Krypto-Szene in Bedrängnis Droht das Sterben der Blockchain-Start-ups?

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Blockchain-Start-ups

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Dass die Corona-Krise viele Blockchain-Start-ups hart trifft, ist kein Geheimwissen. Doch wie ist es nun um geplante digitale Wertpapieremissionen bestellt und welche Gründe sprechen gerade für Investoren und Staat dafür, jetzt doch zu investieren? Ein Kommentar.

Viele Investoren und Blockchain-Start-ups waren Anfang 2020 optimistisch gestimmt. Gerade was die Finanzierung von Start-ups oder Immobilien via Security Token angeht, haben sich die Aussichten deutlich gebessert. In den letzten anderthalb Jahren sind in der DACH-Region zahlreiche Tokenisierungsplattformen und Dienstleister rund um das Thema Security Token entstanden. Die Vorbereitungen sind getroffen, die Infrastruktur steht und einige Finanzierungsprojekte haben sich in der Pipeline angestaut. Es könnte losgehen, wäre da nicht die Corona–Krise.

Nicht die Qualität entscheidet, sondern das Timing

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Es kann traurig stimmen, wie stark die Unternehmensfinanzierung vom Timing beziehungsweise vom Umfeld und weniger vom Unternehmen selbst abhängig ist. Konnte während des ICO Booms Ende 2017 die letzte Pommesbude mit Leichtigkeit Millionen einsammeln, wurde es im Anschluss immer schwieriger. Projekte und Anwendungen haben an Qualität und Reife hinzugewonnen, während das Funding schwerer geworden ist.

Nun, wo die meisten Investoren das Geld erstmal zurückhalten oder sich auf ihre Bestandprojekte konzentrieren, wird es gerade für Start-ups, die sich noch am Anfang ihrer Finanzierungsrunde befinden, extrem schwer. Ohne neue Investorengelder, droht vielen Blockchain-Start-ups in den nächsten Monaten das Aus.

Die Angst ist groß, dass nicht die Qualität des Produktes oder des Investmentangebotes über Erfolg und Misserfolg entscheidet, sondern die eingetrübte Investmentlage. Wie im gesamtem Start-up-Sektor hangelt sich das Groß der Krypto-Pioniere von Finanzierungsrunde zu Finanzierungsrunde. Dass der Druck enorm ist, zeigt auch unsere Umfrage, die wir gemeinsam mit dem Blockchain Bundesverband, Bundesblock, unternommen haben.

Corona ist an allem schuld?!

Sollte man ein anstehendes Security Token Offering absagen, auch wenn alles steht und man lange auf die Token–Finanzierung hingearbeitet hat? Es gibt keine richtige oder einfache Antwort auf diese Frage. Zwar braucht das Ökosystem mutige Pioniere, die auch in schwierigen Situationen vorangehen. Nur ist auch niemandem damit geholfen, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass trotz gutem Produkt die Finanzierung gescheitert ist. Jeder hat Angst sich zu verbrennen, aus gutem Grund.

Sich im Falle eines Scheiterns dabei auf die Ausnahmesituation Corona zu beziehen, wird nur in Teilen die Reputation retten. Schließlich nutzen auch wenig erfolgversprechende Blockchain-Start-ups, die auch unter normalen Rahmenbedingungen scheitern würden, die Ausrede Corona. Nachgelagert wird man nur schwer unterscheiden können zwischen denen, die tatsächlich bedingt durch die Corona–Krise gescheitert sind und denen, die die Krise als vorgeschobenen Grund nutzen, um das selbstverschuldete Scheitern zu kaschieren.

Durchstarten oder warten?

So zeigt sich bei den aktuellen digitalen Wertpapieremissionen ein gemischtes Bild. Selbst bei denen, die Immobilien anstatt Unternehmen, begeben, herrscht Verunsicherung.

So äußerte bereits vor ein paar Tagen Christian Platzer von Black Manta Capital gegenüber BTC-ECHO, dass man die Situation erst noch beobachte, bevor man mit dem Immobilien-Offering live geht:

Unser erster Immobilien-STO in Berlin war lange in Vorbereitung. Wir haben uns letzte Woche noch sehr über das Go der BaFin gefreut. In der momentanen Marktlage, verursacht durch die Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, macht es aber keinen Sinn, auf den Markt zu kommen. Investoren können sich weiter auf unser Webseite registrieren, wir bewerten die Lage täglich neu und hoffen, uns schon in ein paar Wochen mit dem STO-Start melden zu können.

