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Moldawien: Blockchain gegen Menschenhandel

Quelle: Child little girl hand holding steel mesh in vintage color tone via shutterstock

Moldawien: Blockchain gegen Menschenhandel

Moldawien kämpft aktuell mit Armut, Arbeitslosigkeit und Menschenhandel. Eine Blockchain-Lösung soll in Zusammenarbeit mit ConsenSys bei letzterem Punkt Abhilfe schaffen.

Die Republik Moldau, besser bekannt unter dem Namen Moldawien, ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt an die Ukraine und Rumänien und beheimatet mit knapp 3,5 Millionen Einwohnern ungefähr so viele Menschen wie die deutsche Hauptstadt. Infrastrukturell sieht es in Moldawien jedoch weitaus schlechter aus als in Berlin. Aufgrund einer hohen Armutsrate in Kombination mit einer hohen Arbeitslosenquote hat das Land mit Menschenhandel zu kämpfen.

Wie Reuters in Rückgriff auf Zahlen der Vereinten Nationen berichtet, hat das Land sogar eine der höchsten Quoten im Menschenhandel in Europa. Hier absolut verlässliche Zahlen zu finden, ist schwer – letztlich handelt es sich um eine Angelegenheit, die nicht an die Oberfläche gelangen soll. Und so wird das Problem letztlich auch ermöglicht: Dadurch, dass viele Kinder nach ihrer Geburt erst gar nicht bei Behörden registriert werden, ist es für Menschenhändler umso leichter, sie mit gefälschten Dokumenten über die Grenze zu bringen, um sie dort zu verkaufen.

Moldawien plant nun, dieses Problem in Zusammenarbeit mit Consensys mit einer Blockchain-Lösung anzugehen. Dahingehend arbeitet die Regierung nun an einem Projekt, das Identitätsdaten auf der Blockchain festhalten soll. Der Technologie entsprechend wären diese Daten dann transparent, für immer festgehalten und vor allem: unveränderbar.

Denn ein weiteres schwerwiegendes Problem, das eng mit dem Menschenhandel zusammenhängt, ist Korruption. Mit einem durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet 120 Euro nehmen viele Beamte jede denkbare Finanzspritze dankend entgegen. Die Möglichkeit, Beamte zu bestechen, macht es also umso leichter, Menschen mit gefälschten Identitätsdaten über Grenzen hinweg zu befördern. Mithilfe einer Blockchain-Lösung würde diese Korrumpierbarkeit des Systems um ein Weiteres erschwert werden.

Symptombekämpfung statt Problemlösung

Eine Blockchain-Lösung soll letztlich dafür sorgen, dass zumindest die Echtheit der Identität von Menschen überprüft und festgehalten werden kann. Vorstellbar sei eine Kontrolle anhand eines Scans der Iris oder von Fingerabdrücken. Eine Alarmierung der Eltern solle dann sicherstellen, dass Kinder nicht ohne das Wissen der Erziehungsberechtigten über die Grenze kommen. Damit könne man, so die Hoffnung, Menschenhändler leichter ausfindig machen und darüber hinaus vor Gericht zur Verantwortung ziehen.

Der Ansatz ist gut, die Ausführung lässt jedoch noch auf sich warten. Weder ist bisher bekannt, wie man die nötigen Daten sammeln will, noch wie genau und wo man sie später speichert. Auch handelt es sich bei der Herangehensweise um Symptombekämpfung – an der hohen Arbeitslosigkeit und dem wirtschaftlich desolaten Zustand des Landes ändert der Ansatz nichts.

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