Lohnt es sich noch in Kryptowährungen zu investieren?

Quelle: © chas53 - Fotolia.com

Lohnt es sich noch in Kryptowährungen zu investieren?

Von verschiedenen Seiten wird die Frage gestellt, ob man noch in Kryptowährungen oder digitalen Währungen investieren soll. Der Versuch einer Antwort.

Hätte ich mal 2011 sofort investiert! Aber jetzt lohnt sich das ja nicht mehr.” “Ich habe leider nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt und jetzt habe ich Angst, dass ich Geld verliere.” “Ich habe zu wenig Geld um aus den Kryptowährungen wirklich zu gewinnen.” Diese und ähnliche Kommentare hören oder lesen wir täglich.

Und die Bedenken sind nachvollziehbar. Als Anno 2013 Bitcoin noch 26 Euro wert war, war es meine eigene Trägheit, Gier und Angst, dass ich nicht in Bitcoin investierte. Die Enttäuschung “den Zug verpasst zu haben”, dieses Gefühl, die Gelegenheit, Millionär hätte werden zu können, war dann auch der Grund, warum es bis zu einem zweiten Versuch mit Bitcoin etwas dauerte. Ich hatte die Technologie zwar weiter verfolgt, war aber erstmal desillusioniert.

Wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, gibt es bezüglich der Kurse mehr als eine Reprise. Das Kursmaximum Anno 2014 ist in diesem Sinn ein Menetekel und wird gerne als Zeichen für einen kommenden, dramatischen Kurssturz interpretiert. Und so existieren wieder viele, die sich Sorgen machen, den richtigen Moment verpasst zu haben.

Ob der Kurs weiter nach oben geht kann ich natürlich nicht sagen. Um ehrlich zu sein erwarte ich jeden morgen beim Blick auf die Charts einen tiefen Kursfall. Wäre der auf lange Sicht jedoch so schlimm?

Um die Frage zu beantworten sei ein Gedankenexperiment vorgestellt: Sagen wir, jemand hätte ab einem bestimmten Zeitpunkt ungeachtet des Kurses monatlich 10 Euro in Bitcoin investiert.

Natürlich lässt sich auch hier das Spiel “Hätte ich doch 2011 investiert” spielen, denn die Gewinne, die man erzielt hätte, wären die folgenden gewesen:

Beginn des AnlegensGewinn gegenüber einfachen “zur Seite legen” in %
09/201110.589 %
09/20122.562 %
09/2013472%
09/2014456 %
09/2015302 %
09/2016119 %

Diese Rechnung möchte eines aufzeigen: Ja, sicherlich wäre der Gewinn, “hätte man doch im Jahr 2011 begonnen monatlich 10 Euro zu investieren” gewaltig gewesen: Durch ein einfaches, kontinuierliches Investment, das nicht wirklich weh tut, hätte man nun fast 73.000 Euro zur Seite geschafft – im Sparstrumpf wären es nur 680 Euro gewesen.

Buch-Tipp: Investieren in Kryptowährungen: Dein Weg zum erfolgreichen Blockchain-Investment (Amazon Link)

Doch ich möchte den Blick eher auf die jüngste Zeit lenken: selbst wenn man erst spät eingestiegen wäre, hätte man seit September das Geld immer noch mehr als verdoppelt: statt 80 Euro hätte man nun 175 Euro.

Sicher, die Rechnung ist der sehr positiven Entwicklung der jüngsten Zeit geschuldet. Eine Sorge potentieller Investoren ist, dass der Kurs, nachdem man Geld hinein gesteckt hat, dramatisch fällt – dass 2014 noch einmal geschieht.

Gewinn trotz Kursverfall

Natürlich ist eine solche Möglichkeit leider nicht auszuschließen. Betrachten wir deshalb den Fall, dass jemand Anfang 2014, sozusagen nahe der Spitze investiert hat. Für ihn hätte sich sein Gewinn wie folgt entwickelt:

Datum der Umwandlung in FiatGewinn gegenüber einfachen “zur Seite legen” in %
01/20140 %
01/2015-32 %
01/201624 %
01/2017176 %

Der unglückliche Anleger hätte selbst bei diesem Crash als erstes einen Verlust gemacht. Im Vergleich zur klassischen Methode “Geld zur Seite legen” hätte im Jahr 2015 nun 32% weniger. Er hätte also jetzt 88 Euro statt 130 Euro. Doch schon ein Jahr später hätte der Anleger mit dieser konservativen Methode Gewinn gemacht.

Altcoins als große Chance

In diesen Rechnungen wurde nur Bitcoin betrachtet – die Welt der Kryptomärkte ist jedoch deutlich größer. Wenn die letzten Monate etwas gelehrt haben, dann dass auch Krypto-Assets, die unter “ferner liefen” stehen, überraschend an Wert gewinnen können und man auch so, trotz eines Verpassens eines Bitcoin- oder Ethereum-Anstiegs, es sich durchaus lohnt, den Altcoin-Markt zu verfolgen.

Mit diesem Artikel seien jene angesprochen, die denken, dass der Zug schon längst abgefahren sei oder sie es sich nicht leisten könnten, Gewinn zu machen. Ich hoffe, ich konnte drei Dinge klar machen:

  1. Erstens muss das Investment nicht groß sein, um sich langfristig auszuzahlen.
  2. Zweitens lohnt sich das Investment auch unabhängig von einem eventuell verpassten Zug. Gerade wenn man besonnen investiert – deshalb auch die Betrachtung von zehn Euro im Monat – kann das Geld auch längerfristig in Bitcoin gebunden sein.
  3. Schließlich ist der Markt größer als Bitcoin, Ethereum und Ripple. Es lohnt sich, hier die Augen aufzuhalten.

