Zentralbanken: FED-Präsident wettert gegen Bitcoin

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Am 18. Juli hat sich Jerome Powell, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED), zum Thema Kryptowährungen geäußert. Wie zu erwarten war, sieht der Zentralbanker Bitcoin & Co. kritisch. Digitalwährungen seien „zwar ein großartiges Instrument zur Geldwäsche“, würden sich jedoch als ernstzunehmende Währung nicht eignen – und das nicht nur wegen der hohen Risiken für die Nutzer. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tobias Schmidt

Seine Kritik an Kryptowährungen äußerte Powell im Rahmen einer Befragung des „Financial Service Committee“, eines US-amerikanischen Ausschusses zur Aufsicht der amerikanischen Finanzdienstleistungsbranche. Auf die Anfrage des stellvertretenden Ausschussleiters Patrick Mc Henry, der ihn zu seiner finanzpolitischen Einschätzung der Kryptowährungen befragte, sagte Powell wörtlich:

„Ich denke, Ihre Frage zielte in die Richtung: ‚Stellen Kryptowährungen eine ernstzunehmende Gefahr für die Stabilität unseres Geldsystems dar?‘ Meine Meinung ist: ‚Nein. Dafür sind sie nicht groß genug.‘ Das heißt jedoch nicht, dass sich das in Zukunft nicht ändern kann. Sie sind insbesondere deswegen eine Herausforderung, weil sie sich so gut zur Geldwäsche oder zur Steuerhinterziehung eignen. (…)

Auch die Risiken für die Investoren sind nicht zu unterschätzen. Als unbedarfter Nutzer freut man sich sicherlich über die steigenden Kurse und kommt leicht in die Versuchung, in diesem Umfeld zu investieren. Doch Kryptowährungen sind durch nichts gedeckt oder abgesichert, sie haben keinen intrinsischen Wert. Aus meiner Sicht sind Sie nicht wirklich eine Währung. Sie weisen hohe Sicherheitslücken auf und es gibt keinen Verbraucherschutz.“

Auch ein Krypto-Dollar steht für den FED-Vorsitzenden wohl nicht zur Debatte :

„Ein anderes Thema ist, ob wir als Zentralbank eine eigene Kryptowährung herausbringen sollten. Damit befassen wir uns zur Zeit nicht und ich habe da auch große Bedenken. Die Hauptfunktionen von Währungen sind es, als Wertspeicher und Zahlungsmittel zu dienen. Und mit Kryptowährungen wird nicht wirklich bezahlt. Stattdessen werden sie meist vorher in Dollar umgetauscht. Und um als Wertspeicher zu dienen, sind sie einfach zu volatil.“

Uneinigkeit unter den Zentralbankern: Was ist ein Bitcoin wert?

Das amerikanische Zentralbanksystem ist neben der übergeordneten FED in 12 kleinere, regionale Zentralbanken eingeteilt. Auch einige von diesen kleineren Zentralbanken haben sich bereits zu Wort gemeldet und offenbar sind sie in Bezug auf Bitcoin uneinig. Bereits im April warnte Raphael Bostic, Vorsitzender der Federal Reserve Bank von Atlanta, mit den eindringlichen Worten: „Tun Sie es nicht!“ vor einer Investition in Bitcoin. Sein Kollege Neel Kashkari, Vorsitzender der FED von Minneapolis, bezeichnete im Mai sogar das gesamte Krypto-Ökosystem als Farce.

Mehr Offenheit besteht scheinbar in St.Louis, wo die Zentralbank sogar in einem Bericht Kryptowährungen viele Parallelen mit Bargeld bescheinigt. Sie zeigt sich darin sogar offen für anonyme Digitalwährungen wie Monero. Die FED von San Franciso sieht – offenbar im Gegensatz zu Jeremy Powell – sogar einen intrinsischen Wert von Bitcoin von etwa 1.800 US-Dollar, den sie vor allem anhand von den Mining-Kosten festmacht.

Die Debatte um die finanzpolitische Einschätzung des Bitcoin bleibt spannend und wird wohl noch eine Weile anhalten. Lest hier, wie sich die deutsche Bundesbank in Bezug auf Bitcoin positionierte.

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