Mt. Gox: „Bitcoin-Marktcrash nicht unsere Schuld“

Roman Maas

von Roman Maas

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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Quelle: a man hanging his head in front of a crashing bitcoin stock chart via Shutterstock

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Die abgewickelte Krypto-Exchange Mt. Gox bestreitet, eine Mitschuld am Kursfall der Kryptowährungen zu tragen. Mt. Gox hatte im vergangenen Winter Bitcoin und Bitcoin Cash im Wert von über 400 Millionen US-Dollar verkauft. Parallel dazu fiel der Bitcoin-Kurs in mehreren Schüben.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Der Insolvenzverwalter von Mt. Gox, Nobuaki Kobayashi, hat eine Erklärung abgegeben, in der er sich zu den Vorwürfen bezüglich des millionenschweren Bitcoin-Verkaufs äußert. In dem Q&A-Dokument gibt er an, von Dezember 2017 bis Februar 2018 Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCC/BCH) verkauft zu haben. Auf die Frage, wie er den Zeitpunkt wählte, antwortet Kobayashi:

“Da der Marktpreis von BTC und BCC [BCH] signifikanten Schwankungen unterliegt, ist es schwierig vorherzusehen, ob der Marktpreis zu einem bestimmten Zeitpunkt steigen oder fallen wird. Das exakte Timing habe ich nach Rücksprache mit dem Gericht bestimmt.”

Genaue Transaktionszeiträume nicht bekannt


Wie, wo und wann die Transaktionen stattgefunden haben, verrät er nicht. Die Begründung dafür ist, dass man potenzielle zukünftige Verkäufe sonst gefährden könnten. Auf die Frage ob der Verkauf den Marktpreis beeinflusst hat, antwortet Kobayashi:

“Ich habe BTC und BCC [BCH] nicht auf normalem Weg über die Exchange verkauft, sondern auf eine Weise, die es vermieden hat, den Marktpreis zu beeinflussen und gleichzeitig die Sicherheit der Transaktion so gut wie möglich gewährleistet hat. Das Gericht hat die Verkaufsmethode genehmigt. Deshalb glaube ich nicht, dass unser Verkauf von BTC und BCC [BCH] die Marktpreise beeinflusst hat. Bitte beachten Sie, dass die Transfers von Adressen, die ich verwalte, nicht unbedingt bedeuten, dass ich die Bitcoin zu diesen Zeitpunkten auch verkauft habe. Sehen Sie bitte davon ab, die Korrelationen […] zwischen unserem Verkauf und den Marktpreisen basierend auf der Annahme zu analysieren, die Verkäufe hätten an dem Zeitpunkt stattgefunden, an dem BTC und BCC [BCH] von den von mir verwalteten Adressen versendet wurden. So eine Annahme ist falsch.”

Die öffentlichen Bewegungen auf den Mt.-Gox-Konten sollen also nicht die eigentlichen Transaktionen gewesen sein. Da sie die Methode nicht bekannt geben, gehen nun viele von einem Handel auf einem Dark Pool aus.

Analysen geben kein klares Ergebnis

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Eine Analyse von Cointelegraph ergab, dass die Verkäufe (wenn Sie denn zu den fraglichen Zeitpunkten stattgefunden haben sollten) zumindest kurzfristig gesehen wenig ausschlaggebend für den Gesamttrend waren. Der Tagesabschluss des Bitcoin-Kurses war nach den fünf Verkäufen lediglich einmal im Minus. Es sei möglich, dass die Verkäufe den Kurs kurzweilig ins Rutschen brachten, Investoren ihn aber sofort wieder nach oben steigen ließen. Trotzdem seien die Mengen, die Kobayashi derzeit veräußert, geeignet, um eine Panik auf dem Markt auszulösen. Andere Analysen kamen zu dem Schluss, dass Mt. Gox zu großer Wahrscheinlichkeit eine gewisse Mitschuld an dem Kursverfall trage.

Mt. Gox war eine der führenden Bitcoin-Exchanges, bis sie 2014 zum Opfer eines Hacks wurde. Circa 850.000 Bitcoin wurden dabei gestohlen. Das Unternehmen musste daraufhin Insolvenz anmelden. Nachdem vor zwei Wochen bekannt wurde, dass Mt. Gox 35.841 Bitcoin und 34.008 Bitcoin Cash verkauft hat, um für seine Gläubiger liquide zu werden, gab es Kritik. Die Verkäufe fanden im gleichen Zeitraum statt, in dem der Bitcoin und andere Kryptowährungen stark an Wert verloren hatten. Viele warfen der Börse vor, zu einem schlechten Zeitpunkt und zu einem zu niedrigen Preis veräußert zu haben und den Abwärtstrend mitzuverantworten.

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