BTC-Dilemma Internationaler Währungsfonds hakt nach: Ist Bitcoin richtiges Geld?

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

Spaziergänger vor dem Gebäude des internationalen Währungsfonds

Quelle: Shutterstock

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Nicht nur Bitcoin-Propheten feiern Hochkonjunktur. Der Krypto-Boom ruft auch Skeptiker auf den Plan, die den Crash bereits an die Wand malen. Der internationale Währungsfonds fühlt der Twitter-Community auf den Zahn und stellt die Frage aller Fragen: Sind Kryptowährungen richtiges Geld?

Spielgeld, Risiko-Assets, Scheinwährungen: An Stigmata mangelt es im Krypto-Space nicht. Seit Bitcoin das Licht der digitalen Welt erblickte, begleiten die Kryptowährung kritische Stimmen, die sich an den immer gleichen Vorurteilen abarbeiten. Zu hoch das Risiko und die Volatilität, zu gering der praktische Nutzen. Zumal Bitcoin und Co. ja ohnehin nur für illegale Geschäfte im Darknet verwendet werden.


So oder so ähnlich lauten die prominentesten Totschlagargumente. Doch das Bild kippt allmählich. Die öffentliche Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren gegenüber der Krypto-Thematik sensibilisiert. Digitalwährungen mögen bei einem breiten Publikum zwar nach wie vor auf Unverständnis stoßen. Doch der Krypto-Markt hat sich einen immer größer werdenden Anlegerkreis erschlossen. Wissenslücken wurden gestopft und mit vielen Vorurteilen aufgeräumt.

Die Frage aller Fragen

Doch obwohl Krypto-Assets ihren Siegeszug als Anlageklasse auch in den traditionellen Finanzmärkten feiern, bleibt die eine Frage bestehen: Erfüllen Kryptowährungen die Funktion eines Zahlungsmittels? Der internationale Währungsfonds (IWF) hat sich der Frage angenommen und eine Abstimmung auf Twitter gestartet.

Das vorläufige Ergebnis: 80 Prozent sagen “ja, digitale Währungen sind richtiges Geld”, nur 20 Prozent stimmten dagegen. Immerhin knapp 88.000 User nahmen bereits zu Redaktionsschluss an der Umfrage teil. Das Ergebnis kann somit als durchaus repräsentativ angesehen werden, auch wenn die Plattform wohl ungleich mehr Krypto-affine Befürworter als Kritiker aus der Reserve lockt.

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Die Abstimmung hat eine lebhafte Debatte in Gang gesetzt. In den Kommentarzeilen ist ein weitestgehend sachlicher Schlagabtausch zwischen Pro- und Contra-Vertretern entbrannt, der ein allgemeines Stimmungsbild einfängt.

Das Spektrum reicht dabei von Argumenten, die Bitcoin als bestes Geld überhaupt anpreisen, bis zu ablehnenden Haltungen, die den Krypto-Markt mit einem Schneeballsystem vergleichen. Ein User namens Panos argumentiert, dass Kryptowährungen nicht nur Geld, sondern die 2.0-Version von Geld seien. Sie seien effizienter, demokratischer und obendrein dezentraler organisiert als Fiat-Währungen.

Der User R. J. Miller hält dagegen: Bitcoin sei zu träge, zu teuer und habe ein Skalierungsdefizit, wenn es darum gehe, die Währung für Geldfunktionen einzusetzen. Bitcoin sei ein guter Wertspeicher, aber keine Währung im Sinne eines schnell austauschbaren und wertstabilen Zahlungsmittels.

Das Bitcoin-Dilemma

An diesen beiden entgegensetzen Polen zeigt sich das tatsächliche Dilemma von Bitcoin und Co. Denn recht haben beide User. Kryptowährungen haben gegenüber Fiat-Währungen die Vorteile dezentral strukturierter Geldsysteme, die manipulationsresistent sind und anonyme Geldströme sowie finanzielle Inklusion ermöglichen. Doch ebenso ist es ein offenes Geheimnis, dass sich Bitcoin aus verschiedenen Gründen bislang nicht als anerkanntes Zahlungsmittel etablieren konnte. Krypto-Akzeptanzstellen sind zumindest in europäischen Breitengraden immer noch Mangelware.

Die Frage sollte also eher lauten: Können Kryptowährungen, im Besonderen die größte unter ihnen, Bitcoin, zugleich Währung und Wertspeicher sein? Handelt es sich um einen Scheinwiderspruch oder ist der Spagat tatsächlich unmöglich?

Eine abschließende Antwort kann nur die Zeit geben. Trotz seiner gigantischen Wertentwicklung lernt Bitcoin nach wie vor das Laufen. Das Bitcoin Whitepaper hat gerade mal 12 Jahre auf dem Buckel. Wenn man den kurzen Zeitrahmen bedenkt, den die Währung brauchte, um dort zu stehen, wo sie heute steht, und in dem sich ein ganzes Krypto-Ökosystem mit Börsen, Wallet-Anbietern und Brokern gebildet hat, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Bitcoin und Co. auch künftig immer häufiger ihren Weg zur Kasse finden.

Ein langer Weg

Für den Adaptionsprozess, und um Kryptowährungen überhaupt im Zahlungsverkehr einzubinden, braucht es aber vor allem globale Player, die die infrastrukturellen Anforderungen für ein internationales Zahlungssystem erfüllen. Zahlungsanbieter wie PayPal und Square haben die lang verschlossene Tür bereits aufgestoßen und Kryptowährungen einer großen Nutzerbasis näher gebracht.

Dass die Verbreitung und Einbindung von Kryptowährungen nicht von heute auf morgen geschieht, täuscht auch nicht über deren Potenzial hinweg, künftig als Alternative neben Fiat-Währungen im Zahlungsverkehr zu koexistieren. Die Adaption ist ein langwieriger Prozess, der keine Abkürzungen erlaubt. Ob Bitcoin in Zukunft vermehrt für den Brötchenkauf verwendet wird, hängt letztlich davon ab, welche Möglichkeiten geschaffen werden und ob der Handel diese annimmt. Die naturgemäß hohe Schwankungsbreite von Krypto-Assets ist das wohl größte Hindernis. Aber je mehr sich der Bitcoin Supply global verteilt und der Ruf nach entsprechenden Anwendungsmöglichkeiten lauter wird, umso höher ist auch der Anreiz, solche Angebote zu schaffen. Bis dahin fristet Bitcoin aber wohl noch eher ein Dasein als Wertspeicher.

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