Kryptomining soll kanadischer Geisterstadt wieder Leben einhauchen

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Zwei Faktoren machen einen Standort besonders attraktiv für die energieintensive Kryptomining-Industrie: ein kaltes Klima sowie reichliche Energieressourcen. Kanada erfüllt diese beiden Voraussetzungen. Davon profitiert insbesondere die kanadische „Geisterstadt“ Ocean Falls.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Es ist ein Phänomen, das bereits viele ehemalige Industrieregionen verwandelt hat, der Ruhrpott oder Detroit sind nur zwei Beispiele. Wo einst das Arbeitsleben blühte, herrscht nun gähnende Leere, nachdem einst florierende Industriebetriebe für immer ihre Tore geschlossen haben. Das ländliche Ocean Falls, das im kanadischen Bezirk British Columbia liegt, war nie eine riesige Industrieregion. Bei der Holzmühle im Ort, die die Papierindustrie untersützte, konnten seinerzeit aber immerhin 5.000 Menschen Arbeit finden. In den 1980er-Jahren wurde die Mühle jedoch geschlossen und zum Staudamm degradiert. Das Örtchen schrumpfte daraufhin auf 100 Einwohner – die deutlich weniger Strom verbrauchen, als der Staudamm erzeugt. Und hier kommt das Kryptomining ins Spiel.

Kann Kryptomining die Geisterstadt wiederbeleben?

Der Staudamm der alten Mühle kann rund 13 Megawatt Strom produzieren. Er ist allerdings nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die erzeugte Energie wird nun genutzt, um Ocean Falls sowie die nahe gelegenen Städte Bella Bella und Shearwater zu versorgen. Dennoch verbrauchen die Städte zusammen weniger als ein Drittel der erzeugten Energie. Obwohl viele Unternehmen gern von dieser überschüssigen Energie profitieren würden, meiden sich Ocean Falls aufgrund seiner Abgeschiedenheit. Der logistische Aufwand wäre zu groß. Für die energieintensive Industrie des Kryptominings sind Logistik-Probleme jedoch kein Hindernis.


Wie Bloomberg am 4. September berichtete, schlug im Juli dieses Jahres das Blockchain-Start-up Ocean Falls Blockchain seine Zelte in der alten Mühle auf. 2015 traf Kevin Day, der CEO von Ocean Falls Blockchain, Brent Chase, den Betriebsleiter der Firma, die den Staudamm besitzt. Days Plan für Ocean Falls war die Errichtung einer Mining-Farm. Jedoch fehlte ihm das notwendige Know-how, das Chase allerdings beisteuern konnte. Dieser konnte sich dafür begeistern, dass die kleine kanadische „Geisterstadt“ wiederbelebt und die überschüssige Energie verbraucht werden könnte. So hatten die beiden in den letzten zweieinhalb Jahren daran gearbeitet, den riesigen Raum der alten Mühle in eine Mining-Farm umzuwandeln. Zwar konnte die Mining-Farm diesen Sommer ihren Betrieb aufnehmen. Allerdings ist zweifelhaft, ob sie Ocean Falls damit neues Leben einhauchen wird. Für den Mining-Betrieb werden schließlich keine 5.000 Arbeiter benötigt.

Anfang des Jahres hatte ein kanadischer Energieversorger Miner in die Provinz Québec eingeladen, um 5.000 Megawatt überschüssiger Energie zu nutzen. Auch hier hatte man sich einen Aufschwung für die regionale Wirtschaft erhofft. Allerdings hatte das Unternehmen mit dem Ansturm, der auf die Einladung folgte, nicht gerechnet und musste schnell feststellen, dass der Energieüberschuss nicht ausreichen wird.

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