Zether: J.P. Morgan ergänzt seine „Blockchain“ Quorum um Privacy Features

Quelle: Shutterstock

Zether: J.P. Morgan ergänzt seine „Blockchain“ Quorum um Privacy Features

J.P.Morgan schmiedet weiter an seiner Ethereum-Plattform Quorum. Das von der Elite-Universität Stanford und Visa Research entwickelte Privacy Protokoll Zether soll Transaktionen in Quorum unter anderem privater machen.

Der multinationale Finanzgigant J.P. Morgan Chase erweitert die Funktionalität seiner hauseigenen Distributed-Ledger-Technologie Quorum. Demnach hat J.P. Morgan eine Erweiterung des Privacy-fokussierten Zether-Protokolls entwickelt. Nach Informationen, die dem Branchenmagazin Coindesk vorliegen, plant J.P. Morgan die Veröffentlichung des erweiterten Zether-Codes am 28. Mai. J.P. Morgan wolle damit den Entwicklern für die Ethereum-basierte Unternehmens-Blockchain Quorum ein neues Werkzeug an die Hand geben. So kommentiert Oli Harris, Chef der Krypto-Abteilung bei J.P. Morgan, gegenüber Coindesk:

Anzeige

Wenn jemand nach einem effizienten, vertrauenswürdigen Mechanismus für vertrauenslose und anonyme Zahlungen in einem Konsortium sucht, dann ist [die Zether-Erweiterung] relevant. Deshalb wollten wir es der Community zurückgeben, damit jeder weiter darauf aufbauen und es weiterentwickeln und bei Bedarf in seine Anwendungsfälle einbinden kann.

Zether: Bislang noch rechenintensiv

Zether wurde von Stanford-Forschern in Zusammenarbeit mit Visa Research erschaffen. Das Protokoll hat unter anderem zum Ziel, die Privatsphäre bei Transaktionen auf Smart-Contract-Plattformen wie Ethereum zu vergrößern. Im Paper zum Zether-Protokoll heißt es dazu:

[Mit Zether] schlagen wir einen effizienten, vollständig dezentralen vertraulichen Zahlungsmechanismus im kontenbasierten Modell vor, der keine Änderungen am Design der zugrunde liegenden Smart-Contract-Plattform […] erfordert. Wir beschreiben Zether als einen Smart Contract, der entweder einzeln, oder durch seine Ausführung durch andere Smart Contracts zum Austausch vertraulicher Mengen eines Token [dient].

Die Verfasser des Papers räumen indes ein, dass die Kosten für eine vertrauliche Transaktion über Zether Smart Contracts mit 0,014 ETH noch sehr hoch liegen. Allerdings heißt es in dem Paper weiter, dass Zether bis dato noch kaum praktikabel sei. Das liege vor allem an der fehlenden Skalierbarkeit der Ethereum-Blockchain:

Bei den derzeitigen GAS-Kosten ist Zether kaum umsetzbar. Die Kosten für eine einzige vertrauliche Übertragung liegen knapp unter […] dem maximalen globalen Gasverbrauch pro Block. Die Rechenleistung von Ethereum ist derzeit sehr begrenzt. Eine vereinfachte Schätzung ist, dass Ethereum bei 3 GAS-Einheiten pro Rechenoperation derzeit weniger als 180.000 Operationen pro Sekunde für das gesamte Netz unterstützt.

Somit könne das vergleichsweise rechenintensive Zether-Protokoll von einer Lösung der Skalierungsfrage bei Ethereum stark profitieren. Ob die Zether-Version aus dem Hause J.P. Morgan schlanker sein wird, wird sich mit der Veröffentlichung des Quellcodes zeigen müssen.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Bei den beiden Stanford-Wissenschaftlern, die Zether mitentwickelt haben, handelt es sich um den deutschen Doktoranden Benedikt Bünz und seinen Mentor Dan Boneh. Boneh leitet bei Stanford die Gruppe für angewandte Kryptographie. Pivatsphäreorientierte Krypto-Kennern könnten die Namen indessen ein Begriff sein. Bünz und Boneh waren – neben dem bekannten Blockstream-Entwickler Andrew Poelstra – beispielsweise auch bei der Entwicklung von Bulletproofs federführend.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Blockchain

In Zukunft könnte der Verkauf der Broadway Tickets über eine Blockchain-Lösung laufen. So hat es zumindest der größte Ticketverkäufer des Broadways, die Shubert Organization, geplant. Die Blockchain-Lösung für das Projekt stellt das Bostoner Start-up True Tickets zur Verfügung.

