Ethereum Classic: Anstieg der Transaktionsgebühren gibt Rätsel auf

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

Quelle: Shutterstock

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Nachdem Ethereum Classic (ETC) erst letzte Woche Opfer einer 51-Prozent-Attacke geworden ist, machen nun neue Seltsamkeiten im Netzwerk die Runde. Die Rede ist von einem ungewöhnlichen Anstieg der Gebühren für ETC-Transaktionen.

Am Sonntag, dem 13. Januar, stiegen die durchschnittlichen Gebühren im ETC-Netzwerk um – Achtung, anschnallen – 800 Prozent. Einem vormaligen Wert von wenigen Cents standen Gebühren von bis zu sieben US-Dollar gegenüber. Die ETC-Gemeinde rätselt nun über die Hintergründe des Ereignisses.

Hash Rate steigt simultan mit Gebühren

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Zum jetzigen Zeitpunkt kann man darüber allerdings nur spekulieren. Der Anstieg der Gebühren geht indes mit einem sichtbaren Peak der ECT Hash Rate einher. Diese stieg am Sonntag, also am selben Tag, an dem auch der Anstieg der Transaktionsgebühren zu beobachten war, von 8 TH/s auf 12 TH/s an. Der Ausschlag lässt sich gut anhand der folgenden Grafik beobachten:

Ethereum Classic (ETC) Netzwerk-Hash-Rate in TH/s.

Was könnte für diesen plötzlichen Anstieg verantwortlich sein?

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2Miners verantwortlich?

Auf Gastracker.io springt einem der Mining Pool 2Miners ins Auge. Nachdem dieser seit Beginn des Jahres selten mehr als 400 GH/s ins Netzwerk einspeiste, stieg die Hash Rate am Sonntag auf sage und schreibe bis zu 3054 GH/s an – eine Verneunfachung im Vergleich zum Vortag:

Hash Rate des Mining Pools 2Miners im Verlauf der letzten 14 Tage. Angaben in GH/s.

Als mögliche Begründung für den merkwürdigen Anstieg der Fees stehen verschiedene Theorien im Raum.

GasToken Exploit als mögliche Erklärung

Zunächst diskutiert Coindesk die Ausnutzung einer Sicherheitslücke im Netzwerk, bei der durch geschickte Transaktionen auf Exchange Wallets Krypto-Börsen den Gas-Preis bezahlen. Dadurch, so die Theorie, können Angreifer im Prinzip umsonst GasToken kreieren – und sich so bereichern.

Bitfly-CEO Peter Pratscher hält diese Erklärung allerdings für unplausibel. Wie er gegenüber Coindesk sagte, könnte der Anstieg der Transaktionsgebühren auch eine Sicherheitsmaßnahme gegen weitere 51-Prozent-Attacken sein. Denn je höher die Gebühren, desto höher die Anreize, ins ETC Mining einzusteigen. Und je mehr Miner im Netzwerk sind, desto schwieriger werden 51-Prozent-Attacken.

„Ich glaube nicht, dass die hohen Transaktionsgebühren mit dem GasToken-Exploit zusammenhängen… Es ist unbekannt, ob dies ein Irrtum oder eine vorsätzliche Maßnahme war, um den ETC-Mining-Pool zu fördern und weitere 51-Prozent-Angriffe zu verhindern.“

Irgendwer muss die hohen Transaktionsgebühren aber bezahlt haben. Ob es sich dabei um einen guten Samariter oder einen bösartigen Hacker gehandelt hat, lässt sich derzeit nicht klären.


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