EU-Kommission Krypto-Verordnung soll einheitliche Regulierung schaffen

Alexander Leyde

von Alexander Leyde

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Alexander Leyde

Alexander absolvierte seinen Bachelor in Geschichte, Politik und Soziologie in Würzburg, bevor er in Heidelberg mit dem Geschichts-Masterstudium beginnen wird. Bei BTC-ECHO möchte er sich mit den gesellschaftlichen Implikationen der Blockchain-Technologie auseinandersetzen.

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Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel

Quelle: Shutterstock

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Die Europäische Kommission veröffentlichte nun offiziell die angekündigte Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung. Sie soll den Handel mit Krypto-Werten europaweit einheitlich regeln, sodass die EU eine globale Vorreiterrolle in diesem Marktsegment einnehmen kann.

Die Europäische Kommission hat am 24. September die Verordnung „Markets in Crypto Assets (MiCA)“ veröffentlicht. Sie soll eine einheitliche Regelung von Krypto-Werten darstellen, die die EU-Mitgliedstaaten ohne Umsetzung in nationales Recht anzuwenden haben. Bei einer Übergangsfrist von 18 Monaten ist Ende des Jahres 2022 damit zu rechnen, dass das Gesetz rechtskräftig wird. Die geplante Verordnung liegt BTC-ECHO bereits seit zwei Wochen vor, mit der sich Dr. Sven Hildebrandt erstmals auseinandersetzte.


Die Verordnung setzt sich mit der Emission, dem Handel, Erlaubnispflichten und Aufsichtsbefugnissen von Krypto-Werten auseinander. Krypto-Werte sind digitale Werte, die keine Forderungen sind oder verkörpern, sondern einen eigenen Wert darstellen. Üblicherweise versteht man unter solchen Werten also digitale Werte wie Bitcoin (BTC) oder Ether (ETH).

Doch auch Utility Token, also Nutzungs- und Zugangsrechte repräsentierende Token, fallen unter die EU-Regelung. Darüber hinaus sind sogenannte „Asset-referenced“ Token betroffen: Fiatwährungen abbildende Stable Coins müssen sich auf strengere Auflagen gefasst machen. Signifikante Stable Coins wie der geplante „Facebook-Coin“ Libra sind noch einmal strengeren Regelungen unterworfen. Die Vorbehalte gegen Stable Coins sind offensichtlich, da sie, wenn die breite Öffentlichkeit sie als Zahlungsmittel akzeptiert, dem Euro Konkurrenz machen könnten.

Die Europäische Kommission sieht die Finanzstabilität sowie die finanzpolitische Hoheit der Notenbanken durch diese Art von Krypto-Werten in Gefahr. Basiert ein Stable Coin nur auf einer einzigen Fiatwährung wie dem Euro (EUR) oder US-Dollar (USD), so ist von „e-money Token“ die Rede.

Was sind die geplanten Krypto-Regulierungen?

Das Dokument ist Teil des „Digital Finance Package“ der Europäischen Kommission. Da die wirtschaftliche Akzeptanz von Krypto-Werten absehbar ist, will die Institution Rechte und Pflichten, Kapitalfragen und Aktivitäten klären. Statt auf nationaler soll auf europäischer Ebene eine Aufsichtsbehörde installiert werden. Auf der Blockchain-Technologie basierter Betrug und Diebstahl möchte man so reduzieren.

Emittenten werden außerdem vor einem Token Launch ein White Paper veröffentlichen. Dieses Strategiepapier muss allerdings keine Behörde prüfen oder genehmigen. Kleine Anbieter und Angebote für professionelle Anleger sind von dieser Pflicht jedoch befreit. Auch Token, die durch Mining zustande kommen oder die ein Emittent kostenlos ausgibt, benötigen kein White Paper.

Das 168 Seiten zählende Papier definiert auch Sicherheits-Standards und gibt Vorgaben für die IT-Infrastruktur an. Dienstleister wie Krypto-Börsen, -Broker und -Verwahrer müssen nur noch die Zulassung einer Behörde erlangen – dann können Sie im gesamten EU-Raum operieren. Erwartungen an sie sind noch nicht konkretisiert worden.

Folgen für die Wirtschaft

Das Echo auf die geplante Krypto-Regelung hat einen positiven Tenor. Beobachter sehen den Vorschlag als ein Mittel, die Position der EU im globalen Finanzsektor weit voranzubringen. Als zukünftiger globaler Standard könnte die Regelung die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft des Wirtschaftsraums voranbringen. Für Verbraucher könnte das bedeuten, dass sie mehr Wahlmöglichkeiten, Sicherheit und eine höhere Finanzstabilität erwarten dürfen.

Für Start-ups in der Szene mögen die Regelungen zwar Herausforderungen darstellen. Andererseits bietet sich auch eine Professionalisierung und Wachstum der Krypto-Branche an. Da die Regelung europaweit gelten wird, wird sie so die teils schon begonnene Rechtszersplitterung bekämpfen. Firmen, die ihre Angebote vorher auf einzelne Rechtsprechungen anpassen mussten, können so hohe Kosten einsparen. Eliminierte Standortnachteile führen so automatisch zu einer erhöhten Chancengleichheit der Marktteilnehmer.

Die Sorge, dass einzelne, große Marktteilnehmer Kurse manipulieren könnten, soll ebenfalls bald der Vergangenheit angehören: Den Handel mit Krypto-Werten möchte die Kommission an die Kapitalmarktregulatorik angleichen, sodass hier Graubereiche verschwinden. Anleger sollen so der Integrität der Blockchain-Technologie vertrauen können. Daraus ist abzuleiten, dass die Europäische Kommission Krypto-Werte mit klassischen Finanzinstrumenten gleichberechtigt sieht. Die geplante EU-Regulierung wird den deutschen Gesetzvorschlag von August nicht berühren.

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