-ATMs, in einer schweren Krise. Die ATMs wurden vom Server genommen, die Exchange pausierte und Gerüchte griffen um sich. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Stellungnahme, der Support und das Sekretariat des Unternehmens blieben unbesetzt und die Kunden tappten zunächst im Ungewissen. Lediglich ein Facebook-Post vom 18. Juni ließ die Kunden wissen, dass es offenbar einen Hackerangriff auf die Cointed GmbH gegeben hat.

CEO Wolfgang Thaler erklärt sich


Jetzt meldet sich Wolfgang Thaler, der CEO der Cointed GmbH, endlich zu Wort, und erhebt schwere Vorwürfe gegen seine beiden Partner. Diese hätten ihn „im Stich gelassen“, weshalb er erst jetzt dazu komme, die Kunden über die Vorgänge im Unternehmen aufzuklären. Thaler meldet sich per Video aus China, wo er nach eigenen Angaben mit Investoren verhandelt, um die Zukunft der Cointed GmbH zu retten.

Thaler geht es vor allem darum, mit den Gerüchten der letzten Tage aufzuräumen und seine Sicht der Dinge zu schildern. So stellt er klar, nichts mit den Geschäftsmethoden von Optioment zu tun zu haben. Wie BTC-ECHO berichtete, wurden die Räumlichkeiten von Cointed in Kufstein im Zuge der Ermittlungen untersucht. Thaler beklagt, dass dabei eine große Menge an Daten beschlagnahmt wurden. Ebenfalls mussten die ATMs von Cointed für eine ganze Woche vom Server gewonnen werden, was einen finanziellen Ausfall nach sich zog.

Angriff auf Cointed kostet die Firma einen sechsstelligen Betrag

Weitaus schlimmer wog jedoch der hohe sechsstellige Betrag, der laut Thaler im Zuge eines Betrugsfalls entwendet wurde. Um die Sicherheitslücke zu schließen, habe man die Exchange vom Markt nehmen müssen und alle Transaktionen einzeln überprüft. Aktuell sei man jedoch bereits so weit, rechtliche Schritte gegen die Betrüger einzuleiten.

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Nichtsdestotrotz haben die Vorkommnisse das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geführt. Daher seien die Kufsteiner Büros, die ohnehin nur wenige Mitarbeiter beheimaten, aus Kostengründen geschlossen worden. Auch für die Mitarbeiter des Wiener Büros hatte Thaler das Arbeiten im Home Office empfohlen – er fürchtet tätliche Angriffe wütender Kunden. Dass derzeit niemand zugegen ist, habe also nichts damit zu tun, dass man sich der Verantwortung entziehen wolle.

Was hat Thaler jetzt vor?

Das vorrangige Ziel sollte es jetzt sein, das Unternehmen am Leben zu erhalten. Dazu habe man bereits alle ATMs des Produzenten General Bytes verkauft, auch ein Verkauf der Exchange soll bald folgen. So möchte man zumindest den Kunden das verloren gegangene Geld zurückerstatten. Der ICO hingegen werde weiterhin forciert, Ankündigungen dazu sollen in Kürze folgen.

Eine Drohung schickt Thaler hingegen an seinen Partner Daniil Orlov, den COO der Cointed GmbH. Wenn dieser nicht, wie angeordnet, einen Lagebericht zur Situation des Minings anfertige, habe das schwerwiegende Konsequenzen. Das Mining ist nach dem Verkauf der ATMs und dem angekündigten Verkauf der Exchange das letzte Standbein der Cointed GmbH.

Marketing-Chef Sperl zeigt sich dennoch optimistisch

Der Head of Marketing, Albert Sperl, zeigt sich erleichtert darüber, dass nun Klarheit herrscht. Auf Anfrage von BTC-ECHO äußerte er:

„Ich bin froh, dass sich endlich jemand von der Geschäftsleitung öffentlich zu den Anschuldigungen geäußert hat. Ich weiß, dass der Druck, der auf Wolfgang (Thalers) Schultern lastet, enorm sein muss. Ich hoffe, dass ihm alles gelingt, was er sich vorgenommen hat. Er kann in diesen schwierigen Zeiten auf die vollste Unterstützung von mir und meinem Team bauen.“

Das Team gibt sich also trotz aller Widrigkeiten nicht geschlagen. Cointed wird sich für die Zukunft neu aufstellen müssen. Die wichtige Information für die Kunden ist jedoch: Man setzt alles daran, dass es weitergeht.

BTC-ECHO

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