Banken und Kryptowährungen? Ripple macht’s möglich!

Banken und Kryptowährungen? Ripple macht’s möglich!

Es ist kein Geheimnis, dass sich der Ruf von Kryptowährungen stark verbessert hat: So haben einige der weltweit agierenden Banken sich weiter an Ripple angenähert.

Kryptowährungen werden nicht mehr als eine Gefahr für Banken und Regierungen angesehen – man spricht jetzt von “digitalen Assets”.

Immer mehr Finanzunternehmen gewöhnen sich an die Blockchain-Technologie – die bekanntlich die technologische Basis für diese Kryptowährungen ist. Diese Entwicklung führt dazu, dass man offen über eine Zukunft diskutiert, in der diese Kryptowährungen ein weiteres finanzielles Tool in der Finanzindustrie wären.

Zwölf Banken aus dem Blockchain Konsortium R3CEV haben sich deshalb in einer Initiative zusammengeschlossen, in der ein möglicher Use Case von Kryptowährungen getestet wird. Heute haben diese zwölf Banken bekannt gegeben, dass sie eine Testserie abgeschlossen haben, bei der XRP, die Währung des Startups Ripple verwendet wurde.

Die Testserie wurde im Laboratorium von R3 durchgeführt und wurde mit dem Ziel designt, Banken zu zeigen, wie sie Geld sparen und neue Einkommensquellen mittels XRP generieren könnten. XRP würde ihnen helfen, ihren vielen, weltweit verstreuten Bankkonten Liquidität zu verschaffen.

Nilesh Dusane, Vertriebsleiter bei Ripple, sagte, dass das Unterfangen nicht nur zeige, wie Banken die Verzögerungen beim Transaktionsprozess verringern könnten, sondern auch, wie man durch Anwendung der Ripple zugrunde liegenden Technologie Geld sparen könnte.

“Letztlich geht es immer um den Return of Investment. Das Projekt zielte darauf ab, durch Kostensenkung den ROI zu maximieren.”

Aus Nostrokonten Profit schlagen

Kurzgefasst: Statt Banken obsolet zu machen war das Ziel des Experiments, Banken zu zeigen, wie sie von Kryptowährungen profitieren könnten.

Damit Banken weltweit Geschäfte machen können eröffnen sie Konten – die so genannten Nostrokonten -, deren Balance mit Geld in jeweiligen lokalen Währungen gefüllt sind. Laut Ripple endet das in einer riesigen Kapitalverschwendung.

Erstens, so Ripple, gehen Werte verloren, da die lokale Währung, die in den Konten sein muss, letztlich Kapital ist – das auch woanders investiert werden könnte. Eine Erhöhung Liquidität dieser Konten kostet viel Geld. Zweitens kann es zu Verzögerungen im Transaktionsprozess kommen, die sich zu mehreren Tagen auswachsen können. Diese Verzögerungen können kommen, wenn ein Kunde mit einem Geldwert, der höher als der Wert des Nostrokontos ist, handeln will.

Mit den Versuchen sollte gezeigt werden, dass mithilfe des Ripple Netzwerkes Banken XRP dazu nutzen könnten, Märkte für Fiatwährungen zu schaffen – und letztlich Nostrokonten obsolet machen.

An den Tests nahmen unter anderem Barclays, CIBC, Intesa Sanpaolo, die Royal Bank of Canada und Santander teil. Ihnen wurde Kontrolle über ihre eigenen Wallets und die Möglichkeit gegeben, Funds von einem virtuellen Ort zu einem anderen zu schieben.

Laut Dusane fanden innerhalb des Experiments keine wirklichen grenzüberschreitenden Transaktionen statt.

“Da unser System in Echtzeit funktioniert können Banken bei Bedarf Euro oder jede andere Währungen kaufen – ihr Kapital ist nicht an eine Währung gebunden. In Fällen, wenn sie mehr Geld benötigen als sie aktuell haben können sie schnell handeln.”

