Ente der Woche: Der Bitcoin Trading Desk von Goldman Sachs

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: shutterstock

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Als der Bitcoin-Kurs ebenso wie die Kurse der meisten Altcoins in den letzten beiden Tagen kräftige Einbußen zu verkraften hatten, wurde – wie bei solchen Kursereignissen üblich – fleißig über die möglichen Ursachen spekuliert. Neben ominösen Geldbewegungen im Zusammenhang mit der Silk Road bzw. Mt.Gox war es auch eine Meldung des Business Insider zum Investmentriesen Goldman Sachs, die den Kursabfall angeheizt haben könnte. 

Am 5. September um 12 Uhr schrieb das Wirtschaftsnachrichtenportal Business Insider:

„Die Bank [Goldman Sachs] gibt Pläne auf, in absehbarer Zeit einen Trading Desk mit Kryptowährungen zu eröffnen, da die rechtlichen Rahmenbedingungen für Krypto noch unklar sind.“

Eine Stunde später war der BTC-Kurs um rund 300 US-Dollar auf 7.000 US-Dollar gefallen. Im Verlauf des 6. Septembers rutschte der Bitcoin-Kurs noch bis unter die 6.500-US-Dollar-Marke. Die Volatilität des Kryptomarktes ist berüchtigt. Besonders deutlich wird diese, wenn Spekulationen (Stichwort: Bitcoin-ETF) und zweistellige Kursveränderungen verdächtig zeitnah auftreten. Dass die Meldung des Business Insider in den jüngsten Kursrutsch mit hineingespielt hat, ist also nicht per se auszuschließen.

Goldman-Sachs-Kunden drängen auf Bitcoin-Derivate

Goldman Sachs indes hat die Gerüchte um die Aufgabe ihrer Pläne für einen Bitcoin Trading Desk dementiert. Gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC sprach Goldman-Sachs-CFO Martin Chavez deutliche Worte:

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich selbst einmal diesen Begriff in den Mund nehmen würde, aber ich muss diese Nachrichten tatsächlich als „Fake News“ bezeichnen.“

Man arbeite an Derivaten für Bitcoin, weil die Kunden danach verlangten. Auch wenn Chavez sich gegenüber CNBC mit konkreten Plänen der Bank bedeckt hält, umreisst er die nächsten Schritte der Bank im Kryptosektor wie folgt:

„Die nächste Stufe der Prüfung ist das, was wir nicht lieferbare Termingeschäfte nennen, diese sind Over-the-Counter-Derivate, sie werden in US-Dollar abgerechnet und der Referenzpreis ist der von einer Reihe von Börsen festgelegte Bitcoin-US-Dollar-Preis.“

Bitcoin-Kurs hat sich vorerst gefangen

Seit dem Dementi von Goldman Sachs scheint sich der BTC-Kurs vorerst wieder beruhigt zu haben. Zwar lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob hier ein Kausalzusammenhang besteht, doch betrachtet man den Kursverlauf seit Veröffentlichung der Nachricht, lässt sich zumindest ein leichter Aufwärtstrend beobachten. Befürchtungen, dass der Kurs mit dem Durchbrechen des Supports von 6.600 US-Dollar noch deutlich tiefer fallen könnte, haben sich bisher nicht bestätigt.

BTC-ECHO

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