Fall eines DeFi Tokens GAU für YAM: Inflation Bug bedroht DeFi Token

David Scheider

von David Scheider

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David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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YAM-Wurzeln

Quelle: Shutterstock

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Dem DeFi Coin YAM droht das Aus. Nur drei Tage nach der Genese taucht ein kritischer Bug auf, der den Wert des Staking Coins an den Südpol treibt.

Wenn aus der Funktion „totalSupply = initSupply.mul(yamsScalingFactor).div(BASE)“ plötzlich „totalSupply = initSupply.mul(yamsScalingFactor)“ wird, hat man ein Problem. In diesem Fall dürfte der Bug in der rebasing function fatale Folgen haben. Denn wie das DeFi-Projekt YAM via Medium mitteilte, steuert der Coin geradewegs auf eine Katastrophe zu.

Wie YAM Finance auf Medium mitteilte, handele es sich bei der fehlerhaften Funktion um einen Inflation Bug, der den Supply von YAM mal eben um Token im Wert von 500.000 US-Dollar erhöhte. Soweit, so tragisch. Doch es kommt noch schlimmer. Denn wie das Unternehmen weiter ausführt, führt die überhöhte Geldmenge dazu, dass die Governance, also der Mechanismus um über Änderungen am Protokoll abstimmen zu können, nicht mehr funktioniert. In anderen Worten: Der Smart Contract, der für dezentrale Governance sorgen soll, besiegt sich selbst. Ein GAU.

Auf die naheliegende Lösung, eine Protokolländerung zur Abstimmung zu stellen, ist das YAM-Team sodann auch von selbst gekommen. Damit man dem Inflation Bug noch vor der nächsten Welle an ungeplanten YAM Token ein Schnippchen schlagen könne, müssten YAM-Nutzer insgesamt 160.000 YAM auf yam.finance hinterlegen. Dann und nur dann sei das Projekt noch zu retten.


Mittlerweile ist diese Frist indes abgelaufen. Auf dem offiziellen YAM-Twitterkanal widersprechen sich die Meldungen zum Erfolg des Aufrufs. Einerseits ist den Replies auf den Twitter-Aufruf zu entnehmen, dass die kritische Menge an Token erreicht wurde.

Andererseits bleiben die Sorgen, dass die Protokolländerung (also der Vorschlag, den Inflation Bug rückgängig zu machen) die Governance nicht passiert.

Trotz Katastrophe scheint YAM also noch zu zappeln. Ob das aber reicht, um den Meme Coin zu retten, ist fraglich. Nach bekanntwerden der Meldung stürzte der Token bereits ins Bodenlose. Innerhalb der letzten 24 Stunden büßte die Kryptowährung über 97 Prozent seines Wertes ein.

YAM-Kurs nach Angabe von Coingecko.

Meme-Coin und Wurzelgemüse

Bei YAM handelt es sich nicht nur um ein essbares Wurzelgewächs, sondern auch um eine neuartige Kryptowährung, die erst am 11. August das Licht der Welt erblickte. Ursprünglich lancierte das Projekt mit Token zum Nulltarif – der Wert kletterte dann aber innerhalb kürzester Zeit auf 159 US-Dollar an. Für einen Stable Coin, der um den Wert 1 US-Dollar oszillieren will, auch nicht gerade optimal.

DeFi mag der neue helle Stern am Krypto-Nachthimmel sein. Mit Meldungen wie dieser läuft der Sektor aber Gefahr zu einem ICO-Desaster 2.0 zu werden.


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