Wenn die Hausbank zum Wallet-Anbieter wird

Quelle: Old typewriter and laptop on table on yellow background via Shutterstock

Wenn die Hausbank zum Wallet-Anbieter wird

Wer die Nachrichten der letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, dem ist eines aufgefallen: Immer mehr Banken und regulierte Finanzdienstleister wagen den Schritt in Richtung Krypto-Ökonomie.

Auch aus Kundenperspektive ist dies durchaus nachvollziehbar, denn ein großer Teil der Bevölkerung und vor allem institutionelle Investoren wollen entgegen dem Blockchain-Narrativ nicht „ihre eigene Bank sein“ und die volle Verantwortung für ihre Finanzangelegenheiten übernehmen. Daher scheinen auch Banken als Mittelsmänner ihren Platz im Krypto-Ökosystem zu finden.

Wie ein solcher Schritt aussehen kann, zeigt der Finanzdienstleister Revolut. Das britische Unternehmen versteht sich als eine digitale Bankalternative und bietet seinen Kunden neuerdings eine App für den Handel mit Kryptowährungen an. So kann man die Revolut-App für Transaktionen der fünf größten Kryptowährungen und 25 Fiatwährungen nutzen. Das Interessante dabei: Krypto-Produkte werden ganz selbstverständlich gemeinsam mit klassischen Bankprodukten angeboten. So findet eine Verschmelzung zwischen traditionellem Banking und der Krypto-Ökonomie statt.

Die Wallet zum Bankkonto

Was könnte das für die Zukunft bedeuten? Das Thema Blockchain und Kryptowährungen ist inzwischen, zumindest bei den Großbanken, auf der Agenda angekommen. Gleichzeitig reift die Erkenntnis, dass die Krypto-Ökonomie nicht aufzuhalten ist und die Krypto-Nachfrage seitens der Bankkunden steigt. Die Folge: Es findet eine Anpassung der Banken an die Kryptowelt statt, auch aus Angst davor, abgehängt zu werden.

Welch ein Widerspruch, mag sich der ein oder andere Krypto-Anhänger denken. Bitcoin & Co. wurden geschaffen, um die Banken zu umgehen und nicht, um ihre Geschäftsfelder zu erweitern. Diese Disruption mag langfristig auch eintreffen, doch heißt das nicht, dass gerade in der Anfangs- bzw. Übergangsphase nicht auch Banken als Dienstleister im Krypto-Ökosystem auftreten können.

Wenn Max Mustermann in fünf Jahren zur Sparkasse, Volksbank oder Privatbank seines Vertrauens geht, um ein Bankkonto zu eröffnen und gegebenenfalls noch einen Bauspar- oder Riestervertrag abzuschließen, dann könnte es zur Normalität gehören, dass der Bankberater ihm auch eine Wallet für seine Kryptowährungen anbieten wird.

Im geradezu biederen Bausparer-Look könnten so Kryptoprodukte ihren Weg in das klassische Kundengeschäft finden. Anstatt seine vermögenswirksamen Leistungen in einen Aktien- oder Anleihenfonds einzuzahlen, könnten bis dahin Kryptofonds ein fester Vermögensbaustein in der Altersvorsorge sein.

Bis es soweit kommt, wird noch einige Zeit vergehen. Der Grundstein ist aber gelegt und der Transformationsprozess von Bank zur Kryptobank hat bereits begonnen.

BTC-ECHO

Anzeige

Ähnliche Artikel

Privatsphäre ist kein Verbrechen
Privatsphäre ist kein Verbrechen
Kommentar

Die Privatsphäre im 21. Jahrhundert schwindet zunehmend. Informationen werden überall abgegriffen und ausgewertet, bei Facebook, Google, Amazon und auch Bitcoin.

So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus
So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus
Kommentar

Vermeintliche Experten, die Bitcoin für tot erklären möchten, haben wieder Hochkonjunktur.

Bitcoin in der Todesspirale – Zur Prognose Atuyla Sarins
Bitcoin in der Todesspirale – Zur Prognose Atuyla Sarins
Insights

In einem Blog-Beitrag auf MarketWatch gibt sich Atuyla Sarin siegessicher: Der Universitätsprofessor sieht Bitcoin gefangen in einer toxischen Spirale aus sinkenden Kursen und zu hohen Mining-Kosten.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Coinbase verschenkt täglich einen US-Dollar an venezolanische Haushalte
    Coinbase verschenkt täglich einen US-Dollar an venezolanische Haushalte
    Krypto

    Coinbase lässt im Rahmen einer Charity-Aktion für 100 venezolanische Familien täglich Zcash springen.

    Bitcoin: Geschichte und Unterschiede von BTC, BCH und BSV
    Bitcoin: Geschichte und Unterschiede von BTC, BCH und BSV
    Bitcoin

    Bitcoin, Bitcoin Cash, Bitcoin SV. Wer soll denn da den Durchblick behalten?

    Bitcoin Only: Online-Börse WCX bietet Wertpapierhandel mit BTC an
    Bitcoin Only: Online-Börse WCX bietet Wertpapierhandel mit BTC an
    Bitcoin

    WCX, eine neue Handelsplattform aus der Schweiz, bietet den Handel einer Vielzahl von Wertpapieren gegen Bitcoin an.

    Bitcoin, Ethereum und XRP – Kursanalyse KW50: Doch keine Bärenweihnacht?
    Bitcoin, Ethereum und XRP – Kursanalyse KW50: Doch keine Bärenweihnacht?
    Kursanalyse

    Die Volatilität hat abgenommen und heute springen erneut einige Kryptowährungen an.

    Angesagt

    Von Java bis Solidity: Was verdienen Blockchain-Entwickler?
    Krypto

    Traumjob Blockchain-Entwickler? Diese Woche werfen wir bei BTC-ECHO einen Blick auf die deutsche Blockchain-Szene und erklären, wie sich Developer in dem Ökosystem beruflich verwirklichen können.

    Niederländische Zentralbank fordert Krypto-Regulierung
    Krypto

    Bald werden Krypto-Börsen in den Niederlanden eine Lizenz benötigen, um ihre Dienste anzubieten.

    solarisBank und Börse Stuttgart kündigen Start von Krypto-Handelsplatz für 2019 an
    Invest

    Die solarisBank macht ihrem Ruf als krypto-affine Geschäftsbank alle Ehre: Wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch, dem 12.

    Ripple: xCurrent für erste Blockchain Payment App Südkoreas
    Krypto

    Ripple konnte mit Coinone Transfer einen weiteren Interessenten für die hauseigene xCurrent-Plattform gewinnen.