Bitcoin-Kurs in fünf Jahren bei 280.000 US-Dollar – Das Meinungs-ECHO

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Shutterstock

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Justin Sun deutet eine Kooperation mit einem 100 Milliarden US-Dollar schweren Unternehmen an – TRX dankt ihm schon einmal mit Kurszuwächsen. Brad Garlinghouse plaudert aus dem Nähkästchen und outet den Moneygram CEO als XRP-Fan. Unterdessen gießt eine Kursprognose Wasser auf die Mühlen der Bitcoin-Bullen. Das Meinungs-ECHO.

Binance-Chef Changpeng Zhao: China wird Bitcoin groß machen

Am Freitag, dem 25. Oktober, konnte sich der Bitcoin-Kurs endlich der Lethargie der vergangenen Wochen entreißen. Dass der chinesische Präsident Xi Jinping zuvor massive Investitionen Chinas in die Blockchain-Technologie ankündigte, wurde von vielen als möglicher Grund für die jüngste Rallye am Krypto-Markt angeführt.


Auch der Chef der maltesischen Bitcoin-Börse Binance, Changpeng Zhao, sieht in China eine mögliche Triebfeder für den Bitcoin-Kurs:

Man stelle sich den Bitcoin-Kurs vor, wenn 1,4 Milliarden Menschen Blockchain verstehen.

Analyst Alex Krüger dämpft indes die Euphorie, die auf die Meldung aus dem Reich der Mitte folgte:

Die Chancen, dass China öffentliche Blockchains mit handelbaren Token unterstützt, die für Spekulationen verwendet werden können und um Geld aus China zu bewegen, ohne Kapitalkontrollen zu umgehen, liegen nahe Null. China ist nicht an Dezentralisierung interessiert, sondern an Kontrolle. Private Blockchains benötigen keine Token.

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Dass die Bitcoin- und blockchainbezogenen Suchanfragen bei chinesischen Diensten deutlich angezogen haben, führt Krüger auf die aktuellen Kursbewegeungen zurück – und nicht umgekehrt:

Das Interesse an Bitcoin in China ist kaum gestiegen. Die Grafik zeigt, dass Baidu nach Bitcoin (blau) und Blockchain (rot) sucht. Sieht für mich sehr überzeugend aus, besonders angesichts der Kurssteigerung.

Justin Sun kündigt Ankündigung einer Tron-Kooperation mit Megakonzern an

Auch der Tronix-Kurs (TRX) konnte über das Wochenende kräftig zulegen – vom allgemeinen Aufschwung von Bitcoin & Co. abgesehen, steckt hinter dem Kursausbruch von TRX auch eine Ankündigung einer Ankündigung von Justin Sun, dem Mitbegründer von Tron:

#TRON wird nächste Woche mit einer 100-Milliarden-Dollar-Megakorporation zusammenarbeiten. Sie wird nicht nur $TRX, sondern alle TRC10&20 Token, einschließlich $BTTT & $WIN etc., nutzen. Es wird #TRON Dapps und Token zu Milliarden von Kunden bringen. TBA. Wollt ihr raten?

Sofort wurden Spekulationen, etwa über eine Kooperation mit den Tech-Giganten Apple oder Samsung, angestellt – zumindest von den Teilen der Tron Community, die vor dem Debakel um Justin Suns letzte Ankündigung einer Ankündigung großzügig die Augen verschließen.

Ripple CEO Garlinghouse: Moneygram kriegt von XRP nicht genug

Auch der Ripple-Chef Brad Garlinghouse hat die Werbetrommel für sein digitales Asset XRP gerührt. Der Überweisungsdienst Moneygram verwendet seit einiger Zeit die xRapid-Technologie des kalifornischen FinTech-Unternehmens. Offenbar mit großem Erfolg, wenn man den Ausführungen des Ripple-Chefs Glauben schenken will:

Ich habe vor zwei Wochen einen Anruf vom CEO von MoneyGram erhalten. Und er ist sauer auf uns, weil wir nicht schnell genug sind. […] Er möchte, dass wir On-Demand Liquidity, früher bekannt als xRapid, schneller in mehr Märkten einführen, weil sie so gute Erfahrungen mit Mexiko machen, dass sie sagen: Sieh mal, wir wollen das schneller und aggressiver verbreiten,

sagte Garlinghouse in einer Keynote auf der FinTech Week 2019 in Washington, wo er auch auf die Vorzüge von XRP gegenüber Bitcoin einging. Dennoch äußerte er sich bullish bezüglich Bitcoin.

Dergunov: Bitcoin-Kurs in einer Handvoll Jahren sechsstellig

Der Marktanalyst Victor Dergunov von der Albright Investment Group sieht Bitcoin in wenigen Jahren im sechstelligen Bereich. Dergunov geht davon aus, dass Kryptowährungen in einigen Jahren 5 bis 10 Prozent des Markts bei Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmitteln einnehmen. Bei seiner Berechnung bezieht er sich auf die weltweite M3-Geldbasis (alles verfügbare Geld inklusive Schulden und Wertpapiere) und investierbares Gold, die zusammen 100 Billionen US-Dollar ausmachen. Bitcoin & Co. könnten nach Dergunov somit in absehbarer Zeit eine Marktkapitalisierung von fünf bis zehn Billionen US-Dollar aufweisen. Das hätte entsprechende Konsequenzen für den Bitcoin-Kurs.

Im Moment ist [Bitcoin] nur etwa 200 Milliarden US-Dollar wert, sodass wir einen Anstieg von etwa 2.400 bis 4.900 Prozent gegenüber dem derzeitigen Niveau sehen könnten. Darüber hinaus macht Bitcoin derzeit etwa 66,5 Prozent der Marktkapitalisierung des gesamten Kryptowährungskomplexes aus. Selbst wenn die Dominanz von Bitcoin auf 50 Prozent zurückgegangen ist, könnte man in einem solchen Szenario von einer Marktkapitalisierung von rund 2,5 bis 5 Billionen US-Dollar für Bitcoin ausgehen. Dieses würde den Bitcoin-Kurs bei ungefähr 140K bis 280K US-Dollar innerhalb der folgenden fünf Jahre oder so setzen,

prophezeite Dergunov am 24. Oktober auf Seeking Alpha – und damit einen Tag, bevor Bitcoin & Co. zur jüngsten Kursrallye ansetzten.

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