Explosives Wachstum: Facebook-Coin könnte Krypto-Nutzer „verdreifachen“

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

Quelle: Shutterstock

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Laut der Investment-Firma Blockchain Capital könnte der Facebook-Coin für eine weltweite Explosion des Krypto-Sektors sorgen. So wäre eine Verdoppelung bis hin zu einer Verdreifachung der weltweiten Nutzerzahlen möglich. Allen voran jedoch baue die Entwicklung des Bezahlsystems vonseiten des Social-Media-Riesen dramatischen Druck auf die FinTech-Branche auf. Diese müsse sich mit Blick auf ihre Blockchain-Adaption nun aus der Wartestarre lösen und nachziehen.

Es ist das wohl ehrgeizigste Krypto-Projekt seit Langem: Nicht weniger als eine Milliarde US-Dollar soll der Social-Media-Gigant Facebook derzeit in die Entwicklung seines mutmaßlichen Stable Coin stecken. Diesen sollen die knapp 2,32 Milliarden Nutzer Gerüchten zufolge dann künftig für Online-Zahlungen nutzen können.


Branchenexperten sehen im Vorstoß des Unternehmens für den Krypto-Sektor einen entscheidenden Moment des Umbruchs. Im Interview mit den US-Wirtschaftsnachrichten Bloomberg schätzt Spencer Bogart, Partner bei Blockchain Capital, einer führenden Gesellschaft für Distributed-Ledger-Investments, an diesem Mittwoch, dem 8. Mai, dass der Facebook-Coin zu einem explosiven Wachstum der Branche führen könnte:

Facebook ist von globaler Bedeutung. Selbst wenn sich nur ein kleiner Prozentsatz seiner Nutzer Kryptowährungen zuwenden, würde dies deren weltweite Nutzung verdoppeln, sogar verdreifachen.

Gleichzeitig werde der Facebook Coin einen großen Teil der Weltbevölkerung mit Kryptowährungen bekannt machen. Von dieser Sogwirkung könnten auch Bitcoin & Co. profitieren:

Es ist ein Sprungbrett […]. Leute können sich umschauen und in Bitcoin oder Ether investieren.

Dass Bogart bei seinen Schätzungen richtig liegen könnte, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

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Aktuellen Schätzungen zufolge nutzen derzeit rund 2,7 Milliarden Menschen weltweit entweder Facebook oder dessen Töchter Instagram, WhatsApp oder den Facebook-Messenger. Bei knapp 2,1 Milliarden Menschen sollen die Dienste sogar täglich zum Einsatz kommen.

Genaue Schätzung zur derzeitigen Krypto-Nutzung wiederum gibt es keine. In Anbetracht von knapp 32 Millionen Bitcoin-Wallets dürfte diese im Gegensatz zu Facebooks Rekordzahlen jedoch verschwindend gering ausfallen.

„Dramatischer Katalysator“ für FinTech-Branche

Darüber hinaus könnte sich der Facebook-Coin laut Bogart zu einem „dramatischen Katalysator“ für die gesamte FinTech-Branche mausern. Diese sei bisher zu größten Teilen noch in der Wartestarre verblieben und müsse mit Blick auf die Krypto-Adaption nun nachziehen. Am Beispiel der Großinvestoren Fidelity, welche in dieser Woche angekündigt hatten, Krypto-Trading für institutionelle Investoren anbieten zu wollen, zeige sich dieser Druck stellvertretend.

Facebook bringt die Branche jetzt dazu, lieber früher als später aktiv zu werden.

Derweil scheint Facebook weiter fleißig an der Entwicklung seines mutmaßlichen Stable Coin zu feilen. Nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen derzeit Partner in der institutionellen Finanzwelt rekrutiert und unter anderem MIT-Professor Christian Catalini für seine Zwecke gewonnen haben soll, verkündete der Konzern in dieser Woche dabei eine überraschend anmutende Entscheidung. Trotz des weiter schwelenden Brexits will Facebook seine Zentrale für mobile Zahlungen Berichten zufolge in London ansiedeln. Von hier aus soll sich die Abteilung künftig vor allem Indien als wichtigsten Markt für den Messenger WhatsApp widmen. Dass der Facebook-Coin hierbei eine Rolle spielen wird, gilt als sicher.

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