Vertrauenskrise 

Coldcard-Hack: Anleger senden vermehrt Bitcoin an Krypto-Börsen

Verunsicherte Anleger verlagern ihre Coins wieder zu zentralen Krypto-Anbietern. Die Folgen des Coldcard-Hacks.

Jan-Malte Minnerup
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Eine Bitcoin-Münze vor einem Charthintergrund

Beitragsbild: Shutterstock

| Auffällige Bitcoin-Zuflüsse zeigen, wie stark der Coldcard-Hack das Vertrauen in die Eigenverwahrung belastet

Nach dem Zusammenbruch von FTX zogen Anleger ihre Bitcoin massenhaft von Handelsplattformen ab und wechselten in die Eigenverwahrung. Der Coldcard-Hack löst nun die entgegengesetzte Bewegung aus.

Vor allem kleine Bitcoin-Halter bewegen ihre Coins

Laut On-Chain-Daten kam es am 31. Juli zu Nettozuflüssen von 11.163 BTC auf Krypto-Börsen und andere zentralisierte Anbieter. Vor allem kleinere Bitcoin-Halter bewegten ihre Coins. Die Einzeltransaktionen unter zehn BTC erreichten den höchsten Wert seit dem 6. Februar und lag bei einem Volumen von ungefähr 7.300 BTC.

Auch die Aktivität im Bitcoin-Netzwerk nahm deutlich zu. Die Zahl der täglich aktiven Adressen stieg von etwa 645.000 am 30. Juli innerhalb eines Tages auf fast eine Million und das Gesamtvolumen aller Überweisungen unter einem Bitcoin betrug 39.600 BTC. Ein vergleichbarer Wert wurde zuletzt nach der FTX-Insolvenz erreicht.

Das Verwahrungsrisiko verschwindet nicht

Zentralisierte Börsen haben dabei den Vorteil, dass sie verdächtige Transaktionen bereits im Vorfeld blockieren können. So hat die Krypto-Börse OKX nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2026 betrügerische Überweisungen im Wert von 26,3 Millionen US-Dollar verhindert. Zudem haben ihre Sicherheitsmaßnahmen die Vermögenswerte von mehr als 500.000 Kunden mit einem Gegenwert von 1,1 Milliarden US-Dollar geschützt.

Der Wechsel auf eine zentrale Börse verlagert das Sicherheitsrisiko allerdings nur in eine andere Form. Für die Verwahrung der eigenen Bitcoin verzichten die Nutzer auf die unmittelbare Kontrolle über ihre Coins und sind von den Sicherheitsmaßnahmen sowie der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Anbieters abhängig. Der Zusammenbruch von FTX hatte eben dieses Risiko sichtbar gemacht. Kunden hatten ausgewiesenes Kontoguthaben, aber konnten dennoch nicht mehr auf ihre Vermögenswerte zugreifen.

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