MasterCard bekommt Patent: Bald Bitcoinzahlungen per Karte?

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MasterCard bekommt Patent: Bald Bitcoinzahlungen per Karte?

MasterCard stellte im Jahr 2016 einen Antrag auf ein Zahlungssystem, welches Blockchain- und Fiatzahlungen miteinander verbinden soll. Dieses Patent wurde nun genehmigt.

Wie man einem Patentantrag entnehmen kann, plant MasterCard offenbar, sich als Zahlungsdienstleister für Kryptowährungen zu etablieren. Laut ihrem Antrag wollen sie ein System etablieren, um „blockchainbasierte Assets“ mit „Fiatwährungsaccounts“ zu verbinden. Damit wollen sie eine Möglichkeit erschaffen, um „Teile von Blockchain-Währungen“ in einem „ersten zentralen Account“ und eine gewisse Anzahl an Fiat in einem „zweiten zentralen Account“ zu speichern.

Konkret will MasterCard also ein System aufbauen, um Kryptozahlungen in ihr bestehendes Zahlungssystem zu integrieren:

Wie man der Grafik entnehmen kann, sieht das System einen Schritt vor, der sich „Encode Network Identifier“ nennt. Damit erhofft sich der Zahlungsdienstleister offenbar, bei Transaktionen nachträglich festzustellen, wer die Personen hinter der jeweiligen Transaktion sind. Der Antrag wurde bereits im November 2016 veröffentlicht, am 17.07.2018 gab man ihm letztlich statt.

MasterCard, Bitcoin & Blockchain: Es ist kompliziert

MasterCard nähert sich der Blockchain-Technologie von allen Seiten. In einem weiteren Patent veröffentlichte das Unternehmen Pläne, mithilfe der Blockchain den Schutz von Kundendaten zu verbessern. Im November letzten Jahres kündigte das weltweit zweitgrößte Kreditkartenunternehmen das Vorhaben an, die Blockchain als Instrument zur Verbesserung von Zahlungsabwicklungen zu verwenden.

Offenbar erkannte das Unternehmen dann doch das Potential der Blockchain-Technologie und von Kryptowährungen. Dementgegen äußerte man in einem offenen Brief an die britische Regierung aus dem Jahr 2015 noch erhebliche Zweifel an Bitcoin:

„Wir zweifeln daran, dass das Bitcoin-Netzwerk im Vergleich zum MasterCard Netzwerk schneller und sicherer sein soll. Nicht zuletzt, weil die Verifizierung für einen Block im Bitcoin-Netzwerk durchschnittlich rund zehn Minuten dauert und weil die digitale Währung viel anfälliger ist für Hackerangriffe.“

Ein weiterer Kritikpunkt aus dem damaligen offenen Brief (der übrigens fast zeitgleich mit dem ersten Patententwurf erschien): Bitcoin lässt an der Blockchain-Schnittstelle keine Zwischenhändler zu – das mache die Technologie riskanter als angenommen. Mit dem jetzigen Vorstoß gelingt MasterCard nun offenbar, die eigenen Zweifel zu beheben – und einen Fuß in die Türe zwischen Blockchain, Bitcoin und Fiatwährungen zu setzen. Fraglich bleibt, ob Unternehmen aus der Blockchain-Branche wie TenX oder Bitwala nachziehen werden.

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