Wir werden natürlich auch weiter über Währungen, die interessant sind, berichten, um den Lesern eine Investment-Auswahl zu erleichtern.

BTC-ECHO

JETZT NEU: DER BTC-NAVIGATOR

Das deutschsprachige Blockchain-Ökosystem an einem Platz vereint:

HANDELSPLÄTZEJOBSEVENTSUNTERNEHMENPRODUKTEAKZEPTANZSTELLENWEBSEITEN

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Reddit AMA zu Ethereum 2.0: Unmut über hohe Staking-Barrieren
Reddit AMA zu Ethereum 2.0: Unmut über hohe Staking-Barrieren
Ethereum

Vitalik Buterin, Cral Beekhuizen und Justin Drake, ihres Zeichens Entwickler und Forscher zu Ethereum 2.0, stellen sich in einem so genannten AMA den Fragen der Community. Der ging es vor allem um ungeklärte Fragen technischer Art und natürlich um Verdienstmöglichkeiten mittels Coin Staking im Zuge von Proof of Stake.

Der BTC-NAVIGATOR ist online: Bitcoin- & Blockchain-Jobs, Events, Börsen, Produkte, Webseiten uvm.
Der BTC-NAVIGATOR ist online: Bitcoin- & Blockchain-Jobs, Events, Börsen, Produkte, Webseiten uvm.
Blockchain

Das BTC-ECHO-Team präsentiert den BTC-NAVIGATOR. Unser Kompass durch die Blockchain-Welt vereint das gesamte deutschsprachige Ökosystem an einem Ort. Jetzt in der Beta-Phase testen!

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Der Ritterschlag für Bitcoin und Libra: Die US-Politik bekommt es mit der Angst zu tun
Der Ritterschlag für Bitcoin und Libra: Die US-Politik bekommt es mit der Angst zu tun
Kommentar

In dieser Woche stand der Krypto-Markt ganz unter amerikanischer Flagge. Donald Trump tweetete sein Unbehagen über Bitcoin und Libra. Kurzerhand zog auch das US-Finanzministerium nach und bezeichnete Bitcoin als Gefahr für die nationale Sicherheit. Wenn auch weniger über Bitcoin, so doch über Facebooks Libra, verlor auch der US-Senat in einer Anhörung kein gutes Haar. Kurzum: Dank Zuckerberg schaffen es Kryptowährungen nun ganz nach oben auf die politische Agenda. Über die Vor- und Nachteile, wenn man ins Visier der größten Volkswirtschaft der Welt rückt.

Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Blockchain

Das Start-up EDNA will mithilfe der Blockchain-Technologie mehr Menschen Zugang zum weltweiten Markt für DNA verschaffen. Gemeinsam mit dem Singapurer Finanzdienstleister WORBLI entwickelt das Unternehmen eine App, welche menschliches Erbgut sicher auf EOSIO-Blockchains registrieren und Nutzern gleichzeitig über Smart Contracts eine faire Aufwandsentschädigung zukommen lassen soll. Im Zuge intensiver Genforschung boomt der Handel mit menschlichen Genen derzeit. Für ihr Erbgut erhalten DNA-Spender jedoch oft nur einen Bruchteil des Marktwertes.

Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin

Kraken veröffentlicht seine Marktanalyse für den Monat Juni. Demnach erreicht die Bitcoin-Volatilität wieder neue Höhen. Im selben Zug sei ein Fortsetzen des Kurstrends, der seit April dieses Jahres besteht, zu beobachten.

Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Sicherheit

Die gehackte Bitcoin-Börse BITPoints verspricht, ihre Kunden zu entschädigen. Das Ungewöhnliche daran: Die geprellten Kunden werden in Kryptowährungen ausgezahlt. Was ist von einer solchen Geschäftspraxis zu halten?

Angesagt

Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Regulierung

Bitcoin Suisse hat eine Schweizer Banklizenz und eine Effektenhändlerlizenz bei der Schweizer Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beantragt. Damit will das Unternehmen ihr Produktporfolio weiter ausbauen.

Phēnix X1: Prototyp für Blockchain-Smartphone angekündigt
Mining

Mit Phēnix X1 gibt es offenbar einen ersten Prototypen für ein mining-fähiges Smartphone. Mit dem geplanten Modell soll es möglich sein, Kryptowährung zu schürfen. Außerdem wartet das Blockchain-Smartphone mit einer eigenen Krypto-Wallet auf.

Japan entwickelt offenbar „Swift“ für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Regierung Japans plant laut Medienberichten, ein SWIFT-ähnliches Netzwerk für den Zahlungsverkehr mit Bitcoin, Ripple, Ethereum und Konsorten zu entwickeln. Das Zahlungsnetzwerk soll unter anderem dazu dienen, Geldwäsche durch Kryptowährungen zu vermeiden.

„Bitcoin ist eine nicht aufzuhaltende Macht“ – Kongressdebatte stimmt bullish
Politik

Der Finanzausschuss des US-Kongresses tagte am gestrigen Mittwoch, dem 17. Juli, beinahe sechs Stunden. Auf der Tagesordnung standen Bitcoin, Libra & Co. Eines steht fest: Bitcoin ist auf der politischen Agenda angekommen.

Du bist Anfänger und möchtest einfach in Bitcoin & Krypto investieren? Wir empfehlen eToro!

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: