Monopol des Billiggeldes Wie die EZB Bitcoin zur nächsten Liquiditätswelle verhilft

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

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Lagarde
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Die Europäische Zentralbank entfernt sich immer weiter von ihren Wurzeln: Nun hat die EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, am Mittwoch verkündet, das Inflationsziel zu überdenken. Für deutsche Sparer hätte eine solche Änderung gravierende Folgen – für Bitcoin bleibt es ein Treiber.

„Wir müssen die Kräfte, die heute die Inflationsdynamik antreiben, gründlich analysieren und überlegen, ob und wie wir unsere Strategie als Reaktion darauf anpassen sollten, verkündete die EZB-Chefin, Christine Lagarde, am Mittwoch auf einer Konferenz in Frankfurt. „Wir sollten ein Inflationsziel haben, das glaubwürdig ist und das die Öffentlichkeit leicht verstehen kann.


Nach der US-amerikanischen Notenbank rüttelt damit nun auch die Europäische Zentralbank als „Krisenverhinderer ordentlich am Inflationsziel. Die EZB könnte mit diesem Argument noch mehr billiges Geld in die Märkte pumpen und trotz anziehender Inflation den Leitzins bei null halten oder sogar noch weiter senken. Ein derartiger Schritt geht gegen den 2003 abgeschlossenen Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, der das vorrangige Ziel der EZB in der Gewährleistung von Preisstabilität festlegt. Eine Notenbank, die von ihren vorrangigen Zielen deutlich abweicht, könnte an Glaubwürdigkeit verlieren. Ist jetzt der Bitcoin das Zünglein an der Waage? 

Tauben gegen Falken

Unter, aber nahe zwei Prozent. So lautet das derzeitige Inflationsziel der EZB, um Preisstabilität zu gewährleisten. Dieses Ziel werden die europäischen Währungshüter in diesem Jahr wahrscheinlich zum achten Mal in Folge verfehlen. Seit 2013 liegt die jährliche Teuerungsrate weit unter den „unter, aber nahe zwei Prozent”. Mit der 64-jährigen Lagarde wird sich nun einiges in der Eurozone ändern. Sie wird die Inflation von der Leine lassen. Lagarde folgte als eine geldpolitische „Taube” auf den italienischen Notenbanker Mario Draghi, der ebenfalls einer lockeren Geldpolitik nicht abgeneigt war. Die „Tauben” gelten als Befürworter einer lockeren und expansiven Geldpolitik. Sie leisten flagranten Widerstand gegenüber den Falken, die für eine restriktive Geldpolitik stehen und die Inflationsbekämpfung als eine ihrer Hauptaufgaben sehen. Es deutet also alles darauf hin, dass die Geld-Party an der Führungsspitze vorerst weitergeht und die Falken wohl schwere Zeiten durchleben. Doch während der Wanderfalke die Tauben jagt, verhilft die Spaltung der Lager vor allem Bitcoin, Ethereum und Ripple zur Liquiditätswelle.

Notausgang: Bitcoin

Besonders die globale Ausweitung der expansiven Geldpolitik sowie Bemühungen von Regierungen weltweit, Rezessionstendenzen mit Staatsausgaben auszugleichen, sorgten für Treibstoff in der Krypto-Welt. So hatte die Mischung aus ausufernden staatlichen Schuldenstandsquoten – also das prozentuale Verhältnis des Schuldenstands eines Staates zum Bruttoinlandsprodukt – und einem zunehmenden Preisdruck offenbar dazu geführt, dass Investoren vermehrt nach Möglichkeiten zur Geldanlage außerhalb des traditionellen Systems von Euro, US-Dollar und anderen nationalen Währungen suchten. Im Kampf gegen die Inflation und Abwertung von Fiat-Währungen sehen nun viele Anleger den sicheren Hafen in Bitcoin oder Gold. Nach dem ersten Corona-Schock konnten beide Assets schnell wieder zulegen.

Börsennotierte Unternehmen parken Reserven in Bitcoin

Doch mittlerweile befinden sich neben Privatanlegern, die ihr Vermögen in Sicherheit bringen wollen, auch große Unternehmen. So haben die Firmen MicroStrategy und Snappa für Aufsehen gesorgt als sie bekanntgegeben haben den Großteil ihrer Reserven in Bitcoin zu parken. Im Finanzsektor oder bei Anlageentscheidungen geht es vor allem um Wahrscheinlichkeiten. Natürlich herrscht nicht zuletzt erst seit John Maynard Keynes makroökonomischer Theorie, stets Unwissenheit über die Zukunft. Niemand kann wirklich sicher sagen, wann eine Inflation kommt und wie stark sie ausfallen wird. Sehr wohl kann man aber sagen, dass das Inflationsrisiko auf Basis der wirtschaftspolitischen Lage massiv angestiegen ist. Vor diesem Hintergrund wird ein Investment in die Antithese zum zentralisierten Geldmonopol der Zentralbanken, sprich: Bitcoin, immer interessanter.

EZB immer weiter von Deutschen Bundesbank entfernt

Die Sorgen um die lockere Geldpolitik sind nicht unbegründet. Für deutsche Sparer kann eine Änderung des Inflationsziels gravierende Auswirkungen haben. Beispielsweise haben die Bürger in Deutschland knapp 2,5 Billionen Euro auf unverzinsten Giro- oder Tagesgeldkonten geparkt. Dieses Geld ist der Teuerung ungeschützt ausgeliefert. Bei einer Inflationsrate von 4 Prozent würde jährlich ein Wert von 100 Milliarden Euro an Kaufkraft vernichtet. Allein im ersten Quartal diesen Jahres wurden laut Börse Online bereits 9,1 Milliarden Euro an Kaufkraft pulverisiert. Im ersten Halbjahr von 2019 waren es laut Schätzungen von Comdirect rund 15,9 Milliarden Euro.

Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Lagarde schützend vor deutsche Sparer werfen wird. Ganz im Gegenteil. Sie gilt als Vertreterin einer Politik des billigen Geldes. Seit der Finanzkrise2008 haben sich die europäischen Währungshüter immer weiter weg von einer stabilitätsorientierten Notenbank nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank entfernt.

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