Neue Insiderberichte Facebook knickt vor Regulierungsbehörden ein

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Libra-Logo, verschwommen hinter Justitia-Figur

Quelle: Shutterstock

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Bekanntlich kommt das Meiste anders, als man denkt. Das gilt offenbar auch für Libra: Die Hinweise, dass der geplante Stable Coin über eine andere Struktur verfügen soll als im White Paper angekündigt, verdichten sich.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 15. April 2020 10:04 Uhr von Christopher Klee

Bereits seit Ende Januar kursieren Gerüchte über die angeblichen Pläne der Libra Association, den „Zuck Buck“ nicht mehr durch einen Währungskorb inklusive diverser Staatsanleihen decken zu wollen. Danach soll der Währungskorb einem währungsspezifischen Ansatz weichen, der unterschiedliche Varianten des Stable Coin vorsieht: einen Euro-Libra, einen US-Dollar-Libra und so weiter.

Informationen, die den US-amerikanischen Wirtschaftsmedien The Information und Bloomberg vorliegen, untermauern nun die Vermutung, dass Facebook mit seinem ambitionierten Stable-Coin-Projekt zurückgerudert ist; und zwar mit kräftiger Unterstützung des regulatorischen Gegenwinds, der dem Projekt seit seiner Bekanntmachung entgegenbläst.


So stützen die Berichte der beiden Medien die These, dass das Projekt sich von der Idee des Währungskorbs verabschiedet hat. Sowohl The Information als auch Bloomberg berufen sich dabei auf die Aussagen von drei Personen, die „mit der Sache vertraut“ seien. Demnach sei sogar fraglich, ob Libra mit seinem ursprünglichen Design überhaupt in den Facebook Apps zur Anwendung kommen werde.

Gegenüber BTC-ECHO bestreitet eine Sprecherin der Libra Association indes, dass das Projekt von seinem ursprünglichen Vorhaben abgerückt sei.

Die Libra Association hat ihr Ziel, ein regulierungskonformes globales Zahlungsnetzwerk aufzubauen, ebensowenig geändert wie die grundlegenden Designprinzipien, die dieses Ziel unterstützen.

Ferner habe sich nichts an dem Potenzial des Netzwerks geändert, zukünftige Innovationen zu befördern.

Freilich kann damit vieles gemeint sein. So könnte der bloße Umstand, dass Libra als Stable Coin angelegt ist, bereits als „Designprinzip“ gelten. Das schließt unterschiedliche Libra-Varianten nicht per se aus.

Libra, die Weltwährung?

Das Problem, vor das der Stable Coin die Regulierungsbehörden weltweit stellt, liegt in der enormen Reichweite von Facebook begründet.

Über 1,8 Milliarden Menschen tummelten sich 2019 täglich auf der Plattform. Das Netzwerk zielt mit seinem Stable Coin vor allem auf jene, die keinen oder begrenzten Zugang zu Bankdienstleistungen haben. Sollte Facebook Libra wider Erwarten in seinem ursprünglichen Design durchsetzen, könnte es in direkter Konkurrenz zu Fiatwährungen treten. Ein Umstand, der letztlich das Währungsmonopol der Zentralbanken infrage stellen könnte.


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