Iran: Nutzung des Bitcoin nimmt zu

Iran: Nutzung des Bitcoin nimmt zu

Laut Medienberichten hat die Nutzung des Bitcoin durch die iranische Bevölkerung seit Beginn der Demonstrationen stark zugenommen. Für die dortige Wirtschaft drohe Gefahr, weil die US-Regierung dem Iran kürzlich weitere Sanktionen angedroht hat. Teile der Bevölkerung befürchten eine Entwertung ihrer Währung, dem Iranischen Rial. Laut einer aktuellen Statistik hat der landesweite Handel mit Bitcoin seit Weihnachten 2017 um über 1.000 % zugenommen.

Aufgrund des iranischen Raketenprogramms wird das Vermögen von fünf Unternehmen eingefroren, die verdächtigt werden, an der Aufrüstung des Landes aktiv beteiligt zu sein. Außerdem will die USA gegen anhaltende Menschenrechtsverletzungen vorgehen. Diesbezüglich wurde für Freitag Nachmittag in New York eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates anberaumt. Im Iran seien über 1.000 Demonstranten eingesperrt und mehr als 20 Personen auf offener Straße erschossen worden. Dazu kommt die zunehmende Einschränkung der Telekommunikation. Beispielsweise die Messenger-Dienste Telegram und Signal wurden im Iran gesperrt, um den Demonstranten eine verschlüsselte Kommunikation unmöglich zu machen. Ursache der Proteste waren die gestiegenen Mietkosten in Verbindung mit der hohen Arbeitslosigkeit, sozialer Ungerechtigkeit und der anhaltenden schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes. Nach Ausbruch der Proteste wurde die landeseigene Armee in drei Distrikte geschickt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Der allgemeine Aufruhr scheint die Kryptowährungen kräftig zu pushen. So gab der Teheraner Blockchain-Experte Ziya Sadr gegenüber der International Business Times bekannt, er habe sein Vermögen in verschiedene Kryptowährungen gesteckt. Als Grund gab er die instabile wirtschaftliche Lage im Iran an. Sadr geht davon aus, dass der Glaube an die landeseigene Währung immer mehr schwinde. In seinem Umfeld hätten es mehrere Personen genauso gemacht, um einer möglichen Entwertung der Währung zuvor zu kommen. Sadr empfiehlt allen Iranern, ihr Geld aufgrund der Anonymität in Monero zu investieren. Bislang gab es keine Anzeichen dafür, dass die Teheraner Regierung die Nutzung von Bitcoin oder Monero verbieten wolle. Die Mitglieder der Community seien durchaus dazu in der Lage, die staatlichen Zensurmaßnahmen zu umgehen. Neben ständigen Internetausfällen soll es auch häufiger zum Ausfall der Telefonleitungen und des Mobilfunks kommen. Davon abgesehen seien diverse technische Maßnahmen zur Sperre von sozialen Netzwerken nicht erst gestern installiert worden. Von daher könne man innerhalb der Krypto-Community mithilfe des Tor-Netzwerkes oder einem VPN recht gut mit der Zensur umgehen.

Eine Statistik von Coin Dance zeigt im Vergleich zum November einen Anstieg des iranischen Handelsvolumens um 1.000 % seit dem 23. Dezember 2017. Bitcoin im Wert von mehr als 70 Milliarden US-Dollar sollen im Iran gehandelt worden sein. Auch die Anzahl der landeseigenen P2P-Handelsplattformen soll sich in den letzten Wochen verdoppelt haben. Obwohl im Iran schon längerfristig gesperrt, wird auch bei Twitter dazu aufgerufen, der landeseigenen Fiatwährung den Rücken zuzukehren. Sofern sich die wirtschaftliche Situation aufgrund der Proteste und US-Sanktionen zunehmend verschlechtert, ist im Iran eine weitere Zunahme der Nutzung von Kryptowährungen sehr wahrscheinlich.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen.

Bildquellen

  • iran_bitcoin_shutterstock_641379091: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/bitcoin-currency-symbol-on-flag-iran-641379091?src=LMdYaj7oHyS9ISnt5eiSxw-1-1

Ähnliche Artikel

Ethfinex Trustless: Ohne Ausweis traden

Ehtfinex Trustless, ein Sprössling der Kryptobörse Bitfinex, ermöglicht seit dem 17. September den Handel mit ETH-, OMG- sowie ZRX-Token. Der Clou: Das Trading läuft anonym ab; ein Zwang zur Identifikation per Ausweis besteht nicht. KYC? Von wegen! Der neuen Kryptobörse Ethfinex Trustless ist es herzlich egal, wer auf ihr Handel treibt. So benötigt man zum […]

ChainBerry Equity: Der erste deutsche Blockchain-Aktienfonds

In diesem Monat startet mit ChainBerry Equity der erste in Deutschland gelistete Aktienfonds, der nur Unternehmen beinhaltet, die im Blockchain-Bereich tätig sind. Aufgelegt wurde der Aktienfonds von der Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST, die Aktienselektion führte die ChainBerry Asset Management GmbH durch. Der Blockchain-Aktienfonds könnte ein weiterer wichtiger Schritt zur Adaption in Deutschland sein. Auch abseits der Kryptowährungen […]

USA: Dreimal so viele Krypto-Gerichtsprozesse wie im gesamten Vorjahr

Die Zahl der Gerichtsprozesse, bei denen es um Kryptowährungen ging, hat sich in den USA gegenüber 2017 bereits Ende Juli verdreifacht. Dies ging aus einem am 11.September veröffentlichten Bericht der Rechtsanalysefirma „Lex Machina“ hervor. Während im gesamten Vorjahr fünfzehn Gerichtsfälle mit entsprechendem Hintergrund verzeichnet wurden, waren es zur  Jahreshälfte 2018 bereits fünfundvierzig Verfahren. Sollte sich […]

Ripple: xRapid steht kurz vor der Markteinführung

Ripples xRapid könnte schon im nächsten Monat offiziell lanciert werden. Das Produkt macht Gebrauch von XRP-Token, um für höhere Liquidität bei Transaktionen zu sorgen. Die gute Nachricht hat sich beim XRP-Kurs indes noch nicht bemerkbar gemacht. Ein weiteres Finanzprodukt der Blockchain-Firma Ripple steht kurz vor der Veröffentlichung. xRapid soll internationale Transaktionen beschleunigen. Dazu wird der […]