Zahlungsverkehr Corda-Blockchain auf dem Vormarsch bei italienischen Banken

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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Mehrere Trommler, die auf Trommelm trommeln

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Um den Zahlungsverkehr der Banken untereinander zu optimieren, wird in Italien seit mehreren Jahren die Corda Blockchain getestet. Mit dem Ergebnis ist man offenbar so zufrieden, dass die Technologie bald bei fast allen italienischen Geldinstituten zum Einsatz kommt.

Wie mehrere Portale übereinstimmend berichten, wird die Corda Blockchain des R3-Konsortiums nun von 85 Prozent aller Banken in Italien eingesetzt. Corda ermöglicht es den Instituten, die Sicherheit ihrer Transaktionen mit doppelter Überprüfung zu verbessern.

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Die Vorsitzende der Vereinigung italienischer Banken ABI, Silvia Attanasio, meint, dieser Schritt sei dringend nötig gewesen, um die Abgleichsmöglichkeiten zu verbessern. Anhand der Corda Blockchain ist es nun wesentlich einfacher, den Saldo in den Geschäftsbüchern eines Unternehmens mit dem des Geldinstitutes abzugleichen. Differenzen können so endlich schneller erkannt und behoben werden, so Attanasio. Die Blockchain-Lösung von Corda ist für derartige Anforderungen von Unternehmen geradezu prädestiniert. Seit diesem Jahr greift auch die US-amerikanische Elektronik-Börse Nasdaq auf Corda zurück

Die vorherige Lösung zum Abgleich sei wenig zuverlässig und instabil gewesen, meint Attanasio weiter. Mit Corda sei es möglich, spätestens innerhalb eines Tages Aufschluss über die richtigen Daten zu erhalten. Zuvor habe man teilweise 30 oder gar 50 Tage warten müssen.

Die erste Phase der Verwendung dieser speziellen Blockchain geht bereits auf das Jahr 2018 zurück. Damals hatten sich insgesamt 13 italienische Banken an dem Feldversuch beteiligt. Bei der für diesen Oktober geplanten dritten Phase des Projektes sollen bereits 80 bis 100 auf der Plattform registriert sein. Stand jetzt sind bereits 55 Banken und damit 85 Prozent der Geldinstitute Italiens vertreten. 

Corda-Einsatz durch Verordnung legitimiert

Die technische Neuerung geht Hand in Hand mit einer Gesetzesänderung. In Italien gibt es eine gesetzliche Vorschrift, die die Transfers der Banken untereinander regelt. In einer Fassung vom Jahre 1978 war noch der Gebrauch von Datenbändern vorgeschrieben. Im Mai 2019 wurde den technischen Innovationen entsprechend eine Erneuerung des Gesetzes verabschiedet. Für dieses Jahr wurde dann noch einmal für die Zeit vom 1. März bis zum 1. Oktober ein neuer Zeitrahmen gesetzt.

Im Jahr 2018 ist das Konsortium R3 mit der Corda Enterprise an den Start gegangen, einer Blockchain-Lösung für den kommerziellen Gebrauch. Das Besondere an dem Projekt war die „Blockchain Application Firewall“. Diese Lösung kann in die Rechenzentren der Unternehmen integriert werden. Gleichzeitig ist es möglich, über sie die Kommunikation mit anderen Nodes aufzunehmen. Folglich ist das für viele Unternehmen ein großer Pluspunkt. Dazu passt es, dass Corda bei vielen Finanzinstituten immer beliebter wird. Erst im März diesen Jahres nutzte die britische Großbank HSBC die Corda–Blockchain, um Aufzeichnungen über eine Transaktion mit einem Volumen von 10 Milliarden US-Dollar zu sichern.

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