Bitcoin-Börse QuadrigaCX: Mysterium in Millionenhöhe

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Bitcoin-Börse QuadrigaCX: Mysterium in Millionenhöhe

Als die Bitcoin-Börse QuadrigaCX im Januar 2019 plötzlich offline ging, dürften sich die Kunden gewundert haben. Grund für den Shutdown der Plattform war der überraschende Tod des Gründers Gerry Cotten während einer Indien-Reise. Bei der Wiederherstellung der Kundengelder in Höhe von 214,6 Millionen kanadischen Dollar sind nun einige Fragen rund um das millionenschwere Privatvermögen Cottens aufgetaucht.

Nach der plötzlichen Schließung von QuadrigaCX warten noch 76.319 Nutzer auf insgesamt 214,6 Millionen kanadische Dollar. Bisher wurde vermutet, dass Cotten Informationen über die Private Keys für den Cold Storage der Börse mit ins Grab genommen hat.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurde aber klar, dass diese Wallets leer waren. Keine Chance also, an die Kundengelder heranzukommen. Bald darauf kamen erste Vermutungen auf, dass der Betreiber wohl nicht sehr sorgfältig mit den Kundengeldern umgegangen sei. Das Mysterium in Millionenhöhe.

Wohin flossen die Gelder der Bitcoin-Börse?

Das Vermögen des QuadrigaCX-Gründers und seiner Frau Jennifer Robertson umfasste unter anderem ein Segelboot, Immobilien, Fahrzeuge und ein Flugzeug. Kein übliches Arrangement für zwei Menschen, die mehr als ein durchschnittliches kanadisches Paar pro Monat verdient haben sollen. Bei dem von Ernst & Young geführten Insolvenzverfahren sind einige Details zu dem Vermögen von Cotten und Robertson bekannt geworden, wie Bloomberg am 8. Oktober berichtete. Unter anderem stellten Ernst & Young fest, dass das Paar keine wesentlichen Einnahmequellen neben den Mitteln der Bitcoin-Börse QuadrigaCX gehabt haben soll.

Der einzige Nachweis dahingehend ist ein Arbeitsvertrag Cottens aus dem Jahre 2015 über ein Jahresgehalt von 65.000 kanadischen Dollar. Ferner fehlen die persönlichen Steuererklärungen der Jahre 2014, 2015 und 2017 gänzlich. Die Steuererklärung für das Jahr 2016 liegt den Insolvenzberatern zwar vor, aber darin sind die Einnahmen durch die Bitcoin-Börse nicht gelistet. Robertsons Steuererklärungen der Jahre 2015 und 2016 liegen vor. Diese belegen, dass sie ein Jahreseinkommen von weniger als 60.000 kanadischen Dollar gehabt haben soll. Im Jahr 2017 sollen es sogar weniger als 5.000 kanadische Dollar gewesen sein. Diese Zahlen passen nicht zu dem tatsächlichen Vermögen des QuadrigaCX-Paares.

Hat Cotten QuadrigaCX-Gelder in die eigene Tasche geleitet?


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In dem Bloomberg-Artikel erklären die Insolvenzberater den Transfer von Kryptowährungen von der Bitcoin-Börse durch Cotten:

In bestimmten Fällen handelte es sich bei diesen Überweisungen um erhebliche Beträge von Fiatwährungen. Sie wurden an Herrn Cotten persönlich überwiesen und zur Finanzierung persönlicher Ausgaben und des Erwerbs persönlicher Vermögenswerte verwendet. In anderen Fällen wurden Überweisungen direkt an Frau Robertson getätigt, um persönliche Ausgaben zu bezahlen und persönliches Vermögen in ihrem Namen oder im Namen von Unternehmen zu erwerben, die Frau Robertson kontrollierte.

Nun hat sich Robertson bereit erklärt, im Rahmen eines freiwilligen Vergleichs Vermögenswerte an die Bitcoin-Börse zurückzuzahlen. Dabei handelt es sich um Vermögenswerte in Höhe von 12 Millionen kanadischen Dollar. Darunter 90.000 kanadische Dollar in bar, ein 20.000 kanadische Dollar schwerer Versorgungsplan, ein 2015 Jeep Cherokee, ein Ehering, persönliche Einrichtungsgegenstände und Quadriga-Aktien.

Dazu sagte der Treuhänder:

Der Wert der ausgeschlossenen Vermögenswerte, die von Frau Robertson einbehalten werden, ist relativ gering und umfasst eine Reihe von Posten, von denen der Treuhänder erwartet, dass sie bei einer Liquidation einen minimalen Wert erzielen.

Robertsons Stiefvater Tom Beazley stieg nach dem Tode Cottens in das Geschäft ein. Auch er soll sich bereiterklärt haben, Vermögenswerte an QuadrigaCX zu übertragen. Das Mysterium um das millionenschwere Vermögen ist damit aber noch nicht geklärt.

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