Dezentral oder nicht? IDEX rechtfertigt KYC und AML

Dezentral oder nicht? IDEX rechtfertigt KYC und AML

Die - mehr oder weniger - dezentrale Ethereum-Börse IDEX will künftig Know Your Customer (Kenne-deine(n)-Kunden, KYC)- und Anti-Money-Laundering (Anti-Geldwäsche, AML)-Richtlinien einführen. Das schneidet sich jedoch etwas mit dem Geschäftsmodell, eine dezentrale Börse für Kryptowährungen zu sein. Diesen Umstand klärt das Unternehmen in einem Blogpost auf.

Die Rufe nach dezentralen Bitcoin-Börsen waren im vergangenen Jahr möglicherweise lauter als zu vor. Angriffe auf die technische Infrastruktur, unlautere Tradingmethoden unter Mitarbeitern und immer wieder Manipulationsvorwürfe: So sicher Kryptwowährungen wie Bitcoin auch sein mögen, die Börsen, auf denen sie gehandelt werden, sind dies oft nicht. Kein Wunder also, dass die Community zunehmend dezentrale Börsen fordert. Also solche, denen ein zentraler Angriffspunkt (single point of failure) ebenso fehlt wie eine zentrale Verwaltung. Die ethereumbasierte Börse IDEX stellt einen solchen Versuch dar, ganz dezentral ist sie jedoch noch nicht.

Wie am 25. Oktober bekannt wurde, begann IDEX damit, die IP-Adressen von New Yorker Kunden zu blockieren. Nach eigenen Angaben wollen die Betreiber der Börse damit verhindern, gegen die Vorschriften des Bundesstaates zu verstoßen. Um das künftig noch besser abzusichern, kündigte IDEX in einem Blogpost nun an, künftig zusätzlich AML- und KYC-Richtlinien einzuführen.

IDEX: Was ist schon dezentral?

Um den Vorwurf abzufedern, IDEX sei nicht dezentral, verweist die Börse auf den Begriff “pragmatische Dezentralisierung”. Demnach sei es die beste Möglichkeit für die Börse, um sich der Dezentralisierung bei gleichzeitiger Kundenzufriedenheit zu nähern, die folgenden Richtlinien einzuhalten:

  • Ohne Vormundschaft: Die Börse hat keine eigenen Funds
  • Zensurresistenz: keine einzelne Person oder Individuum hat die Möglichkeit, die Exchange abzuschalten oder kann andere daran hindern, sie zu nutzen
  • Transparent: Open Source und prüfbarer Code
  • Prüffähig: Alle Trades werden auf der Blockchain festgeschrieben und werden auf ewig aufbewahrt

Es sei also die Kombination aus Blockchain-Eigenschaften in der Handhabung von Transaktionen und traditionellen Eigenschaften von Börsen, wenn es um Orderbooks und Trades gehe. Durch diese Mischform von dezentralen Features und zentralisierten Richtlinien sei es möglich, die nötige Liquidität an Börsen zu erhalten.

Driftige Gründe für graduelle Zentralisierung

Ebenso sei es für einen vollen Grad an Dezentralisierung nötig, sämtliche Orderbooks on-chain, also auf der Blockchain, abzuwickeln, was derzeit noch zu viel Kapazitäten und vor allem Zeit koste. Ferner sei die Notwendigkeit eines Zugriffpunktes in Form einer Webseite unerlässlich für das Funktionieren der Ethereum-basierten-Börse. Auch der Kundensupport würde im Falle einer kompletten Dezentralisierung wegfallen, schließlich könne man für Transaktionen keine Gebühren mehr verlangen, was zu Ungunsten der User ausfallen würde. Der letzte zentrale Punkt: Um Kunden, die ihre Produkte anbieten, zu schützen, müssten die Börsen jederzeit regulatorische Vorschriften beachten, was in der derzeit denkbaren Form ohne einen gewissen Grad an Zentralisierung nicht möglich sei.

“[…] letztlich werden alle Kunden davon profitieren.”

In diesem Sinne beschloss das Unternehmen auch, die KYC und AML-Richtlinien einzuführen. Diese stehen, wie bei anderen Bitcoin-Börsen auch, jeweils im Verhältnis zu den gehandelten Geldmengen: Wer größere Beträge verschieben will, muss sich dementsprechend besser ausweisen. Letztlich profitierten, so IDEX im Blogpost weiter, alle von den aktuellen Änderungen:

“Diese Änderungen werden viele Vorteile auf kurze Zeit bringen. Wir hören immer wieder von großen Krypto-Funds, de ihre Trades über IDEX abwickeln können, aber aufgrund der mangelnden KYC-Richtlinien zurückschrecken. Die kommenden Änderungen werden ihnen erlauben, teilzunehmen, einen liquideren Markt schaffen und letztlich werden alle Kunden davon profitieren.”

BTC-ECHO

Bitcoin & Altcoins kaufen: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Ähnliche Artikel

Mathematica, Blockchain Labs und NKN: Wolfram meets Blockchain-Technologie
Mathematica, Blockchain Labs und NKN: Wolfram meets Blockchain-Technologie
Forschung

Erst auf der letztjährigen Wolfram Technology Conference angekündigt, ist Wolfram Blockchain Labs nun real geworden.

Vernetzt, smart, grün: IOTA könnte Trondheim zur Hightech-Hochburg machen
Vernetzt, smart, grün: IOTA könnte Trondheim zur Hightech-Hochburg machen
Forschung

Im norwegischen Trondheim soll eine buchstäbliche Hightech-Insel entstehen. Das Immobilienunternehmen Entra möchte ein „Powerhouse“ mit positiver Energiebilanz entstehen lassen.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Nutzerbetrug bei ALQO? Discord-User auf der Spur
    Nutzerbetrug bei ALQO? Discord-User auf der Spur
    Szene

    Einer kleinen Kryptowährung namens ALQO soll über eine Online-Wallet widerrechtlich Gelder an sich gerissen haben.

    Krypto- und traditionelle Märkte – Seitwärtsphase wirft Bitcoin ins Mittelfeld
    Krypto- und traditionelle Märkte – Seitwärtsphase wirft Bitcoin ins Mittelfeld
    Märkte

    Weiterhin ist nicht Bitcoin, sondern Öl das am besten performende Asset.

    Der Hodl-Guide: 5 Arten von Bitcoin Wallets, die du kennen solltest
    Der Hodl-Guide: 5 Arten von Bitcoin Wallets, die du kennen solltest
    Bitcoin

    Bitcoins kryptographische Absicherung ist bei korrekter Handhabe bombensicher. Aber wie bereits bei Spiderman festgestellt wurde, „kommt mit großer Kraft große Verantwortung“.

    Shorting und Margin Selling in der Kritik: Das Regulierungs-ECHO
    Shorting und Margin Selling in der Kritik: Das Regulierungs-ECHO
    Regulierung

    In Thailand gibt es Aussichten auf eine Bitcoin-Börse für institutionelle Anleger.

    Angesagt

    Free Money! Wie Justin Sun für TRON neue Nutzer kauft
    Altcoins

    Justin Sun ist der Gründer und CEO von TRON. Das Blockchain-Projekt ist unter anderem darauf ausgelegt, der zweitgrößten Kryptowährung Ether und der Ethereum Blockchain den Rang streitig zu machen.

    Die Top Bitcoin-, Blockchain- und Altcoin-News der Woche: Der BTC-ECHO-Newsflash
    Bitcoin

    Ripple beschäftigt eine Privat-Armee an Bots. Das Handelsvolumen von Bitcoin steigt derweil und die Lightning Torch scheint langsam zu einem kleinen Flächenbrand auszuarten.

    Bitmain in Bullenstimmung: 200.000 neue Miner in China geplant
    Mining

    Mining-Gigant Bitmain plant Quellen zufolge große Investitionen im chinesischen Sichuan.

    Cryptopia meldet sich zurück – Die Bitcoin-Börse nimmt den Handel nach Hackerangriff wieder auf
    Invest

    Die neuseeländische Bitcoin-Börse Cryptopia gab die Wiedereröffnung ihrer Handelsplattform bekannt.

    Anzeige
    ×