Korea will Bargeld bald abschaffen

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen.

Bargeldverbot Scheine in Ketten

Quelle: © Sandner.Bernhard - Fotolia.com

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Mit einem neuen, gebührenlosen System basierend auf einer Prepaid Card möchte Südkorea Bargeld obsolet machen.

Nach einigen anderen Ländern möchte nun auch Südkorea das Bargeld abschaffen. Die Zentralbank hat dazu ein Programm vorgestellt, dass Bargeld in den nächsten Jahren obsolet machen will.


Im Rahmen des Programmes wurde eine Dienstleistung entwickelt, in der Käufer von Verkäufern das Wechselgeld auf eine Prepaid Card überwiesen bekommen. Das so gesammelte “Kleingeld” soll wie Bargeld verwendet werden können, so dass die Zentralbank davon überzeugt ist, dass damit Bargeld überflüssig wird.

Auf Papier klingt das sehr verlockend: Statt die Banknoten in einer großen Aktion einzusammeln oder zu einem bestimmten Datum für ungültig zu erklären sucht man eher nach einer neuen Möglichkeit, mit Wechselgeld umzugehen und setzt auf eine allmähliche Akzeptanz.

Eine bargeldlose Zukunft für Korea

Gemäß Äußerungen der Zentralbank möchte man mit diesem Projekt die mit Bargeld verbundenen Unbequemlichkeiten loswerden. Außerdem sollen durch die Einführung dieser Prepaid Card die Kosten, die mit dem Umlauf und dem Management einer physischen Währung einher gehen, ein Ende finden.

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Diese kostensenkenden Maßnahmen sollen als eine positive Entwicklung für Koreas Wirtschaft und deshalb Koreas Bevölkerung gesehen werden: Der Wandel zu einer bargeldlosen Gesellschaft wird nicht abrupt, sondern allmählich kommen.

Auch in der Bevölkerung soll gemäß einer Umfrage die Entscheidung, bargeldlos zu werden, Unterstützung finden. In dieser Umfrage haben 2500 Konsumenten ihre Erfahrungen und Meinungen zum aktuellen Handling von Kleingeld in Korea mitgeteilt.

Fast die Hälfte der Gefragten sagten, dass sie lieber etwas anderes als Münzen als Wechselgeld erhalten würden. Deshalb kann man die Frage stellen, ob diese Münzen überhaupt notwendig sind und ob man das Geldsystem verbessern kann.

Der oben dargestellte Plan wird in verschiedenen kleineren Läden im ganzen Land als Test eingeführt. Gemischtwarenläden, klassische Tante-Emma-Läden, sind letztlich ein gutes Modellsystem, finden dort viele kleine Bargeldtransaktionen statt. Man möchte Käufer dort direkt auf diese bargeldlose Alternative für Wechselgeld aufmerksam machen.

Kommentar des Autors (Philipp Giese):

Der Elefant im Raum wurde natürlich nicht erwähnt: eine derartige Neuerung würde der Zentralbank eines Landes noch mehr Macht über die Währung und letztlich dem Staat eine Möglichkeit des kompletten Zugriffes auf das Geld des Bürgers geben. Es fällt auf, dass nichts zu Themen wie Anonymität gesagt wird. Als jemand, der sich regelmäßig über die Äußerung “Wir nehmen leider nur Bargeld” aufregt kann ich zwar die Bequemlichkeit einer bargeldlosen Gesellschaft verstehen, möchte jedoch umgekehrt auch die Möglichkeit haben, anonym (oder zumindest pseudonym) und einfach zahlen zu können. In dem Sinne: go Bitcoin, go Crypto!
Wobei auch hier bezüglich einfacher Zahlungen durchaus Verbesserungsbedarf herrschen kann, zumindest beim Zahlen mit mobile Wallets. Vor zwei Wochen saß ich im Room 77 und wollte mit Bitcoin zahlen, hab jedoch die Zeit über gezittert, da der Empfang aktuell eine Katastrophe war. Kleingeld ist vom Mobilfunknetz und vom Strom unabhängig. Wenn man über Abschaffung von Bargeld spricht ist das die Messlatte. Sollte der eine oder andere geneigte Leser hier über Entwicklungen Bescheid wissen kann er mich gerne über die Kommentarfunktion darüber informieren, würde mich echt interessieren!

BTC-ECHO
Englische Originalversion von JP Butinx via Newsbtc

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