Geknackt? Die Bitfi-Wallet von John McAfee

Michael Preissl

von Michael Preissl

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Michael Preissl

Michael Preissl war über 15 Jahre in der IT tätig und arbeitete 10 Jahre als Verlagschef. Seit 2013 ist er als Trader und Technik-Enthusiast in der Kryptowelt unterwegs. 2014 ist er nach Malta ausgewandert und gründete 2017 seine Kryptotrading-Community Kryptogodz.

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Quelle: Delicious nuts and nutcrackers on a black background via shutters

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Ende Juni stellte Bitfi eine Krypto-Wallet vor, die sie laut offiziellem Präsentationsmaterial als erste nicht hackbare Wallet bewerben. Die Wallet soll über eine „undurchdringliche Sicherheit“ verfügen und es wird ein Betrieb „ohne jegliches Verlustrisiko“ versprochen. Nun ist John McAfees Wallet offenbar doch geknackt worden. Der Mann, der den Kurs von Bitcoin bis 2020 bei einer Million US-Dollar sieht, ist darüber nicht erfreut.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

John McAfee, der durch Paranoia zum Millionär geworden ist, feiert die Bitfi-Wallet mindestens so stark wie sich selbst. In seinem nie versiegenden Strom von Tweets verkündet der Kryptoguru unablässig, dass die Wallet „fucking unhackable“ sei:

„Von allen heute ausgeklügelten und ausgefeilten Methoden, Wallets sicher zu machen und eine einfache Handhabung zu bieten, ist sicherlich keine davon so episch wie die neue Bitfi-Wallet“, war eine seiner weiteren Meinungen darüber. Einige seiner Mitbewerber haben eine innovative Methode zum Schutz des Private Keys entwickelt. Bitfi jedoch habe alle Register gezogen, um sicherzustellen, dass niemand unerlaubt an die Private Keys herankommen kann, hieß es weiter.


Derweil gingen die Diskussionen über die Sicherheit der digitalen Geldbörse in Twitter mit einigen Bekanntheiten so weit, dass John McAfee eine Ausschreibung startete, bei der jeder 100.000 US-Dollar bekäme, dem es gelänge, die Bitfi-Wallet zu hacken. Kurz danach wurden von Bitfi die Regeln für diese Aktion festgelegt. Die Aufgabe besteht darin, die Coins im Wert von 50 US-Dollar von der Wallet herunterzuholen. Nach weiteren Diskussionen über die Sicherheit, wurde der Preis auf 250.000 US-Dollar angehoben:

Interessante Entdeckungen

Diese Herausforderung scheint nun einige Sicherheitsexperten angelockt zu haben. Kaum haben sie das Gerät in die Finger bekommen, zerlegten sie es in seine Einzelteile. Dabei haben sie herausgefunden, dass die Wallet auf einem chinesischen Mobiltelefon (Mediatek MT6580) basiert, allerdings ohne Kamera und Sim-Karte. Die Firmware enthält einen Baidu GPS/WiFi-Tracker, eine Malware-Suite (Adups FOTA) und einen Tracker, der alle Aktivitäten auf dem Gerät protokolliert.

Bereits die ersten Prüfungen waren nicht sehr erfreulich für Bitfi. So erklärte Ryan Castellucci in einer detaillierten Analyse, dass die Wallet bestens dazu geeignet sei, um sich in den Fuß zu schießen.

Neueste Entwicklungen – BitFi offenbar gehackt

Am 1. August verkündete der Nutzer OverSoft nun, dass er es geschafft habe, die vermeintlich unhackbare Wallet zu knacken:

CryptoShitLord kommentierte dazu auf Reddit: „McAfee wird bis 2020 keine Körperteile mehr haben, die er noch essen kann.“

Die Reaktion des Kryptogurus indes war es, eine Videoantwort anzukündigen, die bis jetzt noch nicht kam. Im klassischen John-McAfee-Stil bezeichnete er den Hack als „Nonsense“:

Dazu unser Chefanalyst Dr. Philipp Giese:

„John McAfee muss klar gewesen sein, dass er mit seinem gewagten Claim einen Honeypot um Bitfi aufbaute. Dieser Hack reiht sich in die für John McAfee übliche „Öffentlichkeitsarbeit” ein und passt zu seinen gewagten Bitcoin-Vorhersagen oder seinen bezahlten Coin-Empfehlungen. Das einzige Wunder um John McAffee ist, wie jemand mit seinem Track Record immer noch als Autorität gilt.“

Das Twitter-Kino geht weiter  wir bleiben dran.

BTC-ECHO


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