Bank of Canada: Digitale Währungen funktionieren nur mit guter Regulierung

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Forscher der kanadischen Zentralbank kommen zum Entschluss, dass private digitale Währungen wie der Bitcoin ohne eine Art von Regulierer langfristig nicht erfolgreich sein werden.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

In einem in dieser Woche veröffentlichten Paper (frei verfügbar) erklärt die kanadische Zentralbank ihre These auf knapp 35 Seiten. Immer wieder referenziert sie dabei historische Ereignisse und vergleicht sie mit Währungen und Finanzsystemen der Vergangenheit. Insbesondere die kanadischen, öffentlichen “Dominion” Noten und die Noten von Privatbanken im 19. und 20. Jahrhundert werden mit digitalen Währungen verglichen. Sinnvoll, oder falsche Auswahl der Vergleichselemente?

Bank of Canada: Paper aus gewissem Eigeninteresse?

Untersucht man die Studie der Bank of Canada, kommt möglicherweise die Frage auf, warum sich die Bank bereits mit den regulatorischen Auswirkungen von Blockchain-Technologien auseinandersetzt. Schaut man sich die Historie der Bank an, wird aber schnell klar: Das Paper folgt auf die Idee, eine digitale Währung, die durch die Bank gedeckt wird, herauszugeben. Kürzlich wurden die Bestreben der Bank bekannt, die sich offenbar schon seit längerer Zeit mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte. Für den realen Einsatz sei das System aber noch nicht skalierbar genug, um den Ansprüchen einer digitalen Währung gerecht werden zu können.

Nur ein Regulierer kann die Blockchain sicher machen

Die Bank of Canada kommt zum Schluss: Eine digitale Währung wie der Bitcoin könne sich zwar wie von allein verbreiten und eine starke Akzeptanz finden, ohne den Eingriff einer zentralen Partei könnten sie den Nutzern aber nicht genug Sicherheit bieten. Damit widerspricht die Zentralbank vielen Anhängern digitaler Währungen, die gerade durch die Autonomie von staatlichen Organen ein Alleinstellungsmerkmal in ihnen sehen.


Politischen Fragestellungen hat sich die Bank in der Vergangenheits tatsächlich bereits gewidmet: Im November 2015 erklärte sie, dass ein steigendes Interesse an digitalen Währungen die Auswirkungen der Geldpolitik enorm reduzieren könnten.

Meinung des Autors(Max):

Denkt man in herkömmlichen Systemen, kommt man durchaus zum Entschluss, dass es für eine Währung einen Regulierer braucht, der Sicherheit bietet, die Emmission und den Umlauf des Geldes sicherstellt. Zu groß wäre das Interesse aber, diese Position auszunutzen bzw. das Interesse einzelner Gruppen unter den Teilnehmern, das System zu manipulieren.

Der Grund, warum ich der Meinung der kanadischen Zentralbank allerdings widerspreche, ist die Kerneigenschaft der Blockchain (insofern man über Kryptowährungen spricht): Es geht darum, dass jeder Teilnehmer des Systems eine Stimmberechtigung hat. Das geschieht sowohl über das Mining, als auch über Forks, indem das System über Quellcodeänderungen angepasst wird. Um das System zu manipulieren, müsste sich die Mehrheit zusammenschließen (selbstverständlich vereinfacht gedacht). Da die Grundmenge an Entscheidern wesentlich größer ist, als bei traditionellen Geldsystemen (wenige Regulierer), ist theoretisch auch die Wahrscheinlichkeit, dass für jeden Teilnehmer zufriedenstellende Entscheidungen getroffen werden, höher.

Nicht zu vergessen sind trotzdessen einige Sonderfälle: Wie werden Stimmrechte verteilt: Proof of Work, Proof of Stake oder anders? Wie geht man mit Fragestellungen um, bei denen die Mehrheit zu ihren eigenen Gunsten gegen eine Minderheit entscheidet (Bsp.: Viele Geringverdiener möchten einen einzigen Multimilliardär enteignen).

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Garrett Keirns via CoinDesk


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