Interview zur Blockchain App deora von der Partei Volt: „In nur drei Monaten haben wir die dApp entwickelt“

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Volt, deora

Quelle: deora

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Die Partei Volt testet auf ihrem Bundesparteitag, der am 7. und 8. September in Leipzig stattfindet, erstmalig eine dApp, die Blockchain Voting ermöglicht. Die dApp mit dem Namen deora ist innerhalb weniger Wochen gemeinsam mit der Unterstützung der dezentralen Organisation LeapDAO entstanden. Um mehr über die Blockchain-Lösung zu erfahren und herauszufinden, wie sie bei Abstimmungen eingesetzt werden soll, haben wir uns mit zwei Initiatoren, Simon Weniger und Johann Barbie von deora, kurz vor dem Bundesparteitag zum Interview getroffen.

BTC-ECHO: Wie kamt ihr auf die Idee, deora als Blockchain Voting App zu entwickeln?

Simon Weniger: Ich bin selbst Mitglied bei Volt und bei uns sind digitale Abstimmungen ein großes Thema. Kurz nachdem ich Volt beigetreten bin, war ich auf einem Blockchain Meetup, wo Democracy Earth vorgestellt wurde. Es handelt sich dabei um eine Open-Source-Blockchain-Plattform, die eine dezentrale Governance durch diverse Features wie unter anderem Voting auf der Blockchain ermöglicht. Dabei haben wir festgestellt, dass das gute Ideen sind. Die Ansätze waren allerdings für uns in der Form nicht anwendbar.

Und so kam die Idee, den Use Case selbst zu bauen: Eine white gelabelte Plattform, die man zur Abstimmung verwenden kann. Und so konnten wir dann Volt davon überzeugen, uns bei der Projektentwicklung zu unterstützen: Beim Bundesparteitag in Leipzig können wir das System erstmals testen.

BTC-ECHO: Was erhofft ihr euch vom anstehenden Bundesparteitag für eure dApp?

Simon Weniger: In erster Linie erhoffen wir uns einen großen Lerneffekt: Was passiert? Wie funktioniert das System? Wie ist die Nutzererfahrung? Ist die Blockchain-Technologie und unser Quadratic-Voting-System bereits ausgereift genug?


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Johann Barbie: Blockchain haftet ein negatives Image an, da die Nutzbarkeit oft unzureichend ist. Was jetzt getestet werden soll, ist, ob Blockchains anwenderfreundlich gestaltet werden können. Dahingehend haben in letzter Zeit viel verbessert. Mich interessiert, wie das angenommen wird.

BTC-ECHO: Die dApp ist zusammen mit LeapDAO entstanden, einer dezentralen Organisation, der du angehörst, Johann. Bitte erzähle, was eure technologische Grundlage ist.

Johann Barbie: Vor etwa einem Jahr haben wir damit begonnen, eine Layer-2-Chain zu entwickeln, die sogenannte Plasma Chain. Das Besondere an dieser Technologie ist, dass man Transaktionen abseits der Ethereum Blockchain sammelt und dann etwa alle zwei Minuten gebündelt an Ethereum schickt. Anhand dessen kann man alles beweisen, was auf der Side Chain passiert.

Was wir dadurch erreichen, ist eine deutlich größere Skalierbarkeit. Das heißt, wir können Blöcke alle zwei Sekunden erstellen und je Block bis zu 1.000 Transaktionen einbinden – und dabei können wir uns darauf verlassen, dass die Sicherheit der Ethereum Blockchain bestehen bleibt.

Für Voting ist unser System daher geeignet. Schließlich ist es transparent, nachvollziehbar und kostengünstig.

BTC-ECHO: Euer System erinnert etwas an Liquid Democracy. Ein Begriff, den allen voran die Piratenpartei geprägt hat. Inwiefern würdet ihr euch mit den Ansätzen der Piratenpartei vergleichen?

Simon Weniger: Digitale Abstimmungen sind eine gute Möglichkeit, Parteimitglieder zu ihrer Meinung zu befragen. Schließlich sind sie dezentral und kostengünstig. Das Problem an Liquid Democracy, also dem Versuch eine gemeinsame Entscheidungsfindung im Rahmen eines direktdemokratischen Systems zu finden, ist allerdings ein Machtüberhang auf Personen, die in der öffentlichen Wahrnehmung als populär herausstechen. Dieses Problem gehen wir auf unserer Plattform an, indem wir unser Quadratic-Voting-System nutzen.

BTC-ECHO: Und wie funktioniert das Quadratic-Voting-System mit euren Voice Credits?

Johann Barbie: Man kann pro Stimme Credits investieren – oder sparen, indem man an Abstimmungen, die nicht so wichtig sind, nicht teilnimmt. Dafür hat man bei anderen Abstimmungen mehrere Stimmen. Hier greift das Quadratic Voting bzw. quadratische Prinzip: Neun Credits sind drei Stimmen wert, 25 Credits sind fünf Stimmen wert usw.

Dies soll Minderheitenschutz gewährleisten. Wenn jemand also sehr viele Credits besitzt, wird der Stimmanteil im Quadrat geringer. Wenn ich aber möchte, dass meine Stimme mehr zählt, kann ich Voice Credits sparen und so meiner Meinung mehr Gewicht verleihen.

BTC-ECHO: Laut Gesetzgebung ist es in Deutschland nicht erlaubt, staatliche Wahlen elektronisch durchzuführen. Glaubt ihr, dass es mithilfe der Blockchain-Technologie realistisch ist, dass wir in den nächsten Jahren hierzu eine Gesetzesänderung sehen werden?

Simon Weniger: Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir früh dran sind. Wir hoffen aber, durch unseren Beitrag einer mögliche Gesetzesänderung Vorschub leisten zu können. Wir sind optimistisch, dass die Blockchain ein möglicher Lösungsansatz für digitale Wahlen ist, und somit auch umgesetzt werden kann.

Johann Barbie: Viele Menschen sind angesichts neuer technologischer Entwicklungen noch zurückhaltend. Ich denke daher, dass wir digitale Wahlen auf Bundesebene so bald nicht sehen werden.

BTC-ECHO: Wie soll es nach dem Initialtest auf eurem Parteitag in Leipzig weitergehen? Was sind die nächsten Schritte?

Wir sind noch eine recht junge Organisation. In nur drei Monaten haben wir die dApp entwickelt. Sollte der Volt-Parteitag positiv verlaufen, stellt sich natürlich die Frage, wie wir unser Produkt und die Organisation am besten weiterentwickeln – dieser Frage stellen wir uns in den kommenden Wochen.


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