Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen

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Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen

Das Start-up EDNA will mithilfe der Blockchain-Technologie mehr Menschen Zugang zum weltweiten Markt für DNA verschaffen. Gemeinsam mit dem Singapurer Finanzdienstleister WORBLI entwickelt das Unternehmen eine App, welche menschliches Erbgut sicher auf EOSIO-Blockchains registrieren und Nutzern gleichzeitig über Smart Contracts eine faire Aufwandsentschädigung zukommen lassen soll. Im Zuge intensiver Genforschung boomt der Handel mit menschlichen Genen derzeit. Für ihr Erbgut erhalten DNA-Spender jedoch oft nur einen Bruchteil des Marktwertes.

Wie für Blut- oder Plasmaspenden hat sich in den vergangenen Jahren ein lebendiger Markt für menschliche DNA entwickelt. Immer mehr Menschen sequenzieren ihr Erbgut bei Instituten und Laboren, um es den Wissenschaftlern für ihre Forschung zur Verfügung zu stellen. Von Seiten der Spender steht dabei nicht zuletzt oft auch ein finanzielles Interesse im Vordergrund. Von den astronomischen Summen, die für ihre DNA auf dem Markt gezahlt werden, sehen sie jedoch oft nur einen Bruchteil.

Faire Vergütung dank EOSIO-Blockchains

Ändern will dies das Start-up EDNA. Gemeinsam mit dem Singapurer Finanzdienstleister WORBLI hat es sich das Unternehmen auf die Fahne geschrieben, den Handel mit dem eigenen Erbgut attraktiver zu gestalten. Dies verkünden beide am Mittwoch, dem 17. Juli, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Hand in Hand wollen die Unternehmen eine App herausbringen, die es Spendern erlaubt, für ihren Beitrag an der Genforschung eine „faire Entschädigung“ zu erhalten. Blockchain-Technologie wiederum soll für die notwendige Sicherheit des Erbgutes und der Spenderdaten sorgen.

Dabei folgt der Dienst einem zumindest auf den ersten Blick einfach erscheinenden Rezept. Mithilfe der App sollen Spender ihre genetischen Daten, die sie etwa im Rahmen einer Laboruntersuchung erhalten haben, einlesen können. Die App wiederum registriert die Information dann verschlüsselt und sicher auf EOSIO-Blockchains. Über Smart Contracts sollen Nutzer selbst Kontrolle darüber erhalten, wann ihr Erbgut an Forschungsinstitute und Organisationen weitergegeben wird. Gleichzeitig sollen die Smart Contracts dabei automatisch für eine entsprechende Vergütung sorgen.

Damit künftig immer mehr Menschen ihre Daten zu Forschungszwecken bereitstellen, will der Dienst zudem Investoren aus dem Genmarkt mit potentiellen Spendern vernetzen. Über die App sollen diese das notwendige Geld für die Generfassung bereitstellen können und so den Markt für Gene für ein möglichst breites Publikum öffnen:

Wir freuen uns sehr, ein Projekt dieser Größe zu verwirklichen, von dem Millionen von Menschen auf der ganzen Welt profitieren können,

hofft WORBLI-Geschäftsführer Dominic Thomas auf die Breitenwirkung der App. Er sieht in dem sicheren Datenhandel ein potentielles Milliardengeschäft für die Zukunft.

Genforschung wagt große Sprünge

Woher kommt der Mensch und was macht ihn aus? Trotz jahrzehntelanger Forschung bergen unsere Gene nach wie vor große Geheimnisse. Doch auch über 50 Jahre nachdem die DNA entdeckt wurde, verstehen Forscher unsere Erbsubstanz nur wenig. Die Anfälligkeit für Krankheiten, die menschliche Intelligenz sowie die Lebenszeit – all dies soll in der Doppelhelix unserer DNA verankert sein. Um diese Vererbung zu verstehen, forschen Wissenschaftler heute so intensiv wie nie am menschlichen Genmaterial.

Dabei wagen die Wissenschaftler zuletzt immer größere Sprünge und treten auch an moralische Grenzen. Erst im vergangenen Jahr etwa hatte der chinesische Mediziner He Jiankui für weltweite Schlagzeilen gesorgt. Er hatte das Erbgut menschlicher Embryonen so verändert, dass diese eine Resistenz gegen das HI-Virus ausbildeten.

Andere Forscher hoffen mithilfe genetischer Eingriffe gar, den Menschen der Zukunft von Grund auf neu zu gestalten. Dabei soll die Genforschung helfen, die Intelligenz und das Gedächtnis zu stärken und so die Lebensdauer verlängern. Forscher des Londoner University College wiederum hoffen, mithilfe der DNA menschliche Ersatzorgane im Labor zu züchten.

Das Gelingen all dieser Vorstöße wird auch in Zukunft von der Verfügbarkeit und nicht zuletzt Bezahlbarkeit menschlichen Erbgutes abhängen.

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