Bitcoin-ETF, Bitcoin-Futures und der Bitcoin-Kurs: Wann kommen die Bullen?

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Bitcoin-ETF, Bitcoin-Futures und der Bitcoin-Kurs: Wann kommen die Bullen?

Der plötzliche Anstieg des Bitcoin-Kurses um knapp 10 Prozent schlägt hohe Wellen im Bitcoin-Ökosystem.  Überall suchen Interessierte wie Enthusiasten nach Gründen: Liegt es an den anstehenden Bitcoin-ETFs? Stehen sie überhaupt an? Und wenn ja: Hat das Einfluss auf den Bitcoin-Kurs? Eine Einordnung zum Zusammenhang von Bitcoin-Futures, Bitcoin-ETF und dem aktuellen Bitcoin-Kurs.

Um den Zusammenhang zwischen den Bitcoin-ETFs und dem Bitcoin-Kurs, einem eventuellen Anstieg und die Frage nach den Bullen zu klären, gilt es zunächst einmal, klarzustellen:

Was ist ein Bitcoin-ETF?

Das Kürzel ETF steht für Exchange Traded Funds, im Deutschen auch unter dem Namen Indexfonds bekannt. Im traditionellen Finanzsystem sind das Börsenanlagen, die sich auf die Wertentwicklung eines börsengehandelten Basiswertes wie z. B. des DAX oder des Dow Jones beziehen. ETFs sind bei Anbietern oft kostengünstig erhältlich und ermöglichen es, in ganze Märkte zu investieren.

Bitcoin-ETFs würden Handelsgeschäfte im regulierten Börsensegment ermöglichen. ETFs als Investmentoption sind damit vor allem für Privatpersonen interessant. Bereits zu Beginn des Jahres lagen der SEC zahlreiche Anträge auf Bitcoin-ETFs vor, die nach den Bedenken der Behörde jedoch größtenteils wieder zurückgezogen worden sind.

Was allerdings wichtig ist: Bitcoin-ETFs würden die Investition in Bitcoin für Privatpersonen extrem vereinfachen. Das heißt auch, dass es gut möglich wäre, dass damit ein großer Zufluss an Kapital ins Ökosystem geschwemmt wird. Zwei Dinge sind hier also wichtig: Bitcoin-ETFs ermöglichen Anlegern nicht nur eine stark vereinfachte Investition in Bitcoin. Vielmehr und viel wichtiger: Sie geben ein wichtiges Signal von den Behörden. Denn der Gedanke, der damit transportiert wird, ist folgender: Wenn die SEC einem solchen Produkt grünes Licht gibt, kann man getrost investieren. Erinnern wir uns an die Einführung der Bitcoin-Futures.

Wie war das nochmal mit den Bitcoin-Futures (und dem Bitcoin-Kurs)?

Ein kleiner Blick in die Geschichte hilft, das System hinter den Bitcoin-Futures zu verstehen:

„Der Ursprung der heutigen Futures reicht weit zurück und liegt in den Termingeschäften der Landwirtschaft des 17. Jahrhunderts. Der Deal war denkbar simpel: Bauern und ihre zukünftigen Käufer einigten sich über Preis und Menge eines bestimmten Rohstoffes und sicherten sich damit ab. Die Bauern konnten sich damit nicht nur sicher sein, ihre Ware abzusetzen. Vielmehr konnten sie mit einem gewissen Preis kalkulieren. Die Käufer konnten sich andererseits gegen einen Kursanstieg absichern – eine Win-Win-Situation.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das System vom Finanzwesen adaptiert. Über die Termingeschäfte schloss man Verträge ab, die man fortan Terminkontrakte – oder eben Futures – nannte. Sie bildeten letztlich unter anderem Kreditversicherungen gegenüber Banken und wurden damit in den Börsenkreislauf eingespeist. Zum heutigen Tage gibt es diese Futures für jegliche verkaufbaren Dinge. Orangensaft, Soja, Öl – oder eben Bitcoin.“

Allzeithoch und Bitcoin-Futures

Bitcoin-Futures finden ihre Ursprünge in der Landwirtschaft.

Am 10. Dezember 2017 launchte die CBOE (Chigaco Board Optiones Exchange) die ersten Bitcoin-Futures. Am 18. Dezember folgte die CME Group mit demselben Produkt. Mit der Einführung der Terminkontrakte konnten Investoren plötzlich auch von einem sinkenden Bitcoin-Kurs profitieren. Denn mit dem Kauf der Futures wettet man – vereinfacht gesagt – auf einen künftigen Bitcoin-Kurs. Wenn man clever investiert und den richtigen Riecher hat, kann man in jedem Fall vom Bitcoin-Kurs profitieren.

Was nach der Einführung der Bitcoin-Futures passierte, ist den meisten wohl bekannt: Der Bitcoin-Kurs erreichte kurzzeitig sein Allzeithoch, nur um dann vom Bullenmarkt in den Bärenmarkt zu springen – die Luft aus der „Blase“ entwich.

Im Anschluss wurden Vermutungen laut, dass die Einführung der Bitcoin-Futures daran mit Schuld trug, dass der Kurs so stark gesunken war. (Anderweitige Ermittlungen zur Preismanipulation bei Bitcoin dauern nach wie vor an.)

