Wenn die Hausbank zum Wallet-Anbieter wird
Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Quelle: Old typewriter and laptop on table on yellow background via Shutterstock

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Wer die Nachrichten der letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, dem ist eines aufgefallen: Immer mehr Banken und regulierte Finanzdienstleister wagen den Schritt in Richtung Krypto-Ökonomie.

Auch aus Kundenperspektive ist dies durchaus nachvollziehbar, denn ein großer Teil der Bevölkerung und vor allem institutionelle Investoren wollen entgegen dem Blockchain-Narrativ nicht „ihre eigene Bank sein“ und die volle Verantwortung für ihre Finanzangelegenheiten übernehmen. Daher scheinen auch Banken als Mittelsmänner ihren Platz im Krypto-Ökosystem zu finden.


Wie ein solcher Schritt aussehen kann, zeigt der Finanzdienstleister Revolut. Das britische Unternehmen versteht sich als eine digitale Bankalternative und bietet seinen Kunden neuerdings eine App für den Handel mit Kryptowährungen an. So kann man die Revolut-App für Transaktionen der fünf größten Kryptowährungen und 25 Fiatwährungen nutzen. Das Interessante dabei: Krypto-Produkte werden ganz selbstverständlich gemeinsam mit klassischen Bankprodukten angeboten. So findet eine Verschmelzung zwischen traditionellem Banking und der Krypto-Ökonomie statt.

Die Wallet zum Bankkonto

Was könnte das für die Zukunft bedeuten? Das Thema Blockchain und Kryptowährungen ist inzwischen, zumindest bei den Großbanken, auf der Agenda angekommen. Gleichzeitig reift die Erkenntnis, dass die Krypto-Ökonomie nicht aufzuhalten ist und die Krypto-Nachfrage seitens der Bankkunden steigt. Die Folge: Es findet eine Anpassung der Banken an die Kryptowelt statt, auch aus Angst davor, abgehängt zu werden.

Welch ein Widerspruch, mag sich der ein oder andere Krypto-Anhänger denken. Bitcoin & Co. wurden geschaffen, um die Banken zu umgehen und nicht, um ihre Geschäftsfelder zu erweitern. Diese Disruption mag langfristig auch eintreffen, doch heißt das nicht, dass gerade in der Anfangs- bzw. Übergangsphase nicht auch Banken als Dienstleister im Krypto-Ökosystem auftreten können.

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Wenn Max Mustermann in fünf Jahren zur Sparkasse, Volksbank oder Privatbank seines Vertrauens geht, um ein Bankkonto zu eröffnen und gegebenenfalls noch einen Bauspar- oder Riestervertrag abzuschließen, dann könnte es zur Normalität gehören, dass der Bankberater ihm auch eine Wallet für seine Kryptowährungen anbieten wird.

Im geradezu biederen Bausparer-Look könnten so Kryptoprodukte ihren Weg in das klassische Kundengeschäft finden. Anstatt seine vermögenswirksamen Leistungen in einen Aktien- oder Anleihenfonds einzuzahlen, könnten bis dahin Kryptofonds ein fester Vermögensbaustein in der Altersvorsorge sein.

Bis es soweit kommt, wird noch einige Zeit vergehen. Der Grundstein ist aber gelegt und der Transformationsprozess von Bank zur Kryptobank hat bereits begonnen.

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