Ethereum, Ethereum und Ether als halal eingestuft

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Ethereum und Ether als halal eingestuft

Für gläubige Muslime gelten bei Finanzgeschäften zusätzliche Regelungen. Diese werden von der Scharia, dem islamischen Gesetz, diktiert. Bislang gibt es noch kein allgemeines Urteil, ob Kryptowährungen den Anforderungen der Scharia entsprechen. Um die Adaption der Ethereum-Plattform im islamischen Raum zu fördern, ließ die Ethereum Foundation ihre Kreation nun prüfen.

Dürfen gläubige Muslime die Ethereum-Plattform nutzen? Islamische Rechtsgelehrte von Amanie Advisors, einer islamischen Finanzberatung, sind dieser Frage in Kooperation mit der Ethereum Foundation nachgegangen.

Das Ergebnis dürfte für muslimische Krypto-Enthusiasten erfreulich sein: Die Gelehrten stuften sowohl die Ethereum-Plattform als auch die zugehörige Kryptowährung Ether als „Scharia-konform“ ein. Amanie Advisors fassten die Ergebnisse ihrer Untersuchung in einem Shariah Whitepaper zusammen, das hier abgerufen werden kann. Demnach folgt aus der positiven Einstufung:

Scharia-konform zu sein bedeutet, dass Ether von der muslimischen Gemeinschaft rechtmäßig gehandelt und getauscht werden kann. Es ist zulässig, dass ein Muslim Ether kauft, verkauft oder hält, um an der Ethereum Blockhain teilzunehmen und die Vorteile der Technologie voll auszuschöpfen.

Zweck der Untersuchung war, etwaige Unsicherheiten zu beseitigen, um so das Interesse für die Ethereum-Plattform in der islamischen Welt anzuregen. Kopf der Initiative ist Virgil Griffith, der bei Ethereum für Spezialprojekte zuständig ist. Er stellte den Kontakt zu Amanie Advisors her. Daraufhin machten sich die Rechtsgelehrten auf, um die „Scharia-Parameter“ von Ethereum und Ether herauszustellen.

Ether gilt nicht als Währung

Im Shariah White Paper diskutieren die Verfasser zunächst die Frage, ob Ether aus islamischer Perspektive als Währung einzustufen ist. Die Gelehrten verneinen eine solche Einschätzung, Ether wird von ihnen stattdessen als ein wertvolles Gut bestimmt. Denn die primäre Funktion von Ether erkennen sie als Utlity Token für die Ehtereum-Plattform.


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Ether diene demnach primär als Anreiz für Miner, um Transaktionen zu bestätigen. Als solches habe es nur innerhalb eines begrenzten Ökosystems einen Wert. Die Verwendung von Ether als Wertspeicher und universell gültiges Tauschmittel ist dagegen aus Perspektive der Gutachter nur von marginaler Bedeutung.

Die Gelehrten prüfen sodann, ob Ether den von der Scharia gestellten Anforderungen an Güter entspricht. Hierbei gilt das Prinzip: Was nichts Verbotenes umfasst, ist erlaubt. Dieser Maxime folgend kommen sie zu dem Schluss, dass der Tausch von Ether weder Zinsen einschließt noch von einer unabwendbaren Unsicherheit geprägt ist. Schließlich könne der Handel mit Ether auch nicht mit Glücksspiel verglichen werden. Somit gibt es aus islamischer Perspektive keinen Grund, aus dem heraus Ether als verboten angesehen werden müsste.

Auch die Ethereum Blockchain ist Scharia-konform

Amanie Advisors begutachteten auch die übrigen Komponenten des Ethereum-Ökosystems. Sie stuften sowohl die Plattform als auch das Mining von Ether als gestattet ein. Auch in Bezug auf Smart Contracts und dApps sahen sie keine grundsätzlichen Einwände. Hier gilt es allerdings, von Fall zu Fall den konkreten Inhalt der Verträge und Anwendungen zu prüfen.

Ethereum ist im Übrigen nicht das erste Krypto-Projekt, das einer Scharia-Prüfung unterzogen wurde. Die Kryptowährung Stellar erhielt bereits 2018 ein Scharia-Zertifikat.

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