Doch was war passiert? Zwischenzeitlich standen die Signale ganz klar auf Grün: Die Bitcoin-Futures waren genehmigt, also kamen auch die „Profis“ – und profitierten sowohl vom Anstieg als auch vom Fall des Bitcoin-Kurses. Der Launch der zweiten Futures fiel mit dem Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar zusammen.

Im April verzeichnete die CBOE ein Rekordhoch im Handelsvolumen der Futures. Im Anschluss wurde bekannt, dass sich unter anderem auch Goldman Sachs die Ehre geben würde, um die Terminkontrakte anzubieten.

Was haben die Bitcoin-Futures nun mit dem aktuellen Kursanstieg zu tun?

Ob Bitcoin-ETFs Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben werden? Die Zeichen stehen gut.

Der Ausflug zu den Bitcoin-Futures zeigt vor allem, dass die Signale, die ein reguliertes Börsenprodukt senden, deutlich positiv sind: Wenn etwas reguliert ist, erscheint es sicherer. Und: Der Launch neuer Finanzprodukte fallen in der ein oder anderen Art und Weise mit Bewegungen beim Bitcoin-Kurs zusammen. (Wie es der Zufall nun so will, laufen am heutigen Tage (18.07.2018) die Bitcoin-Futures der CBOE aus – der Bitcoin-Kurs stieg um 10 Prozent.)

Man kann hier durchaus von einem Zusammenhang ausgehen – wie stark dieser jedoch ist, lässt sich nicht letztlich feststellen. Gängig ist hier auch die Argumentation, dass die fließenden Kapitalmengen bei den Bitcoin-Futures zu gering seien, um tatsächlichen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs zu haben. Der psychologische Effekt ist hier dennoch nicht zu verachten. Schließlich bekommen potentielle Anlegern hier wichtige Signale.

Und was ist jetzt mit den Bitcoin-ETFs?

Bis jetzt noch nichts. Die SEC hat zwar eine Art öffentliche Anhörung im Sinne einer Umfrage gestartet. Aber reguliert oder bestätigt ist noch nichts. Dennoch: Die Zeichen stehen gut. Wie man der offiziellen Webseite der SEC entnehmen kann, gingen seit dem 26. Juni über 150 Kommentare ein, von denen die meisten positiv gestimmt sind.

So schrieb zum Beispiel Prithvi Palimar:

Ich befürworte die Zulassung eines börsengehandelten Kryptowährungsprodukts voll und ganz. Ein BTC ETF ermöglicht Pensionsfonds, Rentenkassen und Privatanlegern ein sicheres Engagement in dieser neuen Anlageklasse. Die Nichtzulassung eines ETFs zu diesem Zeitpunkt benachteiligt US-Anleger erheblich, da einige Euro-Märkte bereits über ähnliche Instrumente für ihre Kunden verfügen.

Ähnliche Töne schlägt Devin Koczwara an:

Durch die von der SEC initiierte Zulassung von ETFs für Bitcoin wird klar herausgestellt, dass die Vereinigten Staaten für Innovation, Technologie und zusätzliche Flexibilität stehen, um sich an die heutige technologische und anlagenorientierte Welt anzupassen.

Anonyous fasste die Lage wie folgt zusammen:

Ich möchte nur sagen, bitte genehmigen Sie diesen ETF, dann kann mein Vater auf eigene Faust Bitcoin kaufen und endlich damit aufhören, mich jeden Monat damit zu nerven.

Die Stimmung in Bezug auf Bitcoin ETFs ist also durchaus bullisch: Sie würden vor allem institutionellen aber auch privaten Investoren mehr Sicherheit vermitteln.

Auch wir schließen uns der bullischen Stimmung bezüglich der Finanzprodukte an:

ETFs stellen die Königsklasse der regulierten Finanzprodukte dar. Sie sind günstiger und transparenter als aktiv gemanagte Fonds, bieten dennoch einen vergleichbar hohen Grad an Verbraucherschutz. Privatpersonen können genauso wie institutionelle Investoren die börsengehandelten Indexfonds einfach via WKN bzw. ISIN in das Wertpapierdepot buchen. Insbesondere für diejenigen, die vor einem direkten Bitcoin-Erwerb über Krypto-Börsen zurückschrecken, wäre ein ETF-Investment die einfachste und sicherste Variante, um am Krypto-Markt zu partizipieren.

Sven Wagenknecht, Chefredakteur BTC-ECHO

Wann ist das Datum für die Bitcoin ETFs?

Ach ja. Da war noch was, die wohl wichtigste Frage: Wann kommen sie, die langersehnten Bitcoin ETF? In aktuellen Meldungen stolpert man immer wieder über den 10. August. Dies führt letztlich darauf zurück, dass sich die SEC einen Entscheidungszeitraum von 45 Tagen einräumt. Da die Ankündigung jedoch erst am 2. Juli veröffentlicht wurde, muss man dieses Datum etwas nach hinten schieben – auf den 16. August. Die SEC behält sich jedoch vor, die Entscheidung um weitere 90 Tage herauszuzögern – es kann also noch etwas dauern. Dann klappt’s auch mit den Bullen.

BTC-ECHO

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