Libra (LBR) Libra: FINMA beginnt Bewilligungsverfahren für Facebook Coin
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Libra-Logo auf Smartphone, das auf Goldmünzen mit Libra-Logo liegt

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Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA prüft nun, ob Libra als Zahlungssystem in der Schweiz zugelassen werden kann. Unterdessen hat die Libra Association das White Paper angepasst, um regulatorische Bedenken zu zerstreuen.

Libra, das geplante Zahlungsnetzwerk des Social-Media-Konzerns Facebook, vermeldet Fortschritte. Wie aus einer Pressemitteilung der Libra Association hervorgeht, wurde bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA ein Antrag für eine Lizenz als Zahlungssystem gestellt. Gleichzeitig veröffentlichte die Association eine überarbeitete Version des White Paper. Der gleichnamige Stable Coin des Netzwerks trägt das Kürzel „LBR“ und soll – entgegen der ursprünglichen Konstruktion – nun auch in diversen regionalen Währungsversionen erscheinen.

Libra nicht gleich Libra


Damit reagiert die Libra Association auf die Kritik der internationalen Finanzmarktaufseher, die dem Projekt seit seiner Veröffentlichung entgegen geschlagen ist. Ursprünglich sollte LBR als globaler Stable Coin durch einen Währungskorb samt Staatsanleihen gedeckt sein. Regulatoren hatten unter anderem Bedenken, dass LBR aufgrund von Facebooks enormer Reichweite zu einer veritablen Konkurrenz für staatliche Währungen werden könnte. Nun sollen neben einem globalen LBR auch Versionen von des Stable Coin erscheinen, die nur an eine einzelne Landeswährung gekoppelt sind. Im überarbeiteten White Paper heißt es:

Während unsere Vision immer darin bestand, dass das Libra-Netzwerk Fiat-Währungen ergänzt und nicht mit ihnen konkurriert, war ein Hauptanliegen, das von allen geteilt wurde, die Möglichkeit, dass die Multiwährung-Libra-Coin (≋LBR) die geldpolitische Souveränität und die Geldpolitik beeinträchtigen könnte, wenn das Netzwerk ein bedeutendes Ausmaß erreicht und ein großes Volumen an Inlandszahlungen über ≋LBR abgewickelt wird. Aus diesem Grund erweitern wir das Libra-Netzwerk, indem wir zusätzlich zu ≋LBR Stable-Coins in einer einzigen Währung aufnehmen, zunächst beginnend mit einigen der Währungen im vorgeschlagenen ≋LBR-Korb (z.B. LibraUSD oder ≋USD, LibraEUR oder ≋EUR, LibraGBP oder ≋GBP, LibraSGD oder ≋SGD).

Quelle: Libra White Paper, Stand: 16.4.2020

Um nicht mit den Notenbanken ins Gehege zu kommen, sollen Erschaffung und Vernichtung der lokalen LBR-Varianten nur bei Bedarf erfolgen. Die Geldmenge verändere sich folglich nicht.

Gerüchte, dass sich die Association von ihrem ursprünglichen Stable-Coin-Ambitionen verabschiedet hat, kursierten bereits seit Anfang März. Zwischenzeitlich hat die Association, der Verband der LBR-Node-Betreiber in spe, zahlreiche Mitglieder – darunter auch die Zahlungsdienstleister PayPal und VISA – verloren. Wie es in der Pressemitteilung abschließend heißt, haben die verbleibenden Mitglieder die Finanzierung für das operative Geschäft der Association gesichert.

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FINMA: Noch ist nichts in trocken Tüchern

Unterdessen hat auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht eine Stellungnahme zum Lizenzantrag der Libra Foundation veröffentlicht.

Die FINMA wird das Gesuch nun eingehend analysieren. Sie wird wie im FinfraG [Finanzinfrastrukturgesetz] vorgesehen, für risikoerhöhende, zusätzliche Dienstleistungen zusätzliche Anforderungen stellen. Das gilt insbesondere für bankähnliche Dienstleistungen. Zudem wird die FINMA besonders berücksichtigen, ob nationale und internationale Standards zu Zahlungssystemen und auch zu einer strikten Geldwäschereibekämpfung eingehalten werden.

FINMA-Presseerklärung zum Libra-Antrag

Die Behörde weißt zudem darauf hin, dass sie sich nicht zu den Erfolgsaussichten und der Dauer des Bewilligungsprozesses äußern werde. Abschließend mahnt die Behörde aufgrund der globalen Bedeutung von Libra eine international koordinierte Regulierung des Stable Coins an.

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