Was steckt eigentlich hinter Lisk? Max Kordek und die Sidechains

Quelle: Realistic 3D render flag for Lisk cryptocurrency logo. via Shutterstock

Was steckt eigentlich hinter Lisk? Max Kordek und die Sidechains

So nützlich die Bitcoin-Blockchain auch sein mag, ist sie – zumindest momentan – noch verbesserungswürdig. Obschon sie auf Dezentralität ausgelegt ist, beschränkt sie sich auf einen einzelnen Strang. Für die Entwicklung von Apps eignet sie sich daher nur bedingt – Lisk will hier Abhilfe schaffen.
Der Eintritt ins Krypto-Universum

Der Eintritt ins Krypto-Universum

Max Kordek, Jahrgang 91 aus Aachen, ist Mitbegründer von Lisk und Lightcurve. Wie er uns einmal im Interview verriet, wollte er immer etwas in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik oder Investment machen. Nachdem er es von 2011 bis 2015 mit Elektrotechnik versucht hatte, brach er erfolgreich ab und fand die Verbindung seiner bevorzugten Beschäftigungsfelder in der Blockchain.

Die Gehversuche unternahm Kordek im Mining. Da die Konkurrenz im Bitcoin-Umfeld zu groß war, fing er an, Litecoin zu minen. Weil der Mining-Prozess recht laut und erhitzend ist, schaute er sich nach Alternativen um. Mit einem kurzen Umweg über NXT kam Kordek dann zu Crypti.

Dort war die Grundidee, die Lisk später erfolgreich machen sollte, bereits angelegt. Das Ziel der Community war es, dezentrale Apps, kurz dApps, auf Sidechains zu entwickeln. Anschließend war er bei Crypti unter anderem für Marketing, Growth Hacking, Community-Betreuung, Support, Frontend-Entwicklung, Design, User Experience und Ideenkonzeption zuständig.

Von Crypti zu Lisk

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Wenngleich Kordek vom Konzept Cryptis überzeugt war – zufrieden war er nicht. Gemeinsam mit Olivier Beddows schlug er einige Änderungen vor, die von der Community jedoch nur teilweise angenommen wurden. Laut Blogpost ging es hier vor allem um die Offenlegung des Quellcodes sowie um einige personellen Änderungen. Unzufrieden mit dem Status quo des Projektes beschlossen Kordek und Beddows daher ihr eigenes Projekt auf die Beine zu stellen.

Dass es dabei zu Verwerfungen mit Mitgliedern von Crypti kam, liegt nahe. Dennoch versuchten Kordek und Beddows ihren Abgang so geschmeidig wie möglich zu gestalten. Für den ICO ihres neuen Projektes akzeptierten sie demnach Crypti, obwohl sie es als totes Kapital betrachteten. Schließlich forkten sie Crypti und Lisk trat ins Krypto-Ökosystem ein.

Daraufhin überarbeiten die beiden die Software, aktualisierten diese und verpassten dem Ganzen ein neues Design. In Verbindung mit cleverem Marketing auf allen Kanälen begann damit der Siegeszug von Lisk. So waren es wohl vor allem die Social-Media-Kampagnen, die das Projekt pushten. Für Follower bei Facebook und Twitter gab es dahingehend Belohnungen, Anreize zum Mitmachen wurden so weitgehend wie möglich geschaffen. Schließlich engagierten sie zur rechtlichen Absicherung eine Anwaltskanzlei – Kordek hat offenbar alles richtig gemacht.

Die Idee der Sidechains

Zunächst ist Lisk einerseits eine Kryptowährung mit eigener Blockchain. Andererseits jedoch – und das ist viel entscheidender – bildet Lisk ein Rahmen-Netzwerk für dezentrale Applikationen.

Die dApps kann jeder Nutzer selbst entwickeln. Sie laufen auf sogenannten Sidechains, parallel zur Main-Blockchain. Die Mainchain dient als Speicher, auf dem die Apps registriert sind – die Apps sind allerdings von der Mainchain unabhängig. Token, die zur Bezahlung gedacht sind, können dann zwischen Sidechain und Mainchain hin und her geschoben werden. Das Besondere: Durch diese Autonomie der Apps ist der Rest des Netzwerks bei eventuellen Angriffen geschützt. Das System basiert auf JavaScript.

Der delegierte Proof of Stake

Zur Verifizierung von Transaktionen nutzen die Entwickler ein besonderes Konsens-Verfahren. Der Delegated Proof of Stake ist eine Abänderung des Proof-of-Stake-Mechanismus. Stakeholder entscheiden über die „Abgeordneten“ (delegates), welche die Blöcke innerhalb des Systems validieren.

Weiterhin ist die Plattform darauf ausgelegt, die Entwickler direkt an möglichen Gewinnen zu beteiligen. Wer also eine App zum Verkauf von Waren entwickelt, kann diese gleich so programmieren, dass er vom Verkauf profitiert. Eine eigene Währung war nötig, um (Mikro-)Transaktionen auf der App möglich zu machen.

Lisk zählt zu den deutschen Erfolgsgeschichten

Dieses durchdachte Konzept hat letztlich viele Investoren überzeugt. So konnten die Entwickler nach Abschluss des ICO am 21.03.2016 14.009 BTC sowie 80 Millionen XCR von insgesamt knapp 3.900 Unterstützern einsammeln. Eine Summe (damaliger Gegenwert von etwa fünf Millionen Euro), für die sich das Forken sicher gelohnt hat. Wer Max übrigens in Farbe sehen möchte, kann das in unserem Video-Interview tun.

„Ich denke, es ist großartig, dass in Deutschland – illustriert am Erfolg von BTC-ECHO – so viel Interesse für Blockchain-Technologie besteht. Das gibt mir Hoffnung, dass wir diesmal nicht die große Chance verpassen, so wie damals in den 90ern mit dem Aufkommen des Internets und dass unser Land eine neue Innovations-Welle anführt.“

– Max Kordek

BTC-ECHO

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