Kryptomining soll kanadischer Geisterstadt wieder Leben einhauchen

Quelle: shutterstock

Kryptomining soll kanadischer Geisterstadt wieder Leben einhauchen

Zwei Faktoren machen einen Standort besonders attraktiv für die energieintensive Kryptomining-Industrie: ein kaltes Klima sowie reichliche Energieressourcen. Kanada erfüllt diese beiden Voraussetzungen. Davon profitiert insbesondere die kanadische „Geisterstadt“ Ocean Falls.

Es ist ein Phänomen, das bereits viele ehemalige Industrieregionen verwandelt hat, der Ruhrpott oder Detroit sind nur zwei Beispiele. Wo einst das Arbeitsleben blühte, herrscht nun gähnende Leere, nachdem einst florierende Industriebetriebe für immer ihre Tore geschlossen haben. Das ländliche Ocean Falls, das im kanadischen Bezirk British Columbia liegt, war nie eine riesige Industrieregion. Bei der Holzmühle im Ort, die die Papierindustrie untersützte, konnten seinerzeit aber immerhin 5.000 Menschen Arbeit finden. In den 1980er-Jahren wurde die Mühle jedoch geschlossen und zum Staudamm degradiert. Das Örtchen schrumpfte daraufhin auf 100 Einwohner – die deutlich weniger Strom verbrauchen, als der Staudamm erzeugt. Und hier kommt das Kryptomining ins Spiel.

Kann Kryptomining die Geisterstadt wiederbeleben?

Der Staudamm der alten Mühle kann rund 13 Megawatt Strom produzieren. Er ist allerdings nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die erzeugte Energie wird nun genutzt, um Ocean Falls sowie die nahe gelegenen Städte Bella Bella und Shearwater zu versorgen. Dennoch verbrauchen die Städte zusammen weniger als ein Drittel der erzeugten Energie. Obwohl viele Unternehmen gern von dieser überschüssigen Energie profitieren würden, meiden sich Ocean Falls aufgrund seiner Abgeschiedenheit. Der logistische Aufwand wäre zu groß. Für die energieintensive Industrie des Kryptominings sind Logistik-Probleme jedoch kein Hindernis.

Wie Bloomberg am 4. September berichtete, schlug im Juli dieses Jahres das Blockchain-Start-up Ocean Falls Blockchain seine Zelte in der alten Mühle auf. 2015 traf Kevin Day, der CEO von Ocean Falls Blockchain, Brent Chase, den Betriebsleiter der Firma, die den Staudamm besitzt. Days Plan für Ocean Falls war die Errichtung einer Mining-Farm. Jedoch fehlte ihm das notwendige Know-how, das Chase allerdings beisteuern konnte. Dieser konnte sich dafür begeistern, dass die kleine kanadische „Geisterstadt“ wiederbelebt und die überschüssige Energie verbraucht werden könnte. So hatten die beiden in den letzten zweieinhalb Jahren daran gearbeitet, den riesigen Raum der alten Mühle in eine Mining-Farm umzuwandeln. Zwar konnte die Mining-Farm diesen Sommer ihren Betrieb aufnehmen. Allerdings ist zweifelhaft, ob sie Ocean Falls damit neues Leben einhauchen wird. Für den Mining-Betrieb werden schließlich keine 5.000 Arbeiter benötigt.

Anfang des Jahres hatte ein kanadischer Energieversorger Miner in die Provinz Québec eingeladen, um 5.000 Megawatt überschüssiger Energie zu nutzen. Auch hier hatte man sich einen Aufschwung für die regionale Wirtschaft erhofft. Allerdings hatte das Unternehmen mit dem Ansturm, der auf die Einladung folgte, nicht gerechnet und musste schnell feststellen, dass der Energieüberschuss nicht ausreichen wird.

BTC-ECHO

Anzeige

Ähnliche Artikel

Howdy no more: Bitmain schließt Mining Farm in Texas
Howdy no more: Bitmain schließt Mining Farm in Texas
Mining

Bitmain stellt den Betrieb seiner Mining Farm im texanischen Rockdale ein.

Monero (XMR): 4,2 Prozent der Moneroj stammen aus illegalem Mining
Monero (XMR): 4,2 Prozent der Moneroj stammen aus illegalem Mining
Krypto

Monero gilt bereits seit längerem als Lieblings-Coin der Malware Miner.

Ethereum: Neuer ProgPoW-Algorithmus ist ASIC-resistent
Ethereum: Neuer ProgPoW-Algorithmus ist ASIC-resistent
Ethereum

Constantinople hin, Casper her – auf der Ethereum-Blockchain läuft die Konsensfindung bis auf weiteres über das Proof-of-Work-Verfahren.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Neon Apotheke: Die Bitcoin-Apotheke
    Neon Apotheke: Die Bitcoin-Apotheke
    Sponsored

    Liebe Coin-Szene, liebe BTC-ECHO-Leser, liebe Miner und Krypto-Enthusiasten, zunächst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Andreas Neumann-Dudek und ich leite seit dem 20.11.2006 die Neon Apotheke in Düsseldorf Lierenfeld.

    Chain Split bei Ethereum: 10 Prozent der Miner verwenden Constantinople
    Chain Split bei Ethereum: 10 Prozent der Miner verwenden Constantinople
    Blockchain

    Im Ökosystem von Ethereum lässt sich momentan eine Art Mini-Chain-Split beobachten.

    Roboter malt Kunstwerk, kauft Farben und bezahlt Rechnungen – Ethereum macht’s möglich
    Roboter malt Kunstwerk, kauft Farben und bezahlt Rechnungen – Ethereum macht’s möglich
    Insights

    Auch wenn längst nicht jeder Science-Fiction-Filme schaut, begegnen uns Roboter immer häufiger im Alltag.

    IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
    IOTA-News: Mit gutem Ruf gegen böse Nodes
    Altcoins

    Das IOTA-Entwicklerteam setzt bösartigen Nodes ein Reputationssystem entgegen. Damit soll es möglich werden, gewisse Nodes zu bewerten und damit als „vertrauenswürdig“ einzustufen.

    Angesagt

    Ethereum hat ein Zentralisierungsproblem
    Ethereum

    Um den Bitcoin-Nachfolger Ethereum ist es momentan nicht bestens bestellt.

    Binance.je: Europäischer Ableger legt holprigen Start hin
    Invest

    Die europäische Binance-Tochter binance.je gab in der Nacht zum 16.

    OpenSC: Mehr Transparenz im Konsum? WWF und BCG machens möglich
    Blockchain

    In Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group lanciert WWF-Australia eine Blockchain-Implementierung für mehr Transparenz in der Lebensmittelbranche.

    Newspack: WordPress setzt auf Blockchain
    Blockchain

    WordPress soll eine Bezahlfunktion via Blockchain und Kryptowährungen bekommen. Damit will man die Bezahlung guter Inhalte einfacher gestalten.