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Libra-Chef ist Bitcoin Fan, CBDC kommt: Das Meinungs-ECHO
Libra-Chef ist Bitcoin Fan, CBDC kommt: Das Meinungs-ECHO
Szene

Der Libra-Chef bregreift Bitcoin als digitales Gold, während der BaFin-Chef verhindern will, dass aus Libra eine Parallelwährung wird, die Regulierungsbehörden vor neue Herausforderungen stellt. Unterdessen unterdessen wirft der selbsternannte Bitcoin-Erfinder Craig Wright die Frage auf, ob im White Paper plagiiert wurde. Das Meinungs-ECHO.

Bitcoin, Betrug und Pornographie – Das Regulierungs-ECHO
Bitcoin, Betrug und Pornographie – Das Regulierungs-ECHO
Regulierung

Internationale Behörden sprengen den nach Datenvolumen bisher größten Darknet-Ring für Kinderpornographie dank Bitcoin. USA und Kanada denken derweil über ein digitales Zentralbankengeld nach und Wilshire Phoenix versucht, einen Bitcoin ETF durchzuboxen. Das Regulierungs-ECHO.

Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Kolumne

Bitcoin steuert auf die 18 Millionengrenze zu, IOTA rühmt sich mit vielversprechenden Anwendungsfällen und wir haben das Ripple-Ökosystem im Blick. Das interessierte unsere Leser in der vergangenen Woche am meisten.

Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wissen

Einer der größten Stolpersteine bei der Analyse von Krypto-Assets sind zentralisierte Börsen. Während on-chain ein Großteil des Verhaltens verschiedener Akteure verfolgt werden kann, arbeiten Börsen wie Bitfinex, Bithub oder Kraken immer noch weitgehend off-chain. Nur ein Bruchteil ihres Verhaltens kann direkt auf verschiedenen Blockchains beobachtet werden. Für Investoren und andere Akteure auf dem Markt könnten jedoch Blicke hinter diese Barriere viele Vorteile bringen: Anleger könnten eindeutig große Transaktionen zwischen verschiedenen Börsen verfolgen. Derartige Transaktionen stehen häufig im Verdacht, einen nachhaltigen Einfluss auf die Kurse zu nehmen, sodass ein schnelles Wissen über derartige Ereignisse hilfreich wäre. 

Angesagt

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Märkte

Der Bitcoin-Kurs weist aktuell eine sehr geringe Korrelation zu den Vergleichsmärkten auf. Die Volatilität vom Bitcoin-Kurs liegt auch weiterhin bei 3 Prozent. Leider ist die Performance auch in dieser Woche noch vom Kurssturz von Ende September geprägt.

Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Sicherheit

Krytpo-Scammer schlugen erneut im Darknet zu. Um ahnungslosen Kunden von Darknet-Märkten die Bitcoin aus der Tasche zu ziehen, kam dieses Mal eine infizierte Variante des Tor Browsers zum Einsatz.

IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
Altcoins

IOTA könnte sich als entscheidende Technologie im Internet of Things etablieren. Dabei sticht vor allem die Möglichkeit kleinster Transaktionen in Echtzeit heraus. Die Killerapp treibt die Autonomisierung von Maschinen voran.

Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Blockchain

In Zukunft könnte der Verkauf der Broadway Tickets über eine Blockchain-Lösung laufen. So hat es zumindest der größte Ticketverkäufer des Broadways, die Shubert Organization, geplant. Die Blockchain-Lösung für das Projekt stellt das Bostoner Start-up True Tickets zur Verfügung.

×
Anzeige