Krypto-Anarchie: „First they ignore you, then they laugh at you…“

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

Quelle: Anarchy smoke flag via Shutterstock

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Kryptowährungen sind ein kontroverses Thema im Mainstream. Bitcoin und Wettbewerber geraten immer wieder in die Kritik der Regulatoren. So könne man die digitale Währung für schreckliche Dinge verwenden. Die Finanzierung von Terror oder den Kauf von Drogen und Waffen werden oft als Beispiele angebracht. Doch sind Kryptowährungen wirklich eine Bedrohung für die Menschheit – oder die Chance auf einen Neuanfang?

Mit dem Spruch „First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win“ führte Mahatma Gandhi Indien friedlich aus dem britischen Joch. Das Prinzip des gewaltfreien Protests lässt sich auch auf Kryptowährungen anwenden.

Bitcoin und die Cypherpunks


Bitcoin findet seinen Ursprung in der Cypherpunk-Bewegung des 20. Jahrhunderts. Die revolutionäre Entdeckung der asymmetrischen Kryptographie läutete ein neues Zeitalter ein. Für die meisten Menschen wird diese Entwicklung ganz unscheinbar passiert sein, doch die Bedeutung der neuen Verschlüsselungsmethode kann nicht zur Genüge betont werden. Erstmalig war es Menschen aller Art möglich, Informationen so zu verschlüsseln, dass nur der vorgesehene Empfänger die Nachricht entziffern konnte.

Zu Beginn der 90er-Jahre schrieb der Cypherpunk Timothy C. May das „krypto-anarchische Manifest“. May erklärte, dass eine neue Ära angebrochen sei, in der die Menschen ihre wirkliche Freiheit und Unabhängigkeit wiedergewinnen konnten. Darüberhinaus prophezeite May die Implikationen der technologischen Fortschritte als eine Revolution im sozialen wie im ökonomischen Sinne.

Zugleich stellte er bereits damals klar, dass diese Technologie auch für schlimme Dinge verwendet werden kann und wird.

„Der Staat wird natürlich versuchen, die Verbreitung der Technologie zu verlangsamen und zu stoppen, unter Vorwänden der nationalen Sicherheit, der Verwendung der Technologie durch Drogenhändler und Steuerhinterzieher und Angst um sozialen Verfall. Viele von diesen Bedenken sind berechtigt; Krypto-Anarchie erlaubt den freien Handel von Staatsgeheimnisse und anderer illegaler Materialen. Ein anonymisierter computergesteuerter Markt wird selbst abscheuliche Märkte für Auftragsmörder und Erpressung erlauben. […] Aber das wird nicht die Verbreitung der Krypto-Anarchie aufhalten.“

Bitcoin war ein Kind dieser Bewegung und realisierte ein fundamentales Prinzip der Cypherpunks. Nicht zuletzt veröffentlichte Satoshi Nakamoto die ersten Ideen auf der Cypherpunk-Mailinglist. Bitcoin stellt ein staatlich unabhängiges Zahlungsmittel für die Zeit des Internets dar. Allerdings erfüllt Bitcoin nicht alle Punkte der Vision der Cypherpunks.

Transparenz und Undurchsichtigkeit

Bitcoin ist eine digitale Währung, deren Transaktionshistorie – die sogenannte Blockchain – komplett transparent ist. Das heißt, jeder kann sich mit einem Blockexplorer die zahlreichen Transaktionen anschauen und Schlüsse über die Netzwerk-Teilnehmer ziehen. Doch Bitcoin war nur die erste aller Kryptowährungen und löste vor allem das Problem des „Double-Spending“. Mittlerweile existieren etliche Alternativen und Wettbewerber.

Monero ist der starke Kontrast zu Bitcoin. Anstatt einer komplett transparenten Blockchain, ist die Blockchain Moneros komplett undurchsichtig. Mit anderen Worten, ein Beobachter lernt nichts über die Vorgänge des Netzwerks beim Betrachten der Blockchain. Niemand, außer die involvierten Parteien, erfährt wer wie oft mit wem handelt. Mit dieser Funktionalität ist Monero ein beliebtes Zahlungsmittel für alle, die ihre finanziellen Vorgänge geheimhalten möchten.

Dies ist keine ferne Vision, sondern greifbare Realität.

Die Katze ist aus dem Sack

Je nach Perspektive mag einem diese Entwicklung gut oder schlecht vorkommen. Für die etablierte Finanzelite sind solche Währungen anstößig. Denn unser Geld hat sich von einem Zahlungsmittel in ein Kontrollsystem gewandelt. Banken können die Zahlungsströme ihrer Kunden nicht nur sehen, sondern auch Konten einfrieren und Zahlungen zensieren. Dies ist eine beachtliche Macht, ist man doch vielerorts aus der Wirtschaft ausgeschlossen, wenn man über kein funktionierendes Bankkonto verfügt. Monero nimmt die Kontrolle aus den Händen einer kleinen Gruppe von Menschen und gibt sie den Nutzern zurück.

Ähnlich wie das Internet selbst, lässt sich diese Technologie nicht aufhalten. Das Internet wurde konzipiert, um selbst im Falle eines Atomschlages an der amerikanischen Ostküste noch an der Westküste zu operieren. Genauso lassen sich Bitcoin und Monero nicht abschalten. Schließlich bestehen Kryptowährungen aus einem globalen Netzwerk an Teilnehmern, die individuell Computercode auf ihren Rechnern ausführen. Mit anderen Worten, der Kampf ist bereits verloren – oder gewonnen, je nach Perspektive.

„First they ignore you, then they laugh at you…“

Das Versprechen von Bitcoin, unabhängiges Geld im Internet zu sein, klingt beim ersten Mal so absonderlich, dass die unwillkürliche Reaktion Gelächter ist: „Was? Ein Währung im Internet? Das kann doch nicht funktionieren – das wird nicht unser jetziges System ablösen!“. Doch auch wenn Bitcoin den einen oder anderen riskanten Moment erlebt hat (beispielsweise die Pleite von Mt.Gox im Jahr 2013), existiert das digitale Gold nach wie vor. Langsam scheint die Realisation angekommen zu sein, dass dieses Internetgeld gekommen ist, um zu bleiben. Die Zweifler à la Jamie Dimon, Warren Buffet und Bill Gates sind noch nicht verstummt, positionieren sich allerdings mittlerweile diplomatischer.

Kryptowährungen zu ignorieren und zu belächeln, reicht nicht aus, um die Technologie verschwinden zu lassen. Die nächste Phase im Kampf gegen die Kryptowährungen steht bevor. Mehr darüber im nächsten Teil.

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