Ripple steht zu XRP

Ripples Möglichkeit, letztlich ohne eine Währung arbeiten zu können, finden viele Finanzunternehmen, die ansonsten beim Wort Bitcoin zusammenzucken, reizvoll.

Diese Einschätzung motivierte Ripple zu einem Bericht, in dem sie die Kostenersparnis, die mit der Nutzung einer Kryptowährung einher geht, genauer darstellen.

Ripple schätzt dabei in dem Bericht vom Februar ab, dass die distributed ledger technology bei internationalen Transaktionen zu einer Ersparnis von 33% führen kann. Wenn nun zusätzlich wirklich Kryptowährung genutzt werden würde diese Ersparnis auf 42% ansteigen.

Die um sich greifende Nutzung von Ripple ohne eine Kryptowährung führte tatsächlich zu einiger Verwirrung darüber, was die Firma eigentlich will. In einem Interview mit Ripples CEO Chris Larsen sagte dieser:

“Bei der Erklärung der Rolle von XRP im Internet der Werte hätten wir einen besseren Job machen sollen.”

Letztlich existieren aber verschiedene Gründe, warum Ripple sich diesbezüglich etwas zurückhielt. XRP ist, wie so viele andere Kryptowährungen, äußerst volatil. 2014 hatte XRP mal ein Marktkapital von 800 Millionen Dollar – seit Mai 2015 bewegt sich dieses bei ungefähr 300 Millionen Dollar.

Der aktuelle Wert von Ripple liegt bei ca. 0.8 Cent. 35.4 Milliarden Token sind der Öffentlichkeit zugänglich, während 64.5 Milliarden Token unter der Kontrolle von Ripple liegen. Als man mit Ripple anfing hat die Firma die gesamten 100 Milliarden Token unter 25000 Beta Usern verteilt.

Gegen das Stigma

Natürlich gab es im Vorfeld zu dem Experiment auch regulatorische Debatten über die Nutzung von Ripple bzw. XMR.

Beispielsweise hat der R3 Co-Founder und COO Todd McDonald gesagt, dass die Tests ursprünglich so designt wurden, dass die regulatorischen Ansprüche der Konsortiumsmitglieder berücksichtigt wurden. Mit Teilnehmern aus Ländern wie Italien, Australien, Kanada oder Schottland waren die regulatorischen Ansprüche jedoch sehr hoch. Dadurch sprach man sich gegen das eigentliche Modell des Konsortiums und für regionale Lösungen aus.

“Zahlungen, und damit Regulationen, werden auf unterster Ebene lokal abgewickelt – dort müssen auch die entsprechenden Fragen beantwortet werden. Lokale Regulatoren müssen diesem Anspruch genügen, nicht dem globalen.”

Das Ökosystem der Kryptowährungen ist heute ohnehin etablierter als in den frühen Bitcoin-Jahren – ein Punkt, den Dusane betonen will:

“Heute haben wir einen deutlich klareren Standpunkt hinsichtlich der Regularien, die für Kryptowährungen wie XRP erfüllt sein müssen. Banken können nun verstehen, was für Möglichkeiten sie mit einem Digitalen Asset wie XRP haben.”

Laut Trond Undheim, einem ehemaligen Dozent der MIT Sloan School of Management und Gründer von Yegii, gibt es einen weiteren Grund, warum Banken sich Kryptowährungen öffnen: Die Angst davor, den technologischen Anschluß zu verlieren, ist nun bei den Banken größer als die Sorgen, wie Investoren auf Kryptowährungen reagieren werden.

“Die Situation ist nun fast das Gegenteil verglichen zu der vor einigen Jahren. Disruption und Innovation bewegen die Welt. Den Banken wird klar, dass sie ihre Marktposition verlieren, wenn sie hier nicht mitspielen. Außerdem merken sie, dass sie auch in einer Welt nach der FinTech Revolution eine Rolle spielen werden, wenn sie mitziehen.”

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Michael del Castillo via CoinDesk

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

Bildquellen

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