Fomo3D: Lotterie, Schneeballsystem, Rekord-dApp

Quelle: Business pyramid concept and hierarchy structure symbol as a multilevel marketing scheme with an organized group of birds on a wire with other bird recruit members joining at the bottom. via Shutterstock

Fomo3D: Lotterie, Schneeballsystem, Rekord-dApp

TeamJUST, der Entwickler von PoWH3d, hat wieder einmal zugeschlagen. Wie schon PoWH3d erreicht auch die neue, nicht minder fragwürdige dApp eine Top-Platzierung auf DappRadar.com. Der Jackpot des Hybrids aus Lotterie und Schneeballsystem ist auf umgerechnet zehn Millionen US-Dollar angewachsen. Wie lange kann das noch gut gehen?

Das Spielprinzip der Gambling-dApp ist denkbar einfach: Man kauft mit ETH sogenannte „Keys“. Ein Teil des Geldes landet in einem großen Topf („Pot“). Der Rest wird an jene ausgeschüttet, die bereits im Besitz eines oder mehrerer Keys sind. Wie das Geld aufgeteilt wird, hängt davon ab, welchem der vier möglichen „Teams“ man beigetreten ist. Dabei läuft ein 24-Stunden-Countdown , der sich mit jedem Kauf eines Keys etwas verlängert.

Derjenige, der vor Ablauf des Timers den letzten Key gekauft hat, erhält 48 Prozent des Pot-Inhalts. Dieser beläuft sich aktuell auf stolze 21.400 ETH , das entspricht fast zehn Millionen US-Dollar. Zwei Prozent aus dem Topf wandern in einen Gemeinschaftsfonds und kommen denjenigen zugute, die sich an der dApp-Entwicklung beteiligt haben. Die übrigen 50 Prozent gehen an Fomo3D-Spieler und P3D-Token-Eigner; außerdem wird ein Teil mit in die nächste Runde übernommen.

Die Keys werden indes mit fortschreitender Zeit immer teurer. Das heißt, wer sich früh viele Keys gesichert hat, profitiert von denjenigen, die später einsteigen. Deshalb wird nun fleißig um neue Nutzer geworben, die besonders anfällig für die Angst, etwas zu verpassen (Fear of missing out, „Fomo“), sind. Wie es sich für ein ausgemachtes Schneeballsystem eben gehört.

Trotz mangelnder Seriosität derzeit erfolgreichste dApp

FOMO3d versucht dabei gar nicht erst, sein Geschäftsmodell schön zu reden. So handelt es sich nach eigener Aussage um einen „exit scam“. Auch die URL der dApp hat man mit Bedacht gewählt: Der Name www.exitscam.me lässt keine Fragen offen, was die Seriosität der dApp betrifft.

Trotz – vermutlich aber eher wegen – dieses offensichtlichen Bekenntnisses, ein Scam zu sein, domniert Fomo3D in Sachen Nutzeraktivität derzeit alle anderen dApps auf DappRadar. Die dApp verzeichnet aktuell über 5.200 aktive Nutzer in den letzten 24 Stunden. Das sind fast doppelt so viele wie beim Zweitplatzierten, die dezentralisierte Kryptobörse IDEX. Auch die Zahlen der ersten Mainstream-dApp CryptoKitties verblassen gegen den Erfolg des quasi-automatisierten Pyramidensystems: Gerade einmal 350 Nutzer haben sich in den letzten 24 Stunden um Aufzucht und Pflege der digitalen Kätzchen gekümmert – und es dabei auf ein Handelsvolumen von 22,17 ETH gebracht. Zum Vergleich: Bei Fomo3D beträgt dieser Wert mit 2.700 ETH mehr als das Hundertfache.

Wenn der Wahnsinn so weitergeht, ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Auswirkungen auf den ETH-Kurs und die Gaspreise bemerkbar machen. Für eines muss man TeamJUST jedenfalls Respekt zollen: Es gelingt ihnen mit ihren Projekten wunderbar und nicht ohne Humor, die absurden Auswüchse der Krypto-Ökonomie kenntlich zu machen. Fomo sei Dank!

BTC-ECHO

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