Ein Immobilien-STO, das im März trotz der Lage gestartet ist, findet sich auf der Tokenisierungsplattform von Brickblock. Auf deren Homepage können Investoren digitale Anteile an Häusern in Wiesbaden zeichnen. Auch andere Anbieter stehen schon in den Startlöchern. So soll zeitnah ein größeres Immobilienprojekt aus Berlin, Prenzlauer Berg, auf der Token-Investmentplattform Bloxxter live gehen. Während sicher finanzierte Immobilien in A-Lagen auch in Krisenzeiten Käufer finden dürften, sieht es bei der STO-Finanzierung von Start-ups anders aus.

Blockchain-Start-ups müssen ums Überleben kämpfen

Ein anderer Fall ist die STO-Plattform Stokr und das Start-up ParkinGo. Das Start-up hatte noch im März seinen öffentlichen STO auf der Plattform gestartet. Besucht man aktuell die Hompage von Stokr, dann sieht man, dass das Public Offering von ParkinGo aufgrund der Corona–Krise angehalten beziehungsweise pausiert wurde.

Aber auch klassische VC-Runden wie sie im Gegensatz zu STOs, den Normalfall in der Start-up-Finanzierung darstellen, scheinen vorerst enorm ins Stocken geraten zu sein. So ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die meisten Wagniskapitalgeber mit neuen Investments aktuell zurückhalten.

Investment Case Corona-Krise

Aus Investorensicht kann die Zurückhaltung allerdings ein großer Fehler sein. Schließlich ist die Verhandlungsposition als Geldgeber durch die Krise deutlich gestärkt. Wenn nun Geldgeber mit Start-ups verhandeln, können sie deutlich bessere Konditionen heraushandeln als in einer normalen Marktlage.

Auch gibt es gerade im Blockchain-Umfeld viele Start-ups, die an dringend benötigten Lösungen respektive Anwendungen arbeiten. Durch die Corona-bedingte Zwangsdigitalsierung gewinnen diese nun an Relevanz hinzu.

Technologisch gesehen brauchen wir dringender denn je sichere und dezentrale Infrastrukturen. Schließlich müssen wir auch im digitalen Raum, also ohne physische Anwesenheit und Mittelsmänner, Wertetransaktionen durchführen und Verträge schließen können. Von der finanziellen Situation losgelöst, profitieren Blockchain-Start-ups von der Corona–Krise, sofern den Unternehmen nicht das Kapital ausgeht.

Ein sehr gutes Beispiel, das die Notwendigkeit von Blockchain-Lösungen in der aktuellen Lage verdeutlicht, ist der Hackathon der Bundesregierung #WirvsVirus. Dort haben auch Blockchain-Unternehmen vielversprechende Lösungen präsentiert. Sei es das Gutscheinsystem von Brainbot oder einen E-Rezept-Prototypen von Spherity.

Kritik, der sich der Staat aussetzen muss

Natürlich gibt es aktuell kaum eine Branche, die nicht nach Staatshilfen schreit. Der Politik muss allerdings bewusst sein, dass es langfristig teurer ist, aussterbende Industrien zu retten als neue Industrien in der Krise zu vernachlässigen. Gerade Deutschland hat sich in der Vergangenheit bei der Digitalisierung nicht mit Ruhm bekleckert. Jetzt aufgrund von stärkeren Lobbyinteressen etablierten Industrien den Vorzug bei der Ausgestaltung von Staatshilfen zu geben, ist für die Start-ups im Digitalisierungsbereich, ganz gleich, ob Blockchain, Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz, ein schmerzhafter Einschnitt.

Sollte Deutschland sich hier nicht auch kulant gegenüber der Start-up-Szene zeigen, dann werden sich zukünftige Gründer sehr gut überlegen, ob Deutschland der richtige Standort für ihr Start-up ist. Die aktuellen Hilfen können nämlich nur von den wenigsten Start-ups in Anspruch genommen werden, da die Kriterien für sie nicht greifen.

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