Dezentralisierung XRPL Foundation: Ripple kehrt sich nicht von XRP ab

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Nahaufnahme einer Ripple (XRP) Münze im Gras

Quelle: Shutterstock

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Die vor kurzem gegründete XRP Ledger Foundation will den Ausbau und die Adaption des XRP-Ökosystems voranbringen. Eine Aufgabe, die sich bislang vor allem Ripple auf die Fahne geschrieben hat.

Die Gründung der XRP Ledger Foundation (XRPLF) hat für Spekulationen über einen möglichen Rückzug des kalifornischen FinTechs Ripple aus dem XRP-Ökosystem gesorgt. Gegenüber dem Nachrichtenportal Forbes hat nun ein Sprecher der Foundation entsprechende Bestrebungen Ripples dementiert.


Die XRP Ledger Foundation wurde am 24. September ins Leben gerufen. Sie versteht sich als unabhängige Organisation, die sich der Pflege und dem Ausbau des XRP Ledger (XRPL), der Heimat des Ripple-Coin XRP verschrieben hat. Dazu gehören unter anderem die technologische Weiterentwicklung des XRP Ledger sowie die Erstellung von Kriterien für Netzwerkknoten, die als sogenannte Validator Nodes für das Bestätigen von Transaktionen im XRPL infrage kommen. Die Foundation will damit eine eigene Unique Nodes List (UNL) erstellen: Eine Empfehlungsliste mit vertrauenswürdigen Validator Nodes.

Dabei fischt die Foundation durchaus im Gewässer von Ripple. Allen Distanzierungsversuchen zum Trotz hat das FinTech noch immer einen erheblichen Einfluss auf das XRP Ledger. Zum einen betreibt Ripple selbst zahlreiche Validator Nodes im XRPL. Zum anderen ist es zwar bereits jetzt möglich, eigene UNLs zu erstellen; doch Ripple kontrolliert die Zusammensetzung der Standard- UNL, von der die meisten Nodes Gebrauch machen.

Darüber hinaus kontrolliert Ripple noch immer über 50 Prozent aller XRP-Einheiten. Von 100 Milliarden XRP befinden sich 45,1 Milliarden im Umlauf. 6,2 Milliarden hält das FinTech selbst, der Rest ist in sogenannten Escrow (Treuhand-) Wallets verwahrt. 2017 richtete Ripple 55 solche Wallets ein, jeweils gefüllt mit einer Milliarde XRP. Seit dem wird monatlich eine Milliarde XRP für die Umlaufversorgung freigeschaltet – 55 Monate lang. Der Teil davon, der keine Abnehmer findet – in der Regel der Großteil – wandert zurück in eine neue Escrow Wallet. Im ersten Quartal 2020 flossen von 3 Milliarden freigeschalteten XRP 2,6 Milliarden zurück in Treuhand-Wallets. Dieser Umstand sorgt dafür, dass sich Ripple – beziehungsweise XRP – regelmäßig dem Vorwurf der Zentralisierung gegenübersieht.

XRP-Dezentralisierung light

Die Gründung der XRP Ledger Foundation kann in diesem Zusammenhang ein als ein Schritt in Richtung eines dezentralen Netzwerks gedeutet werden – zumindest nach der Lesart von David Schwartz, dem CTO von Ripple.

Wir und die Community haben in den letzten 8 Jahren daran gearbeitet, die Dezentralisierung, die Leistung und den Funktionsumfang des XRP-Ledgers dramatisch zu steigern, und wir werden uns auch in Zukunft für sein Wachstum und seine Innovation unter Führung der Foundation einsetzen.

Lässt sich Schwarz in der Pressemitteilung zum Start der XRP Ledger Foundation zitieren. Letztere hat von Ripple, Coil und GateHub eine finanzielle Starthilfe in Höhe von 6,5 Millionen US-Dollar erhalten.

Ripple soll weiter „Schlüsselrolle“ einnehmen

Gerüchten, dass Ripple – das nach wie vor auch ein Kernentwickler-Team für das XRP Protokoll beschäftigt –  die Entwicklung des XRPL gänzlich auslagern will, erteilt Bharath Chari, Sprecher der XRP Ledger Foundation, gegenüber Forbes eine Absage.

Wir sind der Meinung, dass dies überhaupt nicht der Fall ist, auch wenn diese Frage von Ripple besser beantwortet wird. Wie bei vielen Open-Source-Projekten investieren die beteiligten Unternehmen Zeit und Ressourcen, um bei der Entwicklung zu helfen. Die XRPLF sieht Ripple weiterhin in einer Schlüsselrolle als Entwickler, sowohl was die technischen als auch die geschäftlichen Aspekte des XRPL betrifft. Darüber hinaus ist die XRPLF nur eine Einrichtung, die verspricht, im besten Interesse des XRPL zu handeln. Es geht nicht darum, ein offenes, dezentralisiertes Ökosystem wie das XRPL zu kontrollieren,

so der Sprecher der Foundation im Forbes-Interview. Auch Bedenken, dass die XRPLF mit ihrer eigenen UNL Einfluss auf die Netzwerk-Governance nehmen könnte – beispielsweise, indem Mitglieder im Rat der Foundation bessere Chancen auf einen Platz in der UNL haben – hält Chari für unbegründet:

Jegliche Überschneidung [zwischen XRPLF-Rat und UNL] wird zufällig sein und in keiner Weise forciert. Die von uns veröffentlichten Hauptkriterien für die Aufnahme in die UNL würden nicht nur auf der Beteiligung am Ökosystem basieren, sondern auch auf „harten“ technischen Nachweisen dafür, dass sie in der Lage sind, den strengen Anforderungen der Aufrechterhaltung hoher Zustimmungsraten gerecht zu werden.

Mindestens eine Überschneidung gibt es bereits zwischen der XRPLF und der von Ripple festgelegten UNL. Der XRPL-Entwickler Wietse Wind, der unter anderem den XRP TipBot erschaffen hat, betreibt einen der 35 Validator Nodes, die auf dem XRPL den Ton angeben.

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