Hacker: „Kryptowährungen sind unsicherer, als die Öffentlichkeit denkt“

Selim Baykara

von Selim Baykara

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Selim Baykara

Selim Baykara ist seit 2015 im Tech-Journalismus unterwegs. Davor hat er Englisch an der Universität Mainz studiert und war mehrere Jahre als freiberuflicher Autor und Übersetzer tätig.

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Quelle: Shutterstock

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Als einer der größten Vorteile von Kryptowährungen wie Bitcoin wird gerne die hohe Sicherheit angeführt. Aber stimmt das auch wirklich? Ein hochrangiger Sicherheitsexperte weist auf die fatalen Schwachstellen hin und will jetzt zeigen, dass es dabei etliche versteckte Risiken gibt. Ein echter Erkenntnisgewinn – oder haben wir das doch schon längst gewusst?

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2019 02:07 Uhr von Andre Winterberg

Bei dem Experten handelt es sich um den ehemaligen „ethischen Hacker“ Rob Pope, der schon als Sicherheitsfachmann für bekannte Unternehmen wie Barclays oder HSBC tätig war und inzwischen seine eigene Technologiefirma Dogtown Media leitet. Auf dem diesjährigen US-Medienfestival South by Southwest (SXSW) 2019 wird er am 15. März eine mit Spannung erwartete Präsentation unter dem ominösen Namen „Krypto-Kriminalität: Wie man Kryptowährungen stiehlt“ halten.

Experte: Kryptowährungen können einfach gehackt werden

Im Rahmen des Vortrags will Pope zeigen, dass derzeit ein falsches Sicherheitsgefühl vorherrscht, wenn es um Blockchain-Technologien und Kryptowährungen geht. Dazu will er unter anderem in einem Live-Hack demonstrieren, wie einfach sich Kriminelle die Schwachstellen von Kryptowährungen zunutze machen können. Außerdem will der ehemalige Hacker Maßnahmen vorstellen, mit denen Nutzer ihre Wallet besser schützen können.

Pope zufolge sind „Kryptowährungen viel unsicherer, als die Öffentlichkeit denkt“. Bislang bleibt allerdings unklar, was er damit genau meint. Die Pressemitteilung zu seiner Präsentation erweckt den Eindruck, dass er damit Schwachstellen im Code und den Verschlüsselungsmethoden anspricht. Bislang ist allerdings kein Fall bekannt, in dem Kriminelle es schafften, den privaten Schlüssel eines Nutzers wirklich zu hacken. Insofern bleibt die Frage: Sagt uns der Sicherheitsexperte eigentlich nur das, was wir schon längst wissen?

Was passiert bei einem Krypto-Hack eigentlich genau?

Ja, es gibt immer wieder Sicherheitslücken und es stimmt, dass zahlreiche Krypto-Börsen bereits Opfer von Hacks wurden. Allerdings sollte man hier doch genauer hinschauen, was eigentlich passiert. Der typische „Krypto-Hack“ greift nicht die Blockchain selbst oder die Verschlüsselungsmechanismen, sondern den menschlichen Nutzer an und macht sich dessen Unaufmerksamkeit zunutze.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist die Malware CookieMiner, die Wallet Keys und Zugangsdaten vom Computer der betroffenen Nutzer entwendet. Auch bei den Angriffen auf Krypto-Börsen, zuletzt etwa Cryptopia, zielen die Hacker auf Nutzer-Accounts und die Schwachstellen der jeweiligen Domains. Sehr beliebt bei Cyberkriminellen sind außerdem Phishing-Versuche. Dabei leiten Angreifer die Nutzer auf eine scheinbar seriöse Website und verleiten sie, ihre privaten Informationen einzugeben – die dann umgehend bei den Hackern landen.

All diese Hacks sind natürlich ein echtes Problem – allerdings gab es solche Angriffe auch schon lange, bevor die Blockchain ein Thema wurde. Daher ist auch die Frage berechtigt: Was bringt die beste Sicherheit, wenn Menschen weiterhin Fehler begehen werden? Man darf gespannt sein, ob Rob Pope in seinem Vortrag eine Antwort darauf hat.

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