Bitcoin ist krisensicher: Was man zum neuen Grayscale-Bericht wissen muss

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Bitcoin ist krisensicher: Was man zum neuen Grayscale-Bericht wissen muss

Gold ist ein Wertspeicher, Bitcoin möchte es gerne sein. Es ist kein Mythos, dass die sogenannten riskoarmen Assets, also Cash-Positionen und Gold, im Gegensatz zu volatileren Anlageklassen wie Immobilien oder Aktien in Zeiten ökonomischen Abschwungs gut performen. Wer sich gegen globale Liquiditätskrisen absichern will, der hält Gold, so der Tenor. Ob auch Bitcoin in Zeiten des ökonomischen Abschwungs seinem Narrativ als nicht-korreliertes Asset gerecht werden kann.

Dieser Frage ist Grayscale Investment in einem kürzlich veröffentlichten Bericht nachgegangen. In „Hedging Global Liquidity Risk with Bitcoin“ diskutiert der weltweit größte Assetmanager für digitale Vermögensanlagen, wie BTC während politischer und ökonomischer Zerwürfnisse performt. Das Credo, man ahnt es, ist gewohnt bullish.

Die Arbeitshypothese ist denkbar einfach: Während wirtschaftlicher Rezessionen parken Anleger ihr Kapital tendenziell in werthaltenden Assetklassen mit geringer Volatilität, etwa in Gold. Dabei ziehen sie Kapital aus riskanteren Anlageformen wie Aktien ab, was die ohnehin angeschlagenen Aktienkurse weiter in Mitleidenschaft zieht. So sank während der globalen Finanzkrise zwischen 2007 und 2009 der Kurs des S&P 500 – eines der wichtigsten Aktienindizes überhaupt – um gut 50 Prozent. Gold hingegen gewinnt in Krisen mitunter sogar an Wert. Grayscales Annahme: In eben diese Kerbe schlägt auch BTC.

Liquiditätskrise nur noch eine Frage der Zeit

Mit Prognosen tun sich Wirtschaftswissenschaftler schwer. Eine normative Aussage, wann der nächste Crash ansteht, lässt sich kaum machen. Doch Grayscale weist auf zwei Faktoren hin, die als denkbar schlechtes Vorzeichen gelten: Der globale Schuldenstand sowie das Verhältnis von Schulden zu Wirtschaftsleistung, gemessen am akkumulierten globalen Bruttoinlandsprodukt. Erstgenanntes rangiert mit 250 Billionen US-Dollar auf einem Allzeithoch. Zweites beträgt aktuell etwa 300 Prozent; soll heißen, dass die globale Schuldenlast die reale Wirtschaftsleistung um ein Dreifaches übersteigt. Man muss keinen Abschluss in VWL haben, um hierin eine problematische Entwicklung zu erkennen. Mit niedrigen Zinsen lassen sich die Schulden derzeit zwar noch gut bedienen. Einzig, wie lange geht das gut?

Grayscale: Portfolios halten Wirtschaftskrise nicht stand

Sollte sich durch exogene Schocks wie einem Ausbruch des schwelenden Handelskonflikts zwischen China und den USA besagte Liquiditätskrise tatsächlich einstellen, seien die wenigsten Portfolios darauf eingestellt. Denn, so Grayscale, aktuelle Portfoliostrukturen seien viel zu sehr auf riskante Assets wie Immobilien oder Aktienwerte optimiert. In dieser Struktur seien sie gegenüber Änderungen des wirtschaftlichen Rahmens äußerst anfällig.

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Bitcoin hingegen eigne sich nachweislich gut, um Portfolios gegen Performanceverluste abzusichern, so die Autoren der Studie. Schließlich weise Bitcoin Eigenschaften auf, die eine überdurchschnittliche Performance in Zeit ökonomischer Krisen nahelegen. So gilt BTC, ähnlich wie Gold, als sogenannter Store of Value (zu Deutsch: Wertspeicher). Gleichzeitig gehe die Funktionalität von BTC über die eines digitalen Goldes hinaus. Denn wer möchte, findet mittlerweile mannigfaltige Möglichkeiten, mit Bitcoin zu bezahlen. Cash- wie auch Gold-Positionen haben sich in der Vergangenheit immer wieder als kluge Investments während Wirtschaftskrisen erwiesen.

