Bankenbetrug bei Bitcoin-Börsen: Crypto Capital arbeitete für Bitfinex und Quadriga

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Eine neue Anklage führt zu Erkenntnissen im Fall der Bitcoin-Börse Bitfinex. So hängt diese über einen Dienstleister mit der kanadischen Börse QuadrigaCX zusammen: Crypto Capital. Die US-Justiz zieht deren Betreiber nun wegen unerlaubter Bankgeschäfte vor Gericht.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Das Bitcoin-Ökosystem kämpft immer wieder mit Vertrauensrückschlägen. Aktuelle Verstrickungen zwischen der Börse Bitfinex und der Stable-Coin-Anbieterin Tether Limited brachten erhebliche Zweifel an deren Glaubwürdigkeit. Nun gibt es neue Erkenntnisse: Einer ihrer Dienstleister, die Crypto Capital, verbindet sie mit der kanadischen Börse QuadrigaCX.

Was macht Crypto Capital?

Auf ihrer offiziellen Homepage bezeichnet sich die Crypto Capital ausdrücklich nicht als Krypto-Börse, auf der man Bitcoin, Ripple & Co. handeln kann. Vielmehr stellen sie Bankkonten für Plattformen, Unternehmen und Einzelne bereit, die Fiat- und Kryptowährungen handeln möchten. Das 2013 gegründete Unternehmen Crypto Capital Corporation bezeichnet sich selbst also also als „private Fiat-Banking-Plattform, die jegliche Krypto-Blockchain unterstützt.“

Betreiber vor Gericht


Laut einer Mitteilung des U. S. Department of Justice in New York müssen sich nun zwei Personen gegenüber der US-Behörden wegen Bankenbetrugs verantworten: Reggie Fowler und Ravid Yosef. Fowler hat außerdem mit dem Vorwurf zu kämpfen, dass er unlizenzierte Geldübertragungsgeschäfte betrieb. Wie das Szenemagain The Block nun berichtet, stehen die beiden Angeklagten in Verbindung mit der Crypto Capital als Mitarbeiter der Global Trading Solutions LLC, also dem Mutterkonzern über Crypto Capitals. Um an ihre Bankenlizenzen zu kommen, sollen sie jedoch vorgetäuscht haben, die jeweiligen Konten lediglich für Real-Estate-Geschäfte zu verwenden. Die Bitcoin-Geschäfte verschwiegen sie offenbar.

Wie wir bereits berichteten, stellt die Crypto Capital einen Dreh- und Angelpunkt im aktuellen Bitfinex-Skandal dar. Die heimlichen Transaktionen, mittels denen Tether Limited Bitfinex kurzerhand aushalf und die schließlich zur derzeitigen Anklage führten, wickelte die Crypto Capital Corp. ab. Das kann man einem Tweet vom Oktober vergangenen Jahres entnehmen:

Bitfinex betreibt ihr Bankengeschäft nun mit der HSBC über die privaten Accounts der Global Trading Solutions. Sehr passend, wenn ihr mich fragt […].

Erste Festnahmen und Beschlagnahmungen

Wie Modern Consensus nun an anderer Stelle berichtet, haben die Behörden im Fall Bitfinex bereits erste Gelder konfisziert; die Behörden nahmen Ravid Yosef indes fest.

Bei einer Verurteilung stehen Fowler und Yosef insgesamt bis zu 30 Jahre Haft bevor, falls sie für Bankenbetrug und für den Versuch einer Verschwörung zum Bankenbetrug in mindestens einem Fall verurteilt wird. Fowler sieht sich außerdem dem Vorwurf gegenüber, ein unerlaubtes Geldüberweisungsgeschäft betrieben zu haben. Dafür drohen ihm jeweils zusätzlich fünf Jahre Haft.

Was CryptoCapital nun zusätzlich unter Druck stellt bzw. ihren angeschlagenen Ruf nicht gerade zuträglich sein dürfte, ist die Liste ihrer Partner. Denn wie man ihrer offiziellen Homepage entnehmen kann, unterstützte sie in der Vergangenheit eine weitere Bitcoin-Börse: QuadrigaCX. Auch diese schaffte es in der Vergangenheit in die Schlagzeilen, da der plötzliche und nicht letztlich geklärte Tod ihres Betreibers zum Verlust von Millionen an Kundengeldern führte.


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