Kanadische Polizei sucht Bitcoin-ATM-Betrüger
Tanja Giese

von Tanja Giese

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Mehrere kanadische Polizeibehörden sind seit dem Herbst letzten Jahres auf der Suche nach vier Betrügern, die mithilfe von Double Spending Transactions mehrere Bitcoin-ATMs ausgetrickst haben. Die Beute beläuft sich auf nahezu 200.000 US-Dollar. Von den Verdächtigen fehlt bislang jede Spur. Nun soll die Bevölkerung mithelfen.

Bitcoin-ATMs werden immer beliebter. Wie BTC-ECHO Mitte Februar berichtete, hat gar die philippinische Zentralbank daran mitgewirkt, dass ein Krypto-Geldautomat in der Hauptstadt Manila aufgestellt werden konnte. Seitdem ist die Anzahl der weltweiten Bitcoin-ATMs innerhalb eines Monats um weitere 110 auf 4.435 Geräte angewachsen. Doch wo das (Krypto-)Geld winkt, lassen kriminelle Banden nicht lange auf sich warten. So kam es in Kanada zu einer Reihe von betrügerischen Handlungen mit den dortigen Bitcoin-ATMs.

Der Trick mit den Double Spending Transactions


In sieben kanadischen Städten kam es zu Angriffen auf Krypto-Geldautomaten von einem nicht genannten Unternehmen. Dabei konnten die Betrüger insgesamt knapp 200.000 US-Dollar erbeuten. Die Vorfälle hatten bereits zwischen dem 16. und 26. September 2018 stattgefunden. Aber erst am 12. März hatte die Polizei die Bevölkerung über Twitter dazu aufgerufen, Hinweise zu den gesuchten Kriminellen weiterzuleiten:

Obwohl die Überwachungskameras der Geldautomaten teilweise sehr klare Bilder der Betrüger festhalten konnte und die Polizei von Calgary mittlerweile von den Kollegen aus Toronto, Hamilton, Winnipeg und Halton bei der Suche unterstützt wird, kam es noch zu keiner Festnahme. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Betrügern um eine Bande handelt, die die sieben betroffenen Städte untereinander aufteilten. Wie das kanadische Nachrichtenportal CBC berichtete, seien insgesamt 112 betrügerische Transaktionen in Calgary, Toronto, Montreal, Winnipeg, Sherwood Park, Ottawa und Hamilton gezählt worden. Etwa die Hälfte der Vorfälle fand im westkanadischen Calgary statt.

Weiter geht die Polizei davon aus, dass die vier Verdächtigen über ein „vertieftes Wissen oder Interesse an Kryptowährungen, Bitcoin und/oder Blockchain-Technologie” verfügen. Diesen Schluss legt die Masche der Betrüger nahe. Mit sogenannten Double Spending Transactions hatten die Kriminellen die Bitcoin-ATMs ausgetrickst. Diese Methode kennen wir bereits von der 51-Prozent-Attacke. Dazu veranlassten sie zunächst eine Transaktion über den Geldautomaten, die sie kurz darauf wieder stornierten – noch bevor das Unternehmen die Abhebung verarbeiten konnte. Damit konnten sich die Betrüger die Einlagen sowohl in Krypto als auch in Fiat sichern.

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Wie könnte man derartige Betrüge verhindern? Dazu müssten die ATM-Hersteller gewährleisten, dass mindestens eine Bestätigung abgewartet werden muss, bevor eine Transaktion als abgeschlossen betrachtet wird. Eine solche Bestätigung kann aber auch schon mal 30 Minuten oder länger in Anspruch nehmen, die sicherlich kein Kunde bereit ist, vor dem Geldautomaten zu warten. Daher erscheint eine solche Sicherheitsmaßnahme (noch) nicht realisierbar.

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