Drittens sei in Zukunft allein wegen Bitcoins Wertversprechen als dezentralem, digitalen, zensurresistenten Goldersatz mit einem immensen Wachstum zu rechnen.

Mit der kontinuierlichen Einführung von Bitcoin stellt Bitcoin eine transparente, unveränderliche und globale Form der Liquidität dar, die sowohl Vermögensschutz als auch Wachstumschancen bieten kann.

Wie sich Bitcoin laut Grayscale in globalen Krisen verhält

Laut Grayscale hält BTC diesen Hypothesen auch in der empirischen Überprüfung stand. Dazu nennt der Investmentmanager mehrere Beispiele, in denen sich die Kryptowährung Nr. 1 als valides Investment erwiesen hatte.

Griechenland (April bis Juni 2015)

Im Zuge eines möglichen Grexit war auch die Rede von einem Ausscheiden aus dem Euro und von einem Schuldenschnitt. Im Januar 2015 gab es ferner strikte Kapitalverkehrskontrollen. Dies hat den Einfluss von Regierungen auf die Märkte natürlich unterstrichen – die Aktienkurse sanken, der MSCI Emerging Price Index verlor gar 10 Prozent an Wert. Im selben Zuge stieg Bitcoin um sage und schreibe 28 Prozent.

Brexit (Juni bis Dezember 2016)

Am Tag der Brexit-Verkündung gab es einen großangelegten Sell-off von Aktien, Anleihen und Devisen. Auch in diesem Zeitraum performte Bitcoin mit einem Plus von 7,1 Prozent überdurchschnittlich. Wie wir wissen, sind die Modalitäten des Brexits alles andere als ausgehandelt. Investoren empfiehlt Grayscale daher, einen kleinen Teil ihres Portfolios in BTC zu stecken um sich gegen die Risiken, die mit einem Austritt Großbritanniens aus der EU verbunden sind, abzusichern.

US-China-Handelskrieg (2019 bis ?)


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US-Präsident Donald Trump hat am 5. Mai formal Strafzölle auf eine Reihe chinesischer Produkte im jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar erhoben. Die USA und China sind die zwei größten Volkswirtschaften der Erde. Laut Grayscale repräsentieren alleine diese zwei Länder 40 Prozent des jährlichen ökonomischen Outputs.

Der IWF warnte jüngst vor einer weiteren Eskalation der Handelsstreitigkeiten:

Die jüngste Eskalation könnte die Stimmung in den Finanzmärkten erheblich beeinträchtigen, die globalen Lieferketten stören und die prognostizierte Erholung des globalen Wachstums im Jahr 2019 gefährden.

Seitdem Trump die Einfuhrzölle auf eine Reihe chinesischer Produkte auf 25 Prozent angehoben hat, ist BTC um 41 Prozent gestiegen.

Fazit: Grayscale kein objektiver Marktbeobachter

Grayscale Investments zeichnet in seinem jüngsten Bericht ein Narrativ nach, das unter Bitcoinern beliebt ist: Bitcoin als digitaler Ersatz für Gold. Es liegt nahe, die Hypothese, dass gerade Gold (und eben digitales Gold) zu Zeiten ökonomischer Krisen überdurchschnittlich gut performt, zu testen und auf BTC anzuwenden.

Indes handelt es sich bei Grayscale um einen Assetmanager, der eine klare wirtschaftliche Agenda verfolgt. Dass das Unternehmen Beispiele auswählt, die seine Hypothese stützen, liegt auf der Hand. Schließlich verwaltet der Trust insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar an Kapital, das er ausschließlich in Krypto-Assets steckt. Hierbei sei ferner darauf hingewiesen, dass Korrelation keine Kausalität impliziert. Nur weil eine positive BTC-Performance in der Vergangenheit mit der wirtschaftlichen Notlage von Staaten (siehe Griechenland) korreliert hat, heißt das nicht, dass dies in Zukunft auch passieren muss.


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BTC wächst in Zyklen. Da die Datenlage über den zukünftigen Supply im Quellcode für jeden öffentlich zugänglich ist, ist der einzige Faktor, der den Kurs beeinflusst, die Nachfrage. Zwar können Nachfrageschocks auch durch exogene Ereignisse herbeigeführt werden. Langfristig verläuft das BTC-Kurswachstum aber schlicht zyklisch – unabhängig davon, ob sich die Wirtschaft im Auf- oder Abschwung befindet.

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