Chainalysis stellt „Know Your Transaction“-Tool vor

Roman Maas

von Roman Maas

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

Quelle: Money Laundering, Currency, Clothesline. via Shutterstock

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Die neue Anwendung von Chainalysis, KYT („Know Your Transaction“), überprüft Krypto-Transaktionen in Echtzeit. Sie unterstützt Unternehmen wie Finanzinstitute bei der Erfüllung der KYC-Anforderungen. Neben der Blockchain von Bitcoin (BTC) soll das Tool auch die Transaktionsdaten von Bitcoin Cash (BCH) auslesen können. Chainalysis möchte weitere Kryptowährungen integrieren.

In einem Blogbeitrag erklärte das auf Blockchain-Analysen spezialisierte Unternehmen Chainalysis, dass das neue Tool (KYT) bei der Aufklärung von illegalen Aktivitäten wie Geldwäsche helfen soll. Um Compliance bezüglich der Verhinderung von Geldwäsche umzusetzen, müssen Finanzdienstleister die Absichten hinter jeder einzelnen Transaktion nachvollziehen können. Chainalysis KYT erstellt ein Echtzeit-Feedback und sendet dies direkt zu den Transaktions-Prozessoren des jeweiligen Finanzinstitutes oder Exchanges. Compliance-Beauftragte können somit über ein Dashboard Warnungen erstellen und verdächtige Aktivitäten melden. Im Testlauf lief die Kontoprüfungen angeblich zwanzigmal schneller als üblich.

Was bedeuten KYC und KYT?

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Der Name des Tools Chainalysis KYT leitet sich von dem Begriff „Know Your Customer“ (KYC) ab. Wer Finanzdienstleistungen anbieten möchte, muss sich nach den KYC-Anforderungen der jeweils zuständigen Strafbehörde richten. Anders ausgedrückt: Der Finanzdienstleister muss auf staatlichen Befehl gewisse Daten über seine Kunden wissen, damit illegale Geschäfte (also Geldwäsche) so schwierig wie möglich werden. Es gibt keine international gültigen Richtlinien für KYC. Basisdaten wie Wohnort, Geburtsdaten und Staatsangehörigkeit gehören allerdings in jedem Fall dazu. Die meisten Finanzinstitute verlangen zusätzlich Fotobeweise von Pässen, Steuer-IDs und/oder Sozialversicherungsnummern. Wer sich schon auf einer Bitcoin-Tauschbörse angemeldet hat, kennt dieses Prozedere.

Krypto-Analysen für Banken und Regierungen

Das neu entwickelte Programm, KYT („Know Your Transactions“), weitet dieses Prinzip nun auf Transaktionen in den Blockchains aus. Chainalysis will das neue Produkt für Exchanges und Finanzinstitute weltweit anbieten. Bisher unterstützen ihre Produkte nur die Bitcoin-Blockchain. In 2018 sollen noch Bitcoin Cash und mindestens acht weitere Kryptowährungen dazukommen. Gleichzeitig verkündete das Unternehmen, dass die Venture-Capital-Gesellschaft Benchmark und ihr neuer Komplementär Sarah Tavel sie mit einer Series-A-Finanzierung von 16 Millionen US-Dollar unterstützen.

Durch seine zentrale Rolle bei der Aufklärung des Mt.Gox-Hacks hat Chainalysis viel Anerkennung vonseiten der Strafverfolgung erhalten. Seitdem gehören das FBI, die Behörde für Drogendelikte DEA, Europol und entsprechende UN-Organe zu ihren Kunden. Zu den Produkten des Analyse-Unternehmens gehört auch ein Tool namens Reactor, welches automatisch miteinander verknüpfte Wallets und Transaktionen ausfindig macht.

Eine Prise Salz

Die Analyse der Blockchain führt auch zu Problemen. Die Fungibility von Bitcoin könnte sich dann endlich verabschieden. Fungibilität bezeichnet, dass die einzelnen Einheiten einer Währung alle gleich sind. Das heißt, sie sind gleich viel wert und können untereinander beliebig getauscht werden. Ist die Historie eines Bitcoin allerdings bekannt, werden manche Coins „geblacklistet“ – also Exchanges dürfen sie nicht mehr annehmen. Damit offenbart sich ein kritisches Problem: Wie soll eine Währung funktionieren, wenn die Einheiten unterschiedlich viel Wert sind?

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