Bitcoin-Kurs: 5 Signale, die man kennen muss

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Bitcoin-Kurs: 5 Signale, die man kennen muss

Um den Bitcoin-Kurs und seine Analyse ranken sich viele Indikatoren. Doch Begriffe wie Moving Average Convergebce/Divergence (MACD) oder Ichimoku-Kinko-Hyo-Wolke lassen selbst geneigte Leser zurückschrecken. Wir schaffen Abhilfe.

Die detaillierte technische Analyse zum Bitcoin-Kurs kann nicht nur Fachfremden Kopfzerbrechen bereiten: Was ist die Stock-Flow-Ratio? In welchen Sphären schwebt die Ichimoku-Wolke? Und wie kann man daraus Prognosen für den künftigen Kursverlauf der Kryptowährungen ablesen?

1. Grundlagen der Bitcoin-Kurs-Analyse

Wer sich mit der technischen Analyse des Bitcoin-Kurses auseinandersetzt, kommt an einem grundlegenden Vokabular nicht vorbei. Hier eine kleine Liste an wichtigen Begriffen, die vor allem in den folgenden Zeilen wichtig sind.

  • Candlesticks/Kerzen: Zeigen die Ober- und Untergrenze der Kursverläufe in einem bestimmten Zeitraum an. Man kann sie fast beliebig setzen. Es gibt unter anderem Stunden-, Tages- und Wochenkerzen.
  • Gleitender Mittelwert: Durchschnittskurs eines bestimmten Handelsvolumens.
  • EMA: Der Exponential Moving Average (EMA) oder auch exponentiell gleitender Mittelwert beschreibt einen gleitenden Mittelwert mit einem Fokus auf Aktualität – hier bekommen neue Werte mehr Gewicht.
  • Bullish: Positive Marktstimmung. Die „Bullen“ gehen von steigenden Kursen aus.
  • Baerish: Negative Marktstimmung. Die „Bären“ gehen von einem sinkenden Bitcoin-Kurs aus.

2. Das Stock-to-Flow-Verhältnis

Das Stock-to-Flow-Verhältnis ist ein Indikator, den man gewöhnlich für die Bewertung von Rohstoffen wie Gold anwendet. Dennoch kann man ihn auf seine digitale Entsprechung anwenden: Auch auf den Bitcoin-Kurs lässt sich das Stock-to-Flow-Verhältnis übertragen.

Der zugrundeliegende Wert ist zum einen die verfügbare Menge eines Assets, also alle Einheiten (in unserem Falle BTC beziehungsweise Satoshis) einer Währung, die auf der Blockchain ihr dezentrales Dasein fristen. Kurz gesagt: der Stock.


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Der Flow wiederum ist die Menge an Bitcoin, die jährlich zu diesem Stock hinzukommt. Das Verhältnis der beiden Werte Stock und Flow beschreibt schließlich den Zeitraum, den es bei der aktuellen Geschwindigkeit insgesamt benötigen würde, bis der Gesamtbestand erreicht ist. Letztlich beschreibt das Stock-to-Flow-Verhältnis die Knappheit eines Assets – je höher das Stock-to-Flow-Verhältnis, desto seltener das Gut.

Gold ist ein knappes Gut. Bitcoin auch.
Gold ist ein knappes Gut. Bitcoin auch.

Die maximale Menge an BTC ist per Protokoll festgelegt – das Geldsystem ist deflationär konzipiert. Daher wird das rare Gut in Analogie zum bekanntesten aller Edelmetalle auch als digitales Gold bezeichnet. Sein Stock-to-Flow-Verhältnis steigt an. Aktuell „schürfen“ Miner etwa 657.000 BTC pro Jahr, pro Block bekommen Miner 12,5 BTC. Momentan befinden sich 17.987.262 BTC im Umlauf, das Stock-to-Flow-Verhältnis liegt also bei knapp 27,37 Jahren.

Dieses Verhältnis wird jedoch im nächsten Jahr deutlich ansteigen, da im Mai 2020 das nächste Halving ansteht. Dabei halbiert sich die Belohnung für Miner auf 6,25 BTC pro Block. Das Stock-to-Flow-Verhältnis wird dann bei rund 53 Jahren liegen und sich damit stark an das von Gold (aktuell 58 Jahre) annähern. Beim übernächsten Halving wird Bitcoin einen nie dagewesenen Wert von über 100 erreichen.

Was hat das mit dem Bitcoin-Kurs zu tun?

Die Bayerische Landesbank veröffentlichte kürzlich eine Studie, in der sie sich die Bullenhörner aufsetzt: Aufgrund des anstehenden Halvings und dem damit einhergehenden Anstieg des Stock-to-Flow-Verhältnisses prognostiziert das Analysemodell der BayernLB einen starken Anstieg des Bitcoin-Kurses: auf satte 90.000 US-Dollar.

3. Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator

Um den doch recht zungenbrecherischen Namen Ichimoku-Kinko-Hyo-Indikator etwas abzukürzen, hat sich unter Tradern die Bezeichnung „Ichimoku-Wolke“ durchgesetzt. Sie beschreibt die Marktstimmung sowie wichtige Unterstützungen oder Widerstände des Bitcoin-Kurses. Die entscheidenden Linien sind dabei folgende:

  • Conversion Line: Ein Mittelwert, der den Durchschnitt aus dem Hoch der letzten neun Tage und dem Tief im selben Zeitraum beschreibt. In der technischen Marktanalyse zeichnet sie (unter anderem) den Markttrend nach.
  • Base Line: Angelehnt an die Conversion Line bildet die Base Line den Durchschnitt aus dem Hoch und Tief der vergangenen 26 Tage. Fällt der Bitcoin-Kurs unter diese Linie, gilt das als bearishes Signal, übersteigt er sie, gilt das als bullishes Signal.
  • Lagging Span: Sie stellt den Bitcoin-Kurs dar, allerdings um 26 Tage in die Vergangenheit verschoben.

Nun muss man nur noch einige weitere Berechnungen durchführen und schon sieht man die Ichimoku-Wolke am Horizont. Dabei bildet man den Durchschnitt aus Conversion Line und Base Line und erhält die erste Begrenzung (Lead 1) für die sogenannte Kumo-Wolke.

Schließlich errechnet man den Durchschnitt aus Hoch und Tief des Bitcoin-Kurses der vergangenen 52 Tage und trägt ihn mit 26 Tagen Verschiebung in seinen Chart ein (Lead 2). Gemeinsam bilden Lead 1 und Lead 2 die Kumo-Wolke und verbinden sich mit der Lagging Span zur Ichimoku-Wolke.

Was hat das mit dem Bitcoin-Kurs zu tun?

Dass beim Versuch, die Ichimoku-Wolke zu verstehen, zunächst der Kopf raucht, darf nicht verwundern. So bildet sie ein Sammelsurium aus Kursindikatoren, die über gängige Tools hinausgeht.

Doch genau hier liegt auch ihre Stärke: Sie gibt Tradern ein breites Portfolio an Signalen an die Hand, um sich mit Zukunftsszenarien für ein mögliches Bitcoin-Kurs-Gewitter zu wappnen. (Im Detail hier nachzulesen).

4. MACD – Moving Average Convergence/Divergence

Der MACD ist ein Indikator, der sich auf das Verhältnis von drei gleitenden Mittelwerten bezieht:

  • MACD-Linie: Zeichnet die Differenz zwischen einem EMA (siehe oben) über die letzten zwölf Messungen und einem EMA über die letzten 26 Messungen.
  • Signallinie: EMA der MACD-Linie über neun Messungen.
  • Histogramm: Differenz der beiden Linien.

Der MACD beschreibt also letzten Endes Trends und soll eine Auskunft über die längerfristige Kursentwicklung geben.

Was hat das mit dem Bitcoin-Kurs zu tun?

Wer mit dem MACD hantiert, leitet daraus bestimmte Signale zum Umgang mit der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung ab. Die Faustregel ist denkbar einfach: Schneidet die MACD-Linie die Signallinie von oben, liegt ein Verkaufssignal vor, verhält es sich entgegengesetzt, kann das als ein Kaufsignal gedeutet werden.

5. Das goldene Kreuz

Ein letztes Signal, auf das einige Trader den Bitcoin-Kurs festnageln, ist das goldene Kreuz. Auch hier geht es um gleitende Mittelwerte, der eine oder die andere mag sich an den MACD erinnert fühlen. Beim goldenen Kreuz treffen sich zwei Signale – der MA50 und der MA200. Hierbei handelt es sich um den durchschnittlichen Bitcoin-Kurs der letzten 50 beziehungsweise 200 Tage. Treffen sie sich und bilden gemeinsam ein Kreuz, erkennen Analysten hier ein bullishes Signal. Hier meinen Analysten, eine Trendumkehr zu erkennen: Der Bärenmarkt wird zum Bullenmarkt.

Was hat das mit dem Bitcoin-Kurs zu tun?

Es mag auf der Hand liegen: Wird der Bärenmarkt zum Bullenmarkt, kann man das als Kaufsignal werten. Ganz anders übrigens sein Gegenteil: Beim Death Cross beerdigen die Bären die Bullen und graben sich mit dem Bitcoin-Kurs in die Tiefe. Zuletzt leitete Letzteres übrigens im März 2018 einen negativen Bitcoin-Kursverlauf ein. Das letzte goldene Kreuz erwies sich hingegen als mangelhafter Indikator.

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