DeFi wider Willen Curve überrollt DeFi-Markt nach unfreiwilligem Token-Launch

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Zug fährt auf Schienen

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Vorhang auf für den neuen Star in der DeFi-Manege: Curve.

Kaum ein Begriff kursiert derart inflationär durch den Krypto-Sektor wie das kurze Wörtchen DeFi. Hinter dem Akronym verbirgt sich der noch junge Finanzzweig der dezentralen Finanzen – der wohl aktuell schillerndste Stern am Krypto-Firmament. Angestoßen durch die Smart-Contract-Architektur der Ethereum Blockchain, deutet der Sektor spätestens seit Jahresbeginn sein Wachstumspotenzial an. DeFi-Protokolle sprießen pilzartig aus dem Boden und tragen mittlerweile einen wesentlichen Teil zum Krypto-Ökosystem bei. Der neueste Silberstreif am Horizont: Curve.

Mit hinterlegten Token im Gesamtwert von über einer Milliarde US-Dollar schiebt sich Curve vor Synthetix auf Platz drei der nach Volumen größten DeFi-Protokolle. Curve Finance ist der Funktion nach eine dezentrale Exchange, speziell für das Traden von Stable Coins und tokenisierten Bitcoin auf Ethereum. Gegenüber der Konkurrenz wie Uniswap soll Curve vor allem durch gering ausfallende „Slippages“ bestechen, also nur minimalen Abweichungen zwischen dem ursprünglich festgelegten und dem tatsächlichen Kaufpreis. Solche Differenzen entstehen insbesondere in hochvolatilen Phasen am Markt und sind gerade Daytradern ein Ärgernis, die bei großen Kursschwankungen schon mal in die Röhre gucken können.

Curve Token: Zu früh gekommen

Aufsehen machte Curve vor wenigen Tagen, als öffentlich wurde, was noch gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: Der Governance Token CRV. Wie das Entwicklerteam am 14. August per Twitter mitteilte, hat ein bislang Unbekannter Fakten geschaffen, indem er die Veröffentlichung des Smart Contracts kurzerhand selbst in die Hand nahm. Somit sah sich Curve gezwungen, den Token noch vor eigentlich geplantem Start an den Käufer zu bringen.

Jemand setzte $CRV auf Grundlage von Smart Contracts ein, die wir auf github veröffentlicht hatten, und kam uns damit zuvor.
Obwohl wir anfangs skeptisch waren, schien es eine akzeptable Bereitstellung mit korrektem Code, Daten und Admin-Keys zu sein.
Da der Token/DAO an Fahrt aufgenommen hat, mussten wir es übernehmen.


Indes konnte sich der anonyme Entwickler, ebenfalls via Twitter, einen kleinen Seitenhieb in Richtung Curve nicht verkneifen. Demnach befand der fleißige Hacker, dass Curves DAO, um im Jargon zu bleiben, „ready to rock“ sei. Warum also nicht selbst das Heft in die Hand nehmen und etwas Starthilfe geben?

Die Curve-Entwickler haben die ungewollte Mitarbeit relativ gelassen genommen und hatten im Nachhinein bezüglich des Launchs „keine andere Wahl, als es zuzulassen“. Inzwischen ist CRV mit einem aktuellen Wechselkurs von knapp 4,25 US-Dollar bei Huobi, Binance und OKEx gelistet.


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