Kaffee transparenter produzieren mit Blockchain

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Quelle: Shutterstock

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Das Blockchain-Start-up Farmer Connect stattet Kaffee-Produzenten und Händler mit der Blockchain-Technologie aus. Über den IBM Food Trust wird die Lieferkette von international produzierten Lebensmitteln in Zukunft nachvollziehbarer und kontrollierter. Dies ist insbesondere im Fall von Kaffee auch dringend nötig – denn der Kaffee-Weltmarkt ist höchst undurchsichtig. Mit dabei ist auch die Mutterfirma von Jacobs Kaffee und Senseo.

Die Schweizer Firma Farmer Connect entwickelt gemeinsam mit anderen Unternehmen aus dem Kaffee-Business eine blockchainbasierte Lösung für die faire Produktion des schwarzen Goldes. Das Schweizer Blockchain-Start-up verkündete eine entsprechende Kooperation am 18. September auf seiner Website.

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Im Kern geht es bei der Kollaboration insbesondere darum, die Kaffee-Lieferketten für den Endverbraucher nachvollziehbarer zu machen. Dies geschieht auf Basis der IBM Food Trust Plattform. Dies ist ein Netzwerk, welches mithilfe der Blockchain-Technologie die Versorgungsketten von Produkten effizienter und transparenter macht.

Als Partner nennt Farmers Connect unter anderem die Colombian Coffee Growers Federation (FNC), die J.M. Smucker Company sowie Beyers Koffie. Auch Jacobs Douwe Egberts (JDE) ist bei der Kooperation dabei. JDE ist ein Kaffeeproduzent mit Sitz in den Niederlanden, welcher in Deutschland und 27 weiteren Ländern zu den Marktführern gehört. Zahlreiche bekannte Marken wie beispielsweise Senseo befinden sich im Besitz des Traditionsunternehmens.

Warum die Kaffee-Wirtschaft so undurchsichtig ist

Kaffee als ehemalige Kolonialware war schon immer von komplexen weltwirtschaftlichen Faktoren abhängig. Auch heute noch ist das beliebte Heißgetränk nicht selten Anlass für Medienberichte über Ausbeutung und Korruption. Vom Anbau der Bohne bis zum Verkauf in deutschen Supermärkten gibt es demnach unzählige Produktionsschritte und beteiligte Akteure.

Verlässliche Daten sind bei dieser Versorgungskette indes rares Gut, was der Effizienz schadet. Dagegen will man nun mit der Technologie von Bitcoin & Co. Abhilfe schaffen. Dave Behrends, Gründer und Präsident von Farmer Connect, erklärt:

Blockchain-Technologie, kombiniert mit digitalen Identitäten sowie der Möglichkeit, nachhaltige Projekte grenzübergreifend zu unterstützen, kann viele Vorteile mit sich bringen. Radikale Transparenz, Effizienz und datenbasierte Nachhaltigkeitsmuster bergen immenses Potential für die Erschaffung eines neuen, gerechten Wirtschaftsmodells in einem der vitalsten Warenmärkte.

„Thank My Farmer“: App verleiht Kaffee-Farmern digitale Identität

Ein weiteres Projekt für die Zukunft ist die „Thank My Farmer“-App. Diese soll vorerst ausgewählten Kunden der Kaffee-Unternehmen zur Verfügung stehen. Die Anwendung, in Kooperation mit IBM entwickelt, gibt dem Verbraucher vollständige Informationen über den Kaffee, den sie kaufen. Außerdem wird es eine digitale Identität für Farmer geben, die auf dem Soverin Network basiert. So können zufriedene Verbraucher sogar aktiv „ihre“ Farmer unterstützen.

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