Warum die Bitcoin-Akzeptanz den Bitcoin-Kurs drückt

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Max Kops

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Wenn Unternehmen Bitcoins akzeptieren klingt das erstmal sehr erfreulich: Mehr Einkaufsmöglichkeiten, größere Netzwerk-Infrastruktur und gesteigertes Vertrauen durch die Zuwendung von bekannten Unternehmen. Warum die Ganz Großen im Rennen den Bitcoin Preis dennoch drücken, erklärt die zweiseitige Medaille. Denn Bitcoin Akzeptanz ist nicht gleich Bitcoin Akzeptanz.
Was bewegt Händler zur Bitcoin Akzeptanz?

Was bewegt Händler zur Bitcoin Akzeptanz?

Der erste Schritt, die Entscheidung des Händlers, Bitcoins als Zahlungsmethode einzuführen ist der erste Schritt zum Bitcoin Merchant. Dabei entstehen Händlern ähnliche Vorteile wie den Kunden:

  • Betrugsprävention. Anders als bspw. bei Kreditkarten können Zahlungen nicht einfach (von Betrügern) storniert werden
  • Gebührenersparnis. Die Gebühren sind im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden verschwindend gering
  • Neuer Nischenmarkt. Bezogen auf die Bitcoin Akzeptanz ist der Bitcoin weiterhin ein Nischenprodukt. Und mit der Integration als Zahlungsmethode spricht man das spezielle Publikum der Bitcoin-Enthusiasten an, womit man sich gleichzeitig von der Konkurrenz absetzt

Akzeptanz ist nicht gleich Akzeptanz


Die Modelle von Bitcoin Zahlungsabwicklungen lassen sich in zwei gegensätzliche Kategorien einteilen: Native Abwicklung und Bitcoin As a Service. Der letzte Begriff ist frei von mir gewählt worden.

Native Bitcoin-Merchants

Native Akzeptanz ist meist das, was man sich unter der normalen Zahlungsabwicklung bei einem Einkauf mit Bitcoins vorstellt: Der Kunde sendet Bitcoins, der Händler empfängt die Bitcoins.

Bitcoin As a Service

Ich habe die Floskel “as a Service” für dieses Modell gewählt, da Händler, die diese Methode verfolgen in Wirklichkeit nicht direkt Bitcoins akzeptieren. Man nutzt den Bitcoin nur zur Zahlung, genau so wie eine Kreditkarte des Käufers, und möchte ansonsten nichts damit zu tun haben. Anders als bei der nativen Integration gilt hier nämlich: Der Kunde zahlt Bitcoins, der Händler erhält Geld (z.B. Dollar oder Euro). Für diesen Zweck kommt meist ein Service wie Bitpay ins Spiel, der sich um die eigentliche Zahlungsabwicklung kümmert. Die Onlineshops selbst kommen in der Regel gar nicht mit Bitcoins in Kontakt, am Ende wird ihnen lediglich das umgerechnete Geld überwiesen.

Bitcoin Akzeptanz als Kursbremse

Es liegt auf der Hand, dass sich native Bitcoin Akzeptoren (wie oben vorgestellt) nicht unbedingt positiv auf den Kurs auswirken. Der Bitcoin Nutzer zahlt seinen Einkauf mit Bitcoins und da der Händler getreu dem Motto “Nur Bares ist Wahres” lediglich am Fiatgeld interessiert ist, werden die Bitcoins umgehend verkauft.

Die Folge: Der Kurs wird gedrückt. Die Händler schieben ihre Bitcoins, die in den Einkäufen umgesetzt werden, massenhaft auf den Markt. Da es ihnen vor allem darum geht, schnell Bares zu erhalten, orientiert sich der Verkaufspreis eher unter als über dem aktuellen Kurs.

Nur Bares ist Wahres

Die meisten Händler akzeptieren Bitcoins nur als Service. Bisher hat diese Methode mehr Vorteile für die Händler, da sie Sicherheit in vielfacher Hinsicht bietet. Durch den direkten Umtausch in Bares spart der Händler sich eine Menge Aufwand:

  • Keine Kursschwankungen. Durch den schnellen Verkauf können kleine Kursschwankungen einkalkuliert werden, jedoch riskiert der Händler keine größeren Verluste, die möglich wären, wenn er die Bitcoins länger behält
  • Steuersituation. Bitcoin ist als junge Innovation in vielen Staaten noch nicht offiziell angekommen und es herrscht Unklarheit über die steuerliche Wertung. Bei einem Umtausch z.B. in Euro können Händler ihre Steuern wie üblich kalkulieren.
  • Zu kleines Netzwerk. Ein Unternehmen muss viele Kosten abwickeln. Als Beispiel reichen schon die Mitarbeiter. Wenn Einkünfte also in Bitcoin erzielt werden, dann müssten auch Mitarbeiter, Zulieferer und Waren mit Bitcoins bezahlt werden. Da das Ökosystem bisher allerdings nicht groß genug ist, kommt der Händler nicht drumherum, seine Bitcoins in die Fiat-Währungen zu tauschen.

Die Entscheidung, Bitcoins nur as a Service zu akzeptieren, ist also zum jetzigen Zeitpunkt verständlich. Vor allem die großen Unternehmen wie Dell setzen auf dieses Modell. Kleinere Shops wie Bester-Tee jedoch schwören auf native Akzeptanz und behalten die Bitcoins (zunächst) selbst.

Die Lösung?

Einen wirklichen Lösungsansatz für diese Problematik, der sich schrittweise befolgen ließe, scheint es nicht zu geben. Viel mehr liegt es an der Breitentauglichkeit von Bitcoins als Ganzes. Größere Bekanntheit, mehr Vertrauen und wachsende Netzwerke von Akzeptoren können die Bedingungen für Händler schaffen, Bitcoins (teilweise) nativ zu akzeptieren, statt sie unmittelbar auf den Markt zu werfen.

Dem Kunden selbst bliebe die einzige Möglichkeit, Bitcoins explizit dafür zu kaufen, um sie anschließend in einem Onlineshop auszugeben. Dann würde man den Handel wieder ausgleichen, da die Bitcoins erst gekauft und anschließend vom Händler verkauft werden. Dieses Nullsummenspiel würde den Preis nicht so sehr drücken, allerdings schwinden damit auch die Vorteile einer Bitcoin Zahlung, wenn sie nicht sogar überflüssig wäre, müsste man erst Bitcoins für Euro kaufen, um dann Bitcoins auszugeben.

BTC-Echo

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