Lohnt es sich noch in Kryptowährungen zu investieren?

Lohnt es sich noch in Kryptowährungen zu investieren?
Kryptokompass

Von verschiedenen Seiten wird die Frage gestellt, ob man noch in Kryptowährungen oder digitalen Währungen investieren soll. Der Versuch einer Antwort.

Hätte ich mal 2011 sofort investiert! Aber jetzt lohnt sich das ja nicht mehr.” “Ich habe leider nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt und jetzt habe ich Angst, dass ich Geld verliere.” “Ich habe zu wenig Geld um aus den Kryptowährungen wirklich zu gewinnen.” Diese und ähnliche Kommentare hören oder lesen wir täglich.

Und die Bedenken sind nachvollziehbar. Als Anno 2013 Bitcoin noch 26 Euro wert war, war es meine eigene Trägheit, Gier und Angst, dass ich nicht in Bitcoin investierte. Die Enttäuschung “den Zug verpasst zu haben”, dieses Gefühl, die Gelegenheit, Millionär hätte werden zu können, war dann auch der Grund, warum es bis zu einem zweiten Versuch mit Bitcoin etwas dauerte. Ich hatte die Technologie zwar weiter verfolgt, war aber erstmal desillusioniert.

Wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, gibt es bezüglich der Kurse mehr als eine Reprise. Das Kursmaximum Anno 2014 ist in diesem Sinn ein Menetekel und wird gerne als Zeichen für einen kommenden, dramatischen Kurssturz interpretiert. Und so existieren wieder viele, die sich Sorgen machen, den richtigen Moment verpasst zu haben.

Ob der Kurs weiter nach oben geht kann ich natürlich nicht sagen. Um ehrlich zu sein erwarte ich jeden morgen beim Blick auf die Charts einen tiefen Kursfall. Wäre der auf lange Sicht jedoch so schlimm?

Um die Frage zu beantworten sei ein Gedankenexperiment vorgestellt: Sagen wir, jemand hätte ab einem bestimmten Zeitpunkt ungeachtet des Kurses monatlich 10 Euro in Bitcoin investiert.

Natürlich lässt sich auch hier das Spiel “Hätte ich doch 2011 investiert” spielen, denn die Gewinne, die man erzielt hätte, wären die folgenden gewesen:

Beginn des AnlegensGewinn gegenüber einfachen “zur Seite legen” in %
09/201110.589 %
09/20122.562 %
09/2013472%
09/2014456 %
09/2015302 %
09/2016119 %

Diese Rechnung möchte eines aufzeigen: Ja, sicherlich wäre der Gewinn, “hätte man doch im Jahr 2011 begonnen monatlich 10 Euro zu investieren” gewaltig gewesen: Durch ein einfaches, kontinuierliches Investment, das nicht wirklich weh tut, hätte man nun fast 73.000 Euro zur Seite geschafft – im Sparstrumpf wären es nur 680 Euro gewesen.

Buch-Tipp: Investieren in Kryptowährungen: Dein Weg zum erfolgreichen Blockchain-Investment (Amazon Link)

Doch ich möchte den Blick eher auf die jüngste Zeit lenken: selbst wenn man erst spät eingestiegen wäre, hätte man seit September das Geld immer noch mehr als verdoppelt: statt 80 Euro hätte man nun 175 Euro.

Sicher, die Rechnung ist der sehr positiven Entwicklung der jüngsten Zeit geschuldet. Eine Sorge potentieller Investoren ist, dass der Kurs, nachdem man Geld hinein gesteckt hat, dramatisch fällt – dass 2014 noch einmal geschieht.

Gewinn trotz Kursverfall

Natürlich ist eine solche Möglichkeit leider nicht auszuschließen. Betrachten wir deshalb den Fall, dass jemand Anfang 2014, sozusagen nahe der Spitze investiert hat. Für ihn hätte sich sein Gewinn wie folgt entwickelt:

Datum der Umwandlung in FiatGewinn gegenüber einfachen “zur Seite legen” in %
01/20140 %
01/2015-32 %
01/201624 %
01/2017176 %

Der unglückliche Anleger hätte selbst bei diesem Crash als erstes einen Verlust gemacht. Im Vergleich zur klassischen Methode “Geld zur Seite legen” hätte im Jahr 2015 nun 32% weniger. Er hätte also jetzt 88 Euro statt 130 Euro. Doch schon ein Jahr später hätte der Anleger mit dieser konservativen Methode Gewinn gemacht.

Altcoins als große Chance

In diesen Rechnungen wurde nur Bitcoin betrachtet – die Welt der Kryptomärkte ist jedoch deutlich größer. Wenn die letzten Monate etwas gelehrt haben, dann dass auch Krypto-Assets, die unter “ferner liefen” stehen, überraschend an Wert gewinnen können und man auch so, trotz eines Verpassens eines Bitcoin- oder Ethereum-Anstiegs, es sich durchaus lohnt, den Altcoin-Markt zu verfolgen.

Mit diesem Artikel seien jene angesprochen, die denken, dass der Zug schon längst abgefahren sei oder sie es sich nicht leisten könnten, Gewinn zu machen. Ich hoffe, ich konnte drei Dinge klar machen:

  1. Erstens muss das Investment nicht groß sein, um sich langfristig auszuzahlen.
  2. Zweitens lohnt sich das Investment auch unabhängig von einem eventuell verpassten Zug. Gerade wenn man besonnen investiert – deshalb auch die Betrachtung von zehn Euro im Monat – kann das Geld auch längerfristig in Bitcoin gebunden sein.
  3. Schließlich ist der Markt größer als Bitcoin, Ethereum und Ripple. Es lohnt sich, hier die Augen aufzuhalten.

Wir werden natürlich auch weiter über Währungen, die interessant sind, berichten, um den Lesern eine Investment-Auswahl zu erleichtern.

BTC-ECHO

Über Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO.
Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

Bildquellen

  • Compass And Map: © chas53 - Fotolia.com

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