Japan überlässt Bitcoin-Industrie sich selbst

Japan überlässt Bitcoin-Industrie sich selbst

Die japanische Regulierungsbehörde hat nun beschlossen, die Bitcoin-Industrie sich selbst zu überlassen. Anstatt weiterhin zu versuchen, eine wachsende und (scheinbar) unkontrollierbare Industrie kontrollieren zu wollen, heißt es jetzt: Selbstregulierung.

Bitcoin, regulier dich doch selbst! Das scheint sich die japanische Regulierungsbehörde gedacht zu haben, als sie der Japan Virtual Currency Exchange Association die Erlaubnis erteilte, künftig für die interne Regulierung von Bitcoin-Börsen zu sorgen.

Die Japan Virtual Currency Exchange Association (JVCEA) ist ein Zusammenschluss aus wichtigen Vertretern der Industrie. Sie vertritt insgesamt alle 16 japanischen Bitcoin-Börsen. Wie man einer offiziellen Mitteilung der Finanzaufsichtsbehörde aus Japan entnehmen kann, ist es der Industrie nun selbst überlassen, entsprechende Richtlinien zu bestimmen. Diese müssen dennoch mit den Vorgaben der Finanzaufsichtsbehörde übereinstimmen. So muss die Vereinigung dafür sorgen, dass  es nicht zu unerwünschten Handlungen wie Insider-Trading oder Geldwäsche kommt. Auch sollen die Bitcoin-Börsen dafür sorgen, dass die Einlagen der Nutzer ausreichend geschützt werden.

Hacks an Bitcoin-Börsen sollen verhindert werden

Damit will man offenbar verhindern, dass es künftig zu Zwischenfällen wie bei der Börse Zaif kommt. Dabei attackierten Unbekannte die Börse und entnahmen Kryptowährungen im Wert von insgesamt 59 Millionen US-Dollar. Noch schlimmer traf es übrigens Coincheck. Dort waren es gut 530 Millionen US-Dollar, die verschwanden. Die Bitcoin-Börse musste sich anschließend vor der Finanzaufsichtsbehörde erklären.

Die Strategie der Finanzaufsichtsbehörde

Anfang September hatte die Finanzaufsichtsbehörde in Japan bereits einige Richtlinien zum Umgang mit Bitcoin & Co. erlassen. Darin verschärfte sie die Auswahlverfahren für die Erteilung der Lizenzen an Kryptobörsen. So erhöhte man die Zahl der Prüfungsfragen auf etwa 400. Antragsteller mussten sich demnach verpflichten, Protokolle der Vorstandssitzungen vorzulegen. Damit wollte die Aufsichtsbehörde prüfen, ob genügend Diskussionen über Sicherheit und finanzielle Gesundheit des Unternehmens stattgefunden haben.

Lies auch:  Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen

Die japanische Finanzaufsicht verfolgt damit eine effektive Strategie. Indem sie zunächst ein Rahmenregelwerk herausgibt und die Verantwortung danach an die Bitcoin-Börsen überträgt, erfüllt sie zunächst ihre Pflichten. Nach Erfüllung dieser Pflicht übergibt sie die Verantwortung jedoch und kann sich fortan anderen Dingen